Ural (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ural
Урал
Karte des Ural

Karte des Ural

Daten
Gewässerkennzahl RU12010000112112200001016
Lage Kasachstan, Russland
Flusssystem Ural
Quelle im Südlichen Ural
54° 42′ 10″ N, 59° 25′ 5″ O54.70277859.418056
Mündung ins Kaspische Meer46.88333333333351.616666666667-28Koordinaten: 46° 53′ 0″ N, 51° 37′ 0″ O
46° 53′ 0″ N, 51° 37′ 0″ O46.88333333333351.616666666667-28
Mündungshöhe 28 m unter dem MeeresspiegelVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/HÖHENUNTERSCHIED_fehlt
Länge 2428 km[1][2]
Einzugsgebiet 244.280 km²[1][2] (nach anderen Quellen 231.000 km²)
Abfluss am Pegel KuschumVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
297 m³/s
Linke Nebenflüsse Or, Ilek, Utwa, Bolschoi Kumak, Suunduk, Gumbeika, Dongus
Rechte Nebenflüsse Sakmara, Tschagan, Tanalyk, Irtek, Kuschum, Bolschoi Kisil, Guberlja, Chudolas
Durchflossene Stauseen Iriklinski-Stausee
Großstädte Magnitogorsk, Orsk, Orenburg, Oral, Atyrau
Ural zwischen Oral und Atyrau

Ural zwischen Oral und Atyrau

Einzugsgebiet des Urals mit Nebenflüssen

Einzugsgebiet des Urals mit Nebenflüssen

Der 2428 km lange Ural (russisch Урал / Ural; kasachisch Жайық / Schajyq; früher russisch Яик/Jaik genannt) ist ein eurasischer Fluss in Russland und Kasachstan. Nach der verbreitetsten Definition der innereurasischen Grenze ist er Grenzfluss zwischen Europa (westliches Ufer) und Asien (östliches Ufer).

Flusslauf[Bearbeiten]

Der Ural entspringt in Russland in den nordöstlichen Ausläufern des Awaljak-Rückens (russ. Аваляк) im Südural (russ. Южный Урал), in einem mit dem senkrecht dazu stehenden Alabija-Rücken (russ. Алабия) gebildeten, südwestlich orientierten Talkessel. Die Quelle liegt in 790 m Höhe, 16 km nördlich des Ortes Burangulowo (russ. Бурангулово), Rajon Utschaly (russ. Учалинский район), Republik Baschkortostan (russ. Башкортостан), etwa 150 km nördlich von Magnitogorsk, von wo der Ural zwischen zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgsketten in südlicher Richtung und durch den Iriklinski-Stausee nach Orsk fließt. Dort knickt er (am sog. Uralknie) in einem ca. 90°-Winkel nach Westen ab und gelangt erst nach Orenburg. Nachdem er die Grenze zu Kasachstan gequert hat, erreicht er Oral. Der nun schiffbare Fluss wendet sich nach Süden, um die kasachische Tiefland-Steppe bzw. den Norden der Kaspischen Senke zu durchfließen. Etwa 500 km (Luftlinie) weiter südlich von Oral mündet er im westlichen Kasachstan bei Atyrau – ein sumpfiges und schilfreiches Mündungsdelta bildend – in mehreren Armen ins Kaspische Meer.

Flusslänge[Bearbeiten]

Bezüglich der Länge des Urals scheint es einige Uneinigkeiten zu geben. Meist wird die Länge mit 2428 km angegeben, aber auch 2534 km[3] oder deutlich seltener 2573 km sind zu finden.

Innereurasische Grenze[Bearbeiten]

Der Ural-Fluss bildet – zusammen mit dem gleichnamigen Gebirge – die definierte Grenze zwischen Europa und Asien und zerteilt somit Eurasien in zwei ungleich große Kontinente. Zum Verlauf dieser Grenze der ineinander übergehenden Erdteile siehe unter Innereurasische Grenze.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Urals umfasst 244.280 km².

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Der größte Nebenfluss des Urals ist die Sakmara, die ihm rechtsseitig bei Orenburg von Norden her kommend zufließt.

Orte[Bearbeiten]

Namen des Flusses[Bearbeiten]

Der Fluss Ural hieß bis zum Beginn der Regierungszeit von Katharina II. im 18. Jahrhundert auf russisch Jaik (Яик). Nach der Niederschlagung des Pugatschowschen Aufstandes, in dessen Verlauf auch in der Flussregion ausgiebige Kampfhandlungen stattgefunden hatten, wurde der Jaik auf Weisung Katharinas in Ural (Урал) umbenannt, wohl auch, um die Erinnerung an diesen Aufstand auszulöschen. Der heutige kasachische Name des Flusses, Schajyq (Жайық), ist die unmittelbare lautliche Fortentwicklung des alten Namens Jaik. Der alttürkische Name des Ural Yayıq ist bei Menander in Form von Δαιχ überliefert.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ural – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Artikel Ural in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. a b Ural im Staatlichen Gewässerverzeichnis der Russischen Föderation (russisch)
  3. z. B. Das neue Duden Lexikon, 1991
  4. Peter B. Golden An Introduction to the History of the Turkic Peoples, S. 129f.