Ursula Franklin

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Franklin im Jahr 2006

Ursula Martius Franklin, CC, O.Ont, FRSC (* 16. September 1921 in München) ist eine deutsch-kanadische Physikerin.

Leben[Bearbeiten]

Ursula Martius wuchs in München auf. Während des Zweiten Weltkrieges war sie wegen ihrer jüdischen Abstammung mütterlicherseits in einem Arbeitslager interniert.[1] Vom Physikstudium wurde sie 1942 ausgeschlossen. 1947 griff sie die Deutsche Physikalische Gesellschaft wegen ihrer Duldsamkeit gegenüber alten Nationalsozialisten an.[2] Sie promovierte 1948 bei dem ehemals verfolgten Hartmut Kallmann an der Technischen Universität Berlin in Experimentalphysik.[3] Im folgenden Jahr ging sie als Post-Doktorandin an die Universität Toronto und blieb seither in Kanada. 1967 wurde sie die erste weibliche Professorin im Fachbereich Metallurgie und Materialwissenschaften der Universität Toronto.[4]

Sie gilt als Pionierin der Archäometrie. Franklin entwickelte unter anderem Methoden zur präzisen Bestimmung des radioaktiven Strontiumisotops 90Sr, das in der Atmosphäre nach Atombombenexplosionen entsteht.[1] Sie beschäftigt sich ebenso mit der Technikfolgeabschätzung sowie mit Wechselwirkungen von Technologie und Gesellschaft, insbesondere auch mit Friedensfragen. Nachdem sie 1989 die Massey Lectures halten durfte, veröffentlichte sie daraus 1992 das Buch The Real World of Technology.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Franklin wurde 1981 der Orden Officer of the Order of Canada und
  • 1992 der Companion of the Order of Canada verliehen, die höchste Stufe des Order of Canada, Kanadas höchster Auszeichnung für Zivilpersonen.[5]
  • 2001 wurde Franklin für ihre Verdienste mit der Pearson Peace Medal, einem kanadischen Friedenspreis, ausgezeichnet.[6]

Schriften[Bearbeiten]

  • The Real World of Technology (= CBC Massey lectures series.). CBC Enterprises, Montréal 1990, ISBN 0-88784-531-2.
  • The Ursula Franklin Reader. Pacifism as a Map. With an introduction by Michelle Swenarchuk. Between the Lines, Toronto 2006, ISBN 1-897071-18-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Susan Hill Lindley, Eleanor J. Stebner (Hrsg.): The Westminster Handbook to Women in American Religious History. Westminster John Knox Press, Louisville KY u. a. 2008, ISBN 978-0-664-22454-7, S. 82–83.
  2. „Videant consules ...“. In: Deutsche Rundschau. Bd. 70, Nr. 11, 1947, ZDB-ID 205873-x, S. 99–102.
  3. Carlotta Hacker: Scientists. Weigl Educational Publishers, Calgary 1999, ISBN 1-896990-03-7, S. 43.
  4. Janine Marchessault, Kim Sawchuk (Hrsg.): Wild Science. Reading Feminism, Medicine, and the Media. Routledge, London u. a. 2000, ISBN 0-415-20430-5, S. XII.
  5. Honours Order of Canada. Governor General of Canada. Abgerufen am 18. September 2008.
  6. UNA-CANADA:Pearson Peace Medal. Dr. Ursula M. Franklin, O.C. FRSC (2001).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ursula Franklin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien