Urbanstraße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Urbanstraße
Wappen
Straße in Berlin
Urbanstraße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt vor dem 19. Jahrhundert
Anschlussstraßen Blücherstraße (westlich),
Sonnenallee (östlich)
Querstraßen Tempelherrenstraße,
Baerwaldstraße,
Geibelstraße, Fontanepromenade,
Grimmstraße,
Körtestraße,
Fichtestraße,
Graefestraße,
Jahnstraße/Schönleinstraße,
Kottbusser Damm/Hermannplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 1780 Meter

Die Urbanstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg verläuft vom Westen kommend von der Blücherstraße bis zum Hermannplatz. Dort bildet sie zusammen mit dem Kottbusser Damm und der Sonnenallee die nördliche Kreuzung. Sie wurde im 19. Jahrhundert befestigt und ausgebaut.

Geschichte der Straße[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Urbanstraße ein Weg entlang der Hütung der Berliner Schlächter-Innung, der über die Dammstraße an den Teltow-Rand führte, wo er mit dem Weg aus der Hasenheide zusammentraf. Die Hütung war eine überschwemmungsgefährdete Wiese, die bis an den Landwehrgraben reichte. Die Schlächter mästeten damals noch selbst, und die Wiese hieß Schlächterhütung oder Urban, was auf einen Schreibfehler der Bezeichnung Urlake zurückgehen soll. Bis zum Rixdorfer Damm kennzeichnete die heutige Urbanstraße die Grenze zwischen Cölln und Tempelhof.

Offiziell trägt die Urbanstraße ihren Namen seit dem 1. November 1874. Ihr westliches Ende wurde 1975 in Blücherstraße umbenannt.

Bauwerke, Brunnen und Gedenktafel[Bearbeiten]

Ein Teil der Bebauung gilt heute als erhaltenswert und steht unter Denkmalschutz, so das Offizierskasino (Nr. 21), die von 1888 bis 1891 erbauten Mietshäuser Nr. 28–35, der Urbanhof (Nr. 116), das 1912/1913 errichtete Wohngebäude der Berliner Stadtreinigung (Nr. 122/123) sowie das Tor zum Pumpwerk VI (Nr. 177). Nicht zu vergessen ist die Aziz-Nesin-Grundschule (Nr. 15).

Bemerkenswert ist ebenfalls der erhaltene und vielfach genutzte Gewerbehof Urbanstraße 71, der 1910 errichtet wurde.[1] In der Urbanstraße 176 gibt es den Sri Mayurapathy Murugan Tempel für Anhänger der Hindulehre.[2]

Außerdem steht an der Urbanstraße der Wrangelbrunnen. Dieser ist ein Werk des Bildhausers Hugo Hagen. Der spätklassizistische Brunnen wurde 1877 am Kemperplatz aufgestellt, musste 1902 aber dem Rolandbrunnen weichen und befindet sich seitdem in der Urbanstraße, Ecke Grimmstraße.

Am Haus Urbanstraße Nr. 20 erinnert eine Gedenktafel (siehe auch Liste der Berliner Gedenktafeln) daran, dass sich in der Nähe von 1798 bis 1866 der erste türkische Begräbnisplatz in Berlin befand. Der türkische Botschafter Ali Aziz Efendi war der erste Verstorbene, der dort beigesetzt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Berlin Museum – Stadtbilder. Nicolaische Verlagsbuchhandlung und Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1987, ISBN 3-87584-212-X, S. 88.
  • Schlagwort Urbanstraße. In: Kathrin Chod, Herbert Schwenk und Hainer Weißpflug: Berliner Bezirkslexikon Friedrichshain-Kreuzberg. Haude & Spener, Berlin 2003, ISBN 3-77590-474-3, S. 378–379.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urbanstraße (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GSG-Gewerbehof Urbanstraße auf orco-gsg.de
  2. Murugan Tempel

52.48861113.423333Koordinaten: 52° 29′ 19″ N, 13° 25′ 24″ O