Untersee (Bodensee)
| Untersee | ||
|---|---|---|
| Geographische Lage | Baden-Württemberg und Ostschweiz | |
| Zuflüsse | Seerhein, Radolfzeller Aach u. kleinere Bäche | |
| Abfluss | Hochrhein | |
| Inseln | Reichenau | |
| Städte am Ufer | Radolfzell am Bodensee | |
| Daten | ||
| Koordinaten | 47° 41′ 0″ N, 9° 0′ 0″ O47.6833333333339395.33Koordinaten: 47° 41′ 0″ N, 9° 0′ 0″ O | |
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| Höhe über Meeresspiegel | 395,33 m ü. NN | |
| Fläche | 62 km²[1] | |
| Volumen | 0,8 km³[1] | |
| Umfang | 87 km[1] | |
| Maximale Tiefe | 40 m[1] | |
| Mittlere Tiefe | 13 m[1] | |
| Der Untersee mit seinen Untergewässern. | ||
Der Untersee ist der kleinere der beiden Seen des Bodensees und bildet einen Teil der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Er ist 62 km² groß und liegt um etwa 20 cm tiefer als der Obersee. Von den Römern wurde er Lacus Acronius genannt. Im Mittelalter setzte sich die Bezeichnung Lacus Bodamicus (Bodensee) für den Obersee durch. Unter diese Bezeichnung fiel mit der Zeit auch der Untersee, weswegen der eigentliche Bodensee die Bezeichnung „Obersee“ erhielt.
Wichtigste Zuflüsse sind der Seerhein und die Radolfzeller Aach. Der Untersee und seine Umgebung sind landschaftlich sehr gegliedert. Im Untersee liegen die Inseln Reichenau und Werd (etwas oberhalb der Rheinbrücke Stein am Rhein, die den Grenzpunkt zwischen Untersee bzw. Rheinsee und Hochrhein markiert.[2]) Im Nordosten liegt die Halbinsel Bodanrück, im Nordwesten das Hegau-Tiefland mit der Halbinsel Mettnau, im Westen die Halbinsel Höri mit dem Schiener Berg und im Süden der Seerücken, der bei Berlingen mehr als 300 Meter über dem Untersee aufragt.
Anrainerstaaten sind die Schweiz (Kantone Thurgau und Schaffhausen) und Deutschland (Bundesland Baden-Württemberg). Im Gegensatz zum Obersee existiert im Untersee eine festgelegte Grenzziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. Schweizerische Anrainergemeinden sind Gottlieben, Ermatingen, Salenstein, Berlingen, Steckborn, Mammern, Eschenz und Stein am Rhein. Badische Anrainergemeinden sind Öhningen, Gaienhofen, Moos, Radolfzell, Reichenau, Allensbach und Konstanz.
Zeller See, Gnadensee und Markelfinger Winkel [Bearbeiten]
Im Norden des Untersees tragen drei Seebereiche eigene Namen: Der Zeller See, der Gnadensee und der Markelfinger Winkel, mit dem Rheinsee (s.u.) im Süden.
Der Zeller See liegt zwischen der Halbinsel Mettnau im Norden, der Halbinsel Höri im Süden und der Insel Reichenau im Osten. Im Westen liegt das Mündungsgebiet der Radolfzeller Aach.
Der Gnadensee erstreckt sich zwischen Allensbach im Norden und der Insel Reichenau im Süden, von der Spitze der Mettnau im Westen und dem Reichenaudamm mit seiner Pappelallee im Osten.
Der Legende nach kommt der Name des Gnadensees aus der Zeit, als die Gerichtsbarkeit auf der Insel Reichenau angesiedelt war. Wurde ein Angeklagter zum Tode verurteilt, so konnte die Vollstreckung des Urteils nicht auf der Insel ausgeführt werden, sondern nur am Festland, da die ganze Insel „heiliger Boden“ war. Deshalb wurde der Verurteilte mit einem Boot zum Festland in Richtung Allensbach gebracht, damit das Urteil dort vollstreckt werden konnte. Wenn nun der Abt den Verurteilten doch noch begnadigen wollte, so ließ er eine Glocke läuten, bevor der Verurteilte am anderen Ufer ankam. Damit wurde dem Henker am Festland signalisiert, dass der Verurteilte Gnade erfahren hatte.
Die obige Legende ist eine so genannte Namensage. Der Name Gnadensee erklärt sich besser mit der gnädigen Mutter Maria, der „Gnadenfrau“, nämlich als Ellipse der Gnaden[frau]see, da das am Gnadensee liegende Münster des Klosters Reichenau in Mittelzell eine Marienkirche war.[3] Ähnlich lässt sich der Ortsname Frauenfeld im benachbarten Thurgau erklären.
Der Markelfinger Winkel ist das westliche Ende des Gnadensees, zwischen Markelfingen im Norden, Radolfzell im Westen und der Mettnau im Süden.[4] Seine östliche Abgrenzung ist auf Höhe der Mettnauspitze. Der Markelfinger Winkel ist mit einer maximalen Wassertiefe von 16 m der flachste Seeteil des Untersees. Zufluss ist der Mühlbach, der den Mindelsee entwässert.
Rheinsee [Bearbeiten]
Als Rheinsee wird der Seeteil bezeichnet, der im Norden von der Insel Reichenau, im Westen vom südlichen Ufer der Halbinsel Höri und im Süden vom schweizerischen Ufer begrenzt wird. Er folgt damit ungefähr der im Untersee geltenden Grenzziehung zwischen Deutschland und der Schweiz. Dieser Seeteil ist auch gemeint, wenn vom Untersee im engeren Sinn die Rede ist.[5] Der Begriff Rheinsee wird im Alltagssprachgebrauch kaum verwendet und findet sich meist nur in Fachpublikationen.
Literatur [Bearbeiten]
- Patrick Brauns, Wolfgang Pfrommer: Naturwanderführer Untersee. Natur-Wanderführer zu den einzigartigen Kulturlandschaften am westlichen Bodensee. (Wandern, Radfahren, Inline-Skating, Kanu-Touren, Schiffstouren). Naturerbe-Verlag Resch, Überlingen 1999, ISBN 3-931173-14-3.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d e Gestalt und Funktionen des Bodensees und seines Einzugsgebietes. In: Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (Hrsg.): Der Bodensee: Zustand - Fakten - Perspektiven. 1. Auflage. Bregenz 2004, ISBN 3-902290-04-8, S. 8-11 (PDF; 1,1 MB).
- ↑ Schweizerische Zeitschrift für Hydrologie, Volumes 21-22, Seite 49: Das Ende des Untersees und damit des gesamten Bodensees liegt unter der Rheinbrücke bei Stein.
- ↑ Eugen Nyffenegger und Martin Graf: Thurgauer Namenbuch. Band 3.1. Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2007, ISBN 978-3-7193-1458-3, S. 602.
- ↑ Markelfinger Winkel in einer Untersuchungsgebietsbeschreibung des LUBW.
- ↑ Seespiegel, Ausgabe 20: Der Bodensee: drei Teile, ein See