Ursula Püschel

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Ursula Püschel (* 1. Juni 1930 in Töpchin) ist eine deutsche Literaturwissenschaftlerin, Journalistin und Schriftstellerin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Werk der Schriftstellerin Bettina von Arnim, eine Vertreterin der Vormärz-Literatur. Püschel lebt heute bei Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1948 studierte Ursula Püschel Geschichte und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie schloss das Studium 1952 mit dem Staatsexamen ab. Danach arbeitete sie bis 1955 an der Akademie der Künste in Berlin im Bettina-von-Arnim-Archiv. 1965 promovierte sie mit der Dissertation Bettina von Arnims politische Schriften[1] zum Dr. phil. an der Humboldt-Universität.

In den Folgejahren war sie – neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit – für Presse, Rundfunk, Theater, Fernsehen und Film tätig. Seit 1985 arbeitet Ursula Püschel freiberuflich als Literaturkritikerin und Essayistin. Ihr literaturkritisches Interesse galt besonders Veröffentlichungen von und über Frauen.

Bettina von Arnim[Bearbeiten]

Das Bettina-von-Arnim-Archiv, jetzt in der Klassik Stiftung Weimar, gelangte an die Akademie der Künste Berlin, als sich im Arnimschen Herrensitz Schloss Wiepersdorf nach Kriegsende auch Manuskripte von Achim und Bettina fanden, die bei der Versteigerung des Arnimschen Nachlasses 1929 nicht veräußert worden waren. Unter den Papieren entdeckte Ursula Püschel handschriftliche Entwürfe Bettina von Arnims zur Polenbroschüre („An die aufgelöste Preußische Nationalversammlung“), im Januar 1849 anonym erschienen, in der sie ein von preußischen Besitzansprüchen freies Polen forderte. Ihre Autorschaft wurde durch den Literaturwissenschaftler Reinhold Steig, der den Nachlass kannte, verleugnet.[2] Ursula Püschel hat 1954 die Broschüre zum ersten Mal seit 1849 und zum ersten Mal mit dem Namen Bettina von Arnims als Autorin veröffentlicht.

Neben einer Reihe von Aufsätzen und Büchern ist Püschels wichtigste Arbeit die Herausgabe des Briefwechsels der Schriftstellerin mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV., der – als ein gewichtiger Teil ihres Werkes – außer einem kleinen Anteil bis dahin nicht publiziert worden war. Dieser Teil von Arnims Werk war bis dahin zu großen Teilen unbekannt. 2004 erschien der Essay-Band Bettina von Arnim – politisch.

  • Bettina von Arnims Polenbroschüre. Henschelverlag Berlin 1954
  • und mehr als einmal nachts im Thiergarten. Bettina von Arnim und Heinrich Bernhard Oppenheim, Briefe 1841 – 1849. Schriftenreihe der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft, Bettina-von-Arnim-Studien Band 1, Berlin 1990, ISBN 3-924894-31-0
  • Wider die Philister und die bleierne Zeit. Untersuchungen, Essays, Aufsätze über Bettina von Arnim. Altberliner Bücherstube, Verlagsbuchhandlung Oliver Seifert, Berlin 1995, ISBN 3-930265-12-5
  • Die Welt umwälzen - denn darauf läufts hinaus. Der Briefwechsel zwischen Bettina von Arnim und Friedrich Wilhelm IV. Aisthesis Verlag, Bielefeld 2001, ISBN 3-89528-312-6
  • Bettina von Arnim – politisch. Erkundungen, Entdeckungen Erkenntnisse. Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-89528-482-3

Weitere Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Unterwegs in meinen Dörfern : Bericht von Berlstedt am Ettersberg. Hinstorff, Rostock, 1980.
  • Mit allen Sinnen : Frauen in der Literatur ; Essays. Mitteldeutscher Verlag, Halle Leipzig, 1982.
  • Der Schlangenbaum : eine Reise nach Moçambique. Mitteldeutscher Verlag, Halle Leipzig, 1984.
  • Kernbauer: Auskünfte und Beobachtungen. Hinstorff, Rostock 1974

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Weblinks[Bearbeiten]

  1. Ursula Püschel: Bettina von Arnims politische Schriften. Inauguraldissertation, Humboldt-Universität zu Berlin, 1965. Mikroform, OCLC 122897837
  2. „Gegen Bettinas Autorschaft spricht der Stil.“ in: Karl Goedeke Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. Leipzig 1898, 2., ganz neu bearbeitete Aufl. Bd. 6, Buch VII, S. 78