Urbild (Mathematik)

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Das Urbild des Elementes 0 bzw. der einelementigen Teilmenge \{0\} \subseteq B ist die Menge \{2,3,5\} \subseteq A.

In der Mathematik ist das Urbild ein Begriff im Zusammenhang mit Funktionen. Das Urbild einer Menge M unter einer Funktion f ist die Menge der Elemente, die durch f auf Elemente in M abgebildet werden. Ein Element x aus der Definitionsmenge von f liegt also genau dann im Urbild von M, wenn f(x) in M liegt. Damit ist das Urbild einer Teilmenge der Zielmenge von f eine Teilmenge der Definitionsmenge.

Definition[Bearbeiten]

Sei f\colon A \to B eine Funktion und M eine Teilmenge von B. Dann bezeichnet man die Menge

f^{-1}(M) \colon= \left\{x\in A\mid f(x)\in M\right\}

als das Urbild von M unter f.

Ein Urbild ist damit ein Wert der sogenannten Urbildfunktion, die jedem Element M der Potenzmenge \mathcal{P}(B) der Zielmenge B das Urbild f^{-1}(M) als Element der Potenzmenge \mathcal{P}(A) der Definitionsmenge A zuordnet.

Das Urbild einer einelementigen Menge M = \{b\} schreibt man auch als

f^{-1}(b) \colon= \{x\in A\mid f(x) = b\}

und nennt es das Urbild von b unter f. Diese Menge braucht aber nicht einelementig zu sein (sie kann also auch leer sein oder mehr als ein Element enthalten).

Das Urbild eines Elements wird zuweilen auch Faser der Abbildung über diesem Element genannt, insbesondere im Zusammenhang mit Faserbündeln.

Beispiele[Bearbeiten]

Für die Funktion f\colon \mathbb{Z} \to \mathbb{Z} (ganze Zahlen) mit f(x)=x^2 gilt:

f^{-1}(4) = \{2,-2\}
f^{-1}(0) = \{0\}
f^{-1}(3) = \emptyset
f^{-1}(-1) = \emptyset
f^{-1}(\{1,4\}) = \{-2,-1,1,2\}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Injektivität, Surjektivität, Bijektivität[Bearbeiten]

  • Unter einer bijektiven Funktion f\colon A \to B ist das Urbild jedes Elements (genau) einelementig. Die Abbildung, die jedem Element von B das (einzige, also eindeutig bestimmte) Element seines Urbildes zuordnet, heißt Umkehrfunktion von f. Man bezeichnet sie (auch – wie die Urbildfunktion) mit f^{-1}. Das kann leicht zu Missverständnissen führen, wenn man nicht ausführlicher f^{-1}\colon B \to A für die Umkehrfunktion schreibt (wodurch sie dann deutlich von der Urbildfunktion f^{-1}\colon 2^B \to 2^A unterschieden wird).
  • Unter einer injektiven Funktion ist das Urbild eines Elements höchstens einelementig (also stets einelementig oder leer).
  • Unter einer surjektiven Funktion ist das Urbild eines Elements mindestens einelementig (also stets nichtleer).

Mengenoperationen und -eigenschaften[Bearbeiten]

Es sei f\colon A \to B eine Funktion, und M und N seien Teilmengen von B. Dann gilt:

  • f^{-1}(\emptyset) = \emptyset
  • f^{-1}(B) = A
  • f^{-1}(M \cup N) = f^{-1}(M) \cup f^{-1}(N)
  • f^{-1}(M \cap N) = f^{-1}(M) \cap f^{-1}(N)
  • f^{-1}(M^{\rm c}) = (f^{-1}(M))^{\rm c}
  • M \subseteq N \Rightarrow f^{-1}(M) \subseteq f^{-1}(N)

Dabei bezeichnet X^{\rm c} das Komplement G\setminus X \colon= \left\{g\in G\mid g\not\in X\right\} von X in der jeweiligen Grundmenge G.

Die Aussagen über Vereinigung und Durchschnitt lassen sich von zwei Teilmengen auf beliebige Familien von Teilmengen verallgemeinern.

Bild und Urbild[Bearbeiten]

Es sei f\colon A \to B eine Funktion, M eine Teilmenge von A und N eine Teilmenge von B. Dann gilt:

  • f^{-1}(f(M)) \supseteq M
    Ist f injektiv, dann gilt die Gleichheit.
  • f(f^{-1}(N)) \subseteq N
    Ist f surjektiv, dann gilt die Gleichheit (hinreichend ist schon N\subseteq f(A), dass also N eine Teilmenge des Bildes \operatorname{im} f \colon= f(A)=\{f(a)\mid a\in A\} von f ist).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Urbild – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen