Unterton
Unterton ist ein Begriff aus der Musik beziehungsweise Akustik, der aber auch für andere physikalische Schwingungen Gültigkeit besitzt und in jenem Kontext auch Subharmonische genannt wird.
Die Untertonreihe kann bzw. die Subharmonischen können aus der Obertonreihe durch Spiegelung am Grundton bzw. der Grundschwingung nach unten gedacht werden. Es sind Frequenzen mit ganzzahligen Teilerverhältnissen des Grundtones.
Die Untertöne sind Töne (Frequenzen), die zu einem Grundton beispielsweise folgende Frequenzverhältnisse haben:
| 0. Unterton | gleich Grundton |
| 1. Unterton | halbe Frequenz des Grundtones |
| 2. Unterton | drittel Frequenz des Grundtones |
| 3. Unterton | viertel Frequenz des Grundtones |
| 4. Unterton | fünftel Frequenz des Grundtones |
| ... | ... |
Anschaulich kann man sich die Entstehung anstatt durch Teilung einer Saite durch deren Verdopplung, Verdreifachung usw. erklären. Die Untertöne eines Grundtons sind genau die Töne, in deren Oberton-Vorrat der Grundton vorkommt.
Während die Obertöne mehr oder weniger stark bei jedem Klangerzeuger oder Musikinstrument mitklingen, tauchen die Untertöne im Frequenzspektrum der meisten Instrumente nicht auf. Bei Streichinstrumenten kann man sie durch zu hohen Bogendruck hervorrufen. Sie bildeten die Grundlage in dem von Oskar Sala konstruierten und gespielten Mixturtrautonium. Lose an schwingenden Oberflächen anliegende Gegenstände erzeugen manchmal Subharmonische. Bekannter sind Subharmonische bei technischen Prozessen wie Ultraschall-Anwendungen (Ultraschallreinigungsgeräte, Ultraschallschweißen, Sonotroden). Sie äußern sich in Zwitschern und Quietschen bei Anwendung einer an sich jenseits des Hörbereiches liegenden Grundschwingung.
Beispiel für den Kammerton A:
| 440 Hz | Grundton |
| 220 Hz | Der 1. Oberton von 220 Hz ist 440 Hz |
| 147 Hz | Der 2. Oberton von 147 Hz ist 440 Hz |
| 110 Hz | Der 3. Oberton von 110 Hz ist 440 Hz |
| ... | ... |
Während sich aus den ersten Obertönen eines Grundtons der Ton-Vorrat für den Dur-Akkord ergibt, ergeben die ersten Untertöne den Moll-Akkord. Die in der (spekulativen) Musiktheorie verbreitete Lehrmeinung, der Moll-Dreiklang sei somit ein zum Dur-Dreiklang spiegelsymmetrischer „Unterklang“ wird als harmonischer Dualismus bezeichnet:
Beispiel für Grundton C:
Obertöne sind
| Grundton | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| C | C | G | C | E | G | B | C |
Damit ergibt sich aus den ersten Obertönen der C-Dur-Akkord C-E-G.
Untertöne sind
| Grundton | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| C | C | F | C | As | F | D | C |
Damit ergibt sich aus den ersten Untertönen der f-Moll-Akkord F-As-C.
In der modernen Musik gibt es immer wieder Experimente, die Töne mit der 7-fachen bzw. einem Siebtel der Grundfrequenz mit in die Harmonien einzubeziehen. Im obigen Beispiel die Töne B und D. Siehe z. B. [1].
Die Nummerierung der Ober/Untertöne wird teilweise auch so vorgenommen, dass der Grundton selbst als Nummer 1 bezeichnet wird und dadurch alle Nummern um eins verschoben sind. Bei ganzzahligen Verhältnissen der Frequenzen spricht man dann von Harmonischen/Subharmonischen an Stelle von Ober/Untertönen. Dies hat den Vorteil, dass in den Nummern der Harmonischen die Zweierpotenzen klar erkennbar sind. Zum Beispiel wäre in dieser Nomenklatur die siebte Harmonische der Ton mit der 7-fachen Frequenz.