Ursaab

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Saab
SAAB 92001.jpg

Saab 92001 (Profil)

92001
Präsentationsjahr: 1947
Fahrzeugmesse:
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosseriebauform: Limousine
Motor: Ottomotor:
0,7 Liter (14 kW)
Länge: 3980 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1430 mm
Radstand: 2470 mm
Leergewicht: 765 kg
Serienmodell: Saab 92
Logo des Ursaab

Der Saab 92001 oder Ursaab (schwedisch: Ursaaben) war ein Prototyp und das erste Automobil von Saab. Vorgestellt im Juni 1947, war er die Basis für die Entwicklung des ab 1949 verkauften Saab 92. Das Fahrzeug befindet sich heute im Saab-Museum (Saab Bilmuseum) in Trollhättan.

Geschichte[Bearbeiten]

Überlegungen zur Entwicklung eines Kompaktwagens bestanden bei Saab unter der Bezeichnung Projekt 92 seit 1944. Da der schwedische Flugzeugbauer Svenska Aeroplan Aktiebolaget (SAAB) mit erheblichen Produktionsrückgängen durch das Kriegsende rechnete, wurden verschiedene Konzepte entwickelt, um das Werk weiterhin auszulasten – zur Debatte standen neben dem Motorrad- oder Fahrzeugbau auch die Fertigung von Fertighäusern, Einbauküchen oder Schiffen mit Leichtmetall­rumpf.[1]

Die Entwicklung fand ab 1945 unter der technischen Leitung des Ingenieurs Gunnar Ljungström (1905–1999) statt, der Karosserieentwurf stammte von dem Industriedesigner Sixten Sason. Von den 16 Entwicklern hatten nur zwei – Ljungström und der auch als Testfahrer fungierende Rolf Mellde – einen Führerschein.[1] Das Fahrzeug sollte leicht und aerodynamisch sein sowie Platz für vier Personen bieten. Sven Otterbeck, der stellvertretende Generaldirektor, formulierte die Ansprüche so:

„Denkt daran, dass Europa durch den Krieg verarmt ist – das Auto muss anspruchslos und billig sein…“[2]

Umfangreiche Strömungsversuche wurden mit einem Holzmodell (Maßstab 1:10) im firmeneigenen Windkanal durchgeführt, sodass der „Ursaab“ einen für die damalige Zeit außergewöhnlich guten c_\mathrm w-Wert von 0,32 erreichte.[1] Die Stromlinienform sollte vor allem der Verbrauchssenkung dienen: „Wenn die Form dieses Autos dazu beiträgt, 100 Liter Kraftstoff pro Jahr einzusparen, ist schon allein damit sein froschartiges Aussehen gerechtfertigt“ (Gunnar Ljungström).[3]

Zwei weiterentwickelte, seriennähere Prototypen, 92002 und 92003, entstanden im Mai beziehungsweise Juni 1947. Änderungen betrafen unter anderem die massiven, schweren Türen des Ursaab sowie die verkleideten Radhäuser, in denen sich im harten schwedischen Winter Schnee und Schmutz sammelten.

92002 wurde neben dem Ursaab, der zu diesem Zeitpunkt rund 50.000 km auf Testfahrten zurückgelegt hatte, am 15. Juni 1947 am Stammsitz Linköping der schwedischen Presse vorgestellt. Zwischen der Vorstellung der Prototypen und dem Beginn der Serienproduktion lagen noch einmal rund zwei Jahre.

Konstruktion[Bearbeiten]

Der Ursaab verfügte über Frontantrieb und einen quer eingebauten Parallel-Twin-Zweitaktmotor aus der DKW Meisterklasse – die gesamte technische Konzeption ähnelte den vor dem Zweiten Weltkrieg in Schweden sehr erfolgreichen Frontwagen von DKW. Der Motor hatte einen Hubraum von 692 cm³ (Bohrung × Hub: 76 × 76 mm) und leistete 14 kW (20 PS) bei 3500 /min. Die Höchstgeschwindigkeit lag dank der guten Aerodynamik bei mehr als 110 km/h, rund 20 km/h über der eines identisch motorisierten DKW.

Mit seiner selbsttragenden Karosserie[3] und Einzelradaufhängung rundum hatte der Ursaab sehr moderne Konstruktionsmerkmale. Die Karosseriebleche des Prototyps wurden von Hand auf hölzernen Formen gefertigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gunnar A. Sjögren: The SAAB Way – the first 35 years of Saab Cars, 1949–1984. Osterbergs Tryckeri, Nyköping 1984 (Online).
  • Michael Peterka: Saab. In: Halward Schrader, Michael Peterka: Saab, Volvo. Personenwagen 1945–1973. Schrader Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-87228-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saab 92001 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Interessanter Rückblick auf die ersten 60 Jahre von Saab auf autosieger.de
  2. Björn-Eric Lindh: Saab. Die ersten 40 Jahre. Förlagshuset Norden, 1987, S. 13ff.
  3. a b Rainer Roßbach: Saab 92.001: Abteilung „Tragflächen“ auf prova.de