Urjupinsk

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Stadt
Urjupinsk
Урюпинск

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Föderationskreis Südrussland
Oblast Wolgograd
Stadtkreis Urjupinsk
Bürgermeister Sergei Gornjakow
Stadt seit 1929
Fläche 40 km²
Bevölkerung 41.590 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1040 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 80 m
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 84442
Postleitzahl 403110–403117
Kfz-Kennzeichen 34, 134
OKATO 18 425
Geographische Lage
Koordinaten 50° 48′ N, 42° 1′ O50.842.01666666666780Koordinaten: 50° 48′ 0″ N, 42° 1′ 0″ O
Urjupinsk (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Urjupinsk (Oblast Wolgograd)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Wolgograd
Liste der Städte in Russland

Urjupinsk (russisch Урю́пинск) ist eine Stadt mit 41.590 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1] in der Oblast Wolgograd in Russland. Sie befindet sich 340 km nordwestlich der Gebietshauptstadt Wolgograd, am linken Ufer des Flusses Chopjor.

Geschichte[Bearbeiten]

Ziegendenkmal in Urjupinsk

Das genaue Gründungsdatum des Ortes ist nicht bekannt: Einige Historiker meinen, dass Urjupinsk bereits im 15. Jahrhundert an den Südgrenzen des damaligen Rjasaner Fürstentums bestand, die anderen gehen von einer Gründung erst um 1618 durch Donkosaken aus. Der Stadtname könnte von der Bezeichnung u ruba – „am Hang“ – abstammen und die ursprüngliche Lage an einem steilen Flussufer bedeutet haben.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde Urjupinsk vorwiegend von Kosaken bewohnt und war noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Staniza, also ein Kosakendorf, namens Urjupinskaja. Ab dem 18. Jahrhundert erlangte das Dorf als Handelsplatz überregionale Bedeutung, zweimal jährlich wurden hier Jahrmärkte veranstaltet.

Am 7. Januar 1929 erhielt die Staniza Urjupinskaja den Stadtstatus und den Namen Urjupinsk. Zugleich wurde sie Rajon-Zentrum.

In der Stadt bestand während des Kriegs das Kriegsgefangenenlager 123 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Aus ihm ging sehr wahrscheinlich das Kriegsgefangenenhospital 5770 hervor, in dem schwer Erkrankte versorgt wurden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 11.286
1926 14.417
1939 21.686
1959 31.546
1970 38.192
1979 40.229
1989 42.954
2002 41.960
2010 41.590

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft[Bearbeiten]

Eine bedeutende Rolle in und um Urjupinsk spielt die Landwirtschaft. In der Stadt gibt es mehrere Nahrungsmittelbetriebe, ferner eine Schuh-, eine Möbel-, eine Textilfabrik, ein Kranwerk und eine Papier- und Verpackungsfabrik. Eine lokale Spezialität sind außerdem Tücher aus Ziegendaunen. Auf dieses alte und ungewöhnliche Handwerk spielt auch das Ziegen-Denkmal in Urjupinsk an, das im September 2000 eingeweiht wurde. [3]

Kurioses um den Stadtnamen[Bearbeiten]

In der russischen Umgangssprache wird der Name Urjupinsk oft scherzhaft als Synonym für einen abgelegenen Provinzort gebraucht, vergleichbar mit dem in Teilen Deutschlands als realer Ort wenig bekannten Buxtehude. Eingebürgert hat sich dieser Ausdruck mit dem Kinofilm Ein Menschenschicksal nach dem gleichnamigen Roman des Schriftstellers Michail Scholochow, dessen Handlung sich in Urjupinsk abspielt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  3. http://www.statesymbol.ru/image/regionsymbol/20050726/39598088.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urjupinsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien