Urothelkarzinom

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Klassifikation nach ICD-10
C65 Bösartige Neubildung des Nierenbeckens
C66 Bösartige Neubildung des Ureters
C67 Bösartige Neubildung der Harnblase
C68.0 Bösartige Neubildung der Urethra
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Als Urothelkarzinom, auch Übergangszellkarzinom oder Transitionalzellkarzinom genannt,[1] werden maligne Tumoren des Übergangsgewebes (Urothel), das die ableitenden Harnwege auskleidet, bezeichnet. Dementsprechend kommen sie als Krebs des Nierenbeckens, der Harnleiter, der Harnröhre und als Blasenkrebs vor.

Je nach Grad der Entdifferenzierung weisen sie ein papilläres bis solides Wachstumsmuster auf.

Ätiologie und Pathogenese[Bearbeiten]

Urothelkarzinom der Harnblase
Lichtmikroskopisches Präparat, gefärbt mitHE

Der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, wobei Männer doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Für Deutschland rechnet man mit etwa 25 000 Neuerkrankungen und etwa 6400 Todesfällen pro Jahr. In der ganzen Europäischen Gemeinschaft gibt es etwa 104 000 neue Fälle und 36 400 Todesfälle pro Jahr.[2]

Epidemiologisch konnten folgende Risikofaktoren gefunden werden:

Morphologie[Bearbeiten]

Mehr als 90 % der Urothelkarzinome befinden sind in der Harnblase. Wie die Papillome sind sie vor allem an der Blasenrück- oder seitenwand lokalisiert. Zudem wachsen die meisten Tumoren papillär. Dringt der Tumor in die Lamina propria ein, so spricht man von einem invasiven infiltrierenden Urothelkarzinom.[3]

Metastasierung[Bearbeiten]

Die Metastasierung erfolgt frühzeitig über das Lymphsystem (lymphatisch). Erst später erfolgt eine Metastasierung über das Blutsystem (hämatogen) beispielsweise in Leber, Lunge, Knochen. Im metastasierten Zustand ist die Cisplatin-basierte Chemotherapie der derzeitige Therapiestandard. Bei einem Rezidiv nach Cisplatin-haltiger Chemotherapie wird seit 2010 das Vincaalkaloid Vinflunin empfohlen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. H. Bünte, K. Bünte: Das Spektrum der Medizin. Schattauer Verlag, 2004, ISBN 3-794-52374-1, S. 434. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2.  Ferlay J, Bray F, Pisani P, Parkin DM: GLOBOCAN 2002: Cancer Incidence. Mortality and Prevalence Worldwide, IARC CancerBase No. 5, version 2. IARC Press, Lyon 2004.
  3. a b H. Bankl (Hrsg.): Arbeitsbuch Pathologie. Band 2+3, Facultas Verlag, 2000, ISBN 3-850-76536-9, S. 344 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatA. Stenzl (Chairman), N.C. Cowan, M. De Santis, M. Kuczyk, A.S. Merseburger, M.J. Ribal, A. Sherif, J.A. Witjes: EAU Guidelines on Bladder Cancer - Muscle-invasive and Metastatic. 2010, abgerufen am 19. Juni 2011 (299 kB, englisch, Guidelines der European Association of Urology 2010, pdf).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursus-Nikolaus Riede, Hans-Eckart Schaefer: Allgemeine und spezielle Pathologie. Thieme, Stuttgart 1999. ISBN 3-13-683304-X.
  • Böcker, Denk, Heitz: Repititorium Pathologe Elsevier, München 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Urothelkarzinom der Harnblase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!