Urzeit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Urzeit (auch: Vorzeit) ist ein gängiger, aber unspezifischer Begriff, der vor allem in populärwissenschaftlichen Publikationen, aber auch in der Poesie und Mythologie genutzt wird. Er bezeichnet sehr weit zurückliegende und schwer fassbare entwicklungsgeschichtliche Zeiträume der Materie, der Welt und der Lebewesen. Das Wort ist seit dem 17. Jahrhundert bezeugt und tritt ab dem 18. Jahrhundert häufiger auf. Es tritt häufig in Verbindung mit Präpositionen auf, wie z. B. seit Urzeiten.[1]

Der Wissenschaftszweig, der sich auch mit der Urzeit des Universums befasst, ist die Kosmologie. Die Erdgeschichte beschreibt die langen Zeiträume, in denen der Planet Erde und die Lebewesen zu ihrer heutigen Gestalt kamen. Die Frühzeit des Menschen kann als die Urgeschichte bezeichnet werden, mit der Entwicklung des modernen Menschen beschäftigt sich Menschheitsgeschichte.

Ein Beispiel für die Urzeit in der Mythologie stellt die Traumzeit der australischen Aborigines dar.

Aus Völuspá, das als das bedeutendste Gedicht des nordischen Mittelalters gilt, und die gesamte mythologische Weltgeschichte von der Schöpfung bis zum Untergang darstellt:

Urzeit war, da Ymir hauste,
Nicht Sand war noch See noch salzige Woge
Nur gähnender Abgrund und Gras nirgends.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Grimm (1854)

Literatur[Bearbeiten]

  • Bunter Kinderkosmos: Tiere der Ur- und Vorzeit. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1973, ISBN 3-440-03969-2.
  • Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Bd. 24, S. Hirzel, Leipzig 1854–1960.