Urbach-Wiethe-Syndrom

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Das Urbach-Wiethe-Syndrom (auch Lipoidproteinose oder Hyalinosis cutis et mucosae) ist eine sehr seltene genetisch bedingte Erkrankung (autosomal-rezessiv), die mit Hautveränderungen, Schleimhautveränderungen (Heiserkeit) und Verkalkungen der Amygdala, eines Teils des Limbischen Systems, einhergeht und im Jahre 1929 erstmals als Lipoidosis cutis et mucosae beschrieben wurde.[1] Die Störung hat keine eigene Chiffre in der ICD-10-Klassifikation.

Neurologische Symptome und Beschwerden[Bearbeiten]

Der Ausfall der Strukturen der Amygdala führt bei den Betroffenen zu Einschränkungen des Gefühls- und Sozialverhaltens[2] und Gedächtnisstörungen.[3] Betroffene haben insbesondere Schwierigkeiten, sich die emotionale Bedeutung von Gesichtsausdrücken zu erschließen.[4]

Ursachen[Bearbeiten]

Die Krankheit ist genetisch bedingt, tritt häufig familiär auf und geht nicht selten mit Veränderungen auf dem langen Arm des Chromosoms 1 (1q21) einher, nämlich Mutationen des extracellular matrix protein 1 Gens (ECM1).[5]

Folgen und Komplikationen[Bearbeiten]

Die mangelhafte Integration emotionaler Signale stört die soziale Interaktion und führt zu Schwierigkeiten bei Gesprächen und im Sozialverhalten. Die Folge davon können Ausgrenzung, soziale Diskriminierung, Rückzug in die Privatsphäre, Versagen in der Schule und im Beruf, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Isolation und Einsamkeit sein. Das Urbach-Wiethe-Syndrom kann möglicherweise als mangelnde Sozialkompetenz, Unwille, Tölpelhaftigkeit oder Böswilligkeit missverstanden werden. Es kann leicht mit Autismus, Gefühlsblindheit oder geistiger Behinderung verwechselt werden.

Behandlung[Bearbeiten]

Über eine kausale Therapie, die über eine symptomatische Behandlung hinausgeht, ist nichts bekannt.

Verwandte Themen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urbach & Wiethe: Lipoidosis cutis et mucosae. In: Virchows Arch. Path. Anat. 1929;273, S. 285–319.
  2. Emsley & Paster: Lipoid proteinosis presenting with neuropsychiatric manifestations. In: J Neurol Neurosurg Psychiatry. 1985;48, PMID 4087005, S. 1290–1292.
  3. Markowitsch u. a.: The amygdala's contribution to memory-a study on two patients with Urbach-Wiethe disease. In: Neuroreport. 1994;5, PMID 7919196, S. 1349–1352.
  4. Siebert u. a.:Amygdala, affect and cognition: evidence from 10 patients with Urbach-Wiethe disease. In: Brain. 2003;126, PMID 12937075, S. 2627–2637.
  5. Hamada u. a.:Lipoid proteinosis maps to 1q21 and is caused by mutations in the extracellular matrix protein 1 gene (ECM1). In: Hum Mol Genet. 2002;11, PMID 11929856, S. 833–840.
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