Unterwelt (1927)

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Filmdaten
Deutscher Titel Unterwelt
Originaltitel Underworld
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1927
Länge 105 Minuten
Stab
Regie Josef von Sternberg
Drehbuch Charles Furthman
Howard Hawks
Robert N. Lee
Josef von Sternberg
Produktion Hector Turnbull
Musik Robert Israel
Kamera Bert Glennon
Schnitt E. Lloyd Sheldon
Besetzung

Unterwelt ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1927. Das Drehbuch des Stummfilms basiert auf einer Erzählung von Ben Hecht.

Handlung[Bearbeiten]

Bull Weed ist der ungekrönte König der Unterwelt. Auf der Flucht nach einem Banküberfall begegnet er einem Gauner, den er in seine Bande aufnimmt und Rolls Royce nennt. Bald schon entwickelt sich Rolls zu dem Denker und Planer der Bande. Er gelangt in den Besitz der Schlüssel aller Verstecke. Bulls Freundin Feathers wird auf Rolls aufmerksam.

Bei einer Feier mit anderen Gangs versucht Buck Mulligan Feathers zu entführen. Bull tötet Mulligan, doch er wird schon kurze Zeit später festgenommen, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Rolls plant eine Befreiungsaktion für Bull, doch der Plan schlägt am Vorabend der Hinrichtung fehl. Bull glaubt nun, dass Rolls für die Gang, die hinter der versuchten Entführung steckt, arbeitet. Um Rache zu nehmen, bricht Bull aus. Es kommt zu einer heftigen Schießerei mit der Polizei, bei der Rolls getötet wird. Bull wird klar, dass Rolls loyal zu ihm stand. Er ergibt sich der Polizei und sieht seiner Hinrichtung entgegen.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films über den Film: „Früher Gangsterfilm mit melodramatischen Akzenten, in dem erstmals ein Gangster als Ausgestoßener und Verlierer dargestellt wird. Weniger an Härte und Brutalität interessiert als an der Vermittlung von Gefühlen und der Angst vor Vereinsamung, wodurch er auch heute noch äußerst differenziert und fast ‚modern‘ wirkt.“[1]

Mordaunt Hall von der New York Times lobte die außerordentliche Darstellung hervor. Der Film sei zwingend.[2]

Dave Kehr von „Chicago Reader“ hält den Film für einen Meilenstein, ein effektives Stück Arbeit.[3]

Channel 4 sieht in den Film einen großen Stummfilm mit einem beachtlichen Einfluss auf die Kriminaldramen der frühen 1930er Jahre.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der ersten Oscarverleihung 1929 wurde Ben Hecht mit dem Oscar für die Beste Originalgeschichte ausgezeichnet.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Uraufführung fand am 20. August 1927 statt. In Deutschland wurde der Film erstmals 1928 gezeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erschien er am 1. Februar 1969 in einer TV-Premiere im dritten Programm des WDR.

Der ursprüngliche Regisseur Arthur Rossen wurde von Paramount Pictures entlassen. Als Ersatz wurde Josef von Sternberg engagiert. Das Studio erwartete, dass der Film ein Reinfall werden würde. Auch Ben Hecht wollte seinen Namen nicht genannt wissen. Doch durch Mund-zu-Mund-Propaganda entwickelte sich der Film zu einem Hit.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unterwelt im Lexikon des Internationalen Films
  2. Kritik der New York Times (engl.)
  3. Kritik des Chicago Reader (engl.)
  4. Kritik von Channel 4 (engl.)
  5. Eintrag in der IMDb (engl.)