Urmia
| Urmia | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Provinz: | West-Aserbaidschan | |
| Koordinaten: | 37° 33′ N, 45° 4′ O37.54888888888945.0716666666671324Koordinaten: 37° 33′ N, 45° 4′ O | |
| Höhe: | 1324 m | |
| Einwohner: | 662.734[1] (2012) | |
| Vorwahl: | 441 | |
| Zeitzone: | UTC+3:30 | |
Urmia (persisch ارومیه, Orūmīyeh; aserbaidschanisch Urmu, Urumiyə, Urmiye, Wurmê); (kurd.: Wirmê, Urmîya); syr.: ܐܘܪܡܝܐ) zwischenzeitlich auch Rezaieh oder Rezaiyeh (رضائیه)genannt, ist eine Stadt im Nordwesten Irans. Die Hauptstadt der Provinz West-Aserbaidschan liegt am Westufer des Urmiasees rund 800 Kilometer nordwestlich der Landeshauptstadt Teheran.
Bei der Volkszählung 1996 hatte Urmia 435.200 Einwohner. Im Jahr 2006 wurde die Zahl der Einwohner auf 623.143 geschätzt und 2012 per Berechnung mit 662.734 wiedergegeben. Die Bevölkerung betrachtet sich mehrheitlich als Aserbaidschaner.[2][3] Daneben gibt es noch Kurden, Armenier, Perser und die Christlichen Chaldo-Assyrer (auch Aramäer genannt), die zu verschiedenen syrischen Kirchen gehören vor allem zur Chaldäisch-Katholische Kirche und zur Assyrischen Kirche des Ostens.
Der Name Urmia leitet sich von den syrisch-aramäischen Wörtern ur für „Stadt“ und mia für „Wasser“ ab und bedeutet Stadt am Wasser.
Urmia ist ein Hochschulstandort der Islamischen Azad-Universität, deren Institut für Landwirtschaft international bekannt ist. Die Stadt liegt in einer fruchtbaren Gegend, in der Obst wie Äpfel oder Tabak angebaut werden. 15 Kilometer nördlich liegt der Flughafen Urmia.
Viele Jahrhunderte gehörte Urmia den verschiedenen iranischen Dynastien, bis die Oghusen im 11. Jahrhundert die Gegend eroberten. 1184 eroberten die Seldschuken die Stadt. Die Osmanen kontrollierten die Stadt auch mehrmals.
Inhaltsverzeichnis |
Kirchen- und Religionsgeschichte[Bearbeiten]
Der Geburtsort von Zarathustra, dem Begründer der altpersischen zoroastrischen Religion, lag nach manchen Berichten in der Nähe von Urmia; aber das ist umstritten.[3]
Spätestens seit dem 12. Jahrhundert ist Urmia Sitz christlicher (Erz-) Bischöfe. 1835 wurde eine christlich-protestantische Mission eingerichtet, später eine der katholischen Lazaristen. Mit ihrer Hilfe wurde der regionale neu-syrische Dialekt zur Schriftsprache.
Die Stadt wurde 1880 vom kurdischen Führer Scheich Ubeydallah angegriffen.
Die Christen verschiedener Konfessionen machten 1900 mehr als 40 % der Stadtbevölkerung aus. Im Laufe des Ersten Weltkrieges begingen Truppen aus dem Osmanischen Reich mit kurdischer und iranischer Unterstützung Massaker an der christlichen Zivilbevölkerung. Der für die von Rom unabhängige „Kirche des Ostens“ in Urmia tätige Bischof Mar Dinkha von Tis verlor sein Leben am 23. Februar 1915. Im Juli 1918 wurden hier der Chaldäer-Bischof Thomas Audo, der päpstliche Delegat Jacques-Emile Sontag und viele weitere getötet, entführt oder zur Flucht gezwungen. Nur wenige kehrten zurück oder kamen hinzu, so dass die Christen heute zur Minderheit gehören. Das Erzbistum Urmia-Salamas der Chaldäisch-katholischen Kirche besteht bis zur Gegenwart (ca. 4.500 Gläubige). Der Bischofssitz Urmia der mit der Russischen Orthodoxen Kirche unierten Assyrer ist untergegangen.[4]
Klimatabelle[Bearbeiten]
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Urmia
Quelle: wetterkontor.de
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Literatur[Bearbeiten]
- Jean Maurice Fiey: Pour un Oriens Christianus Novus. Répertoire des diocèses syriaques orientaux et occidentaux. Steiner, Stuttgart 1993, 141f. ISBN 3-515-05718-8
- H. L. Murre-van den Berg: From a Spoken to a Written Language. The Introduction and Development of Literary Urmia Aramaic in the Nineteenth Century (Publication of the „De Goeje Fund“ 28). NINO, Leiden 1999.
- Wilhelm Baum - Dietmar Winkler: Die Apostolische Kirche des Ostens. Geschichte der sogenannten "Nestorianer", Klagenfurt 2000 (engl.: The Church of the East. A concice history, London-New York 2000)
- James Farwell Coakley: Manuscripts for sale: Urmia, 1890-2. In: Journal of Assyrian Academic Studies 20, 2 (2006) 3-17.
- Martin Tamcke: Ein Brief des Lazarus Jaure aus Frühjahr 1916 zu den Geschehnissen in Urmia. In: Martin Tamcke – Andreas Heinz (Hg.): Die Suroye und ihre Umwelt. Münster: Lit-Verl. 2005, 59-72.