Usain Bolt
| Medaillenspiegel | ||
|---|---|---|
Usain Bolt bei den Weltmeisterschaften in Berlin 2009 |
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| Leichtathletik | ||
| Olympische Sommerspiele | ||
| Gold | 2008 Peking | 100 m |
| Gold | 2008 Peking | 200 m |
| Gold | 2008 Peking | 4 x 100 m |
| Weltmeisterschaften | ||
| Silber | 2007 Osaka | 200 m |
| Silber | 2007 Osaka | 4 × 100 m |
| Gold | 2009 Berlin | 100 m |
| Gold | 2009 Berlin | 200 m |
| Gold | 2009 Berlin | 4 × 100 m |
| Gold | 2011 Daegu | 200 m |
| Gold | 2011 Daegu | 4 × 100 m |
| Leichtathletik-Juniorenweltmeisterschaften | ||
| Gold | 2002 Kingston | 100 m |
| Silber | 2002 Kingston | 4 x 100 m |
| Silber | 2002 Kingston | 4 x 400 m |
Usain Bolt (* 21. August 1986 im Trelawny Parish) ist ein jamaikanischer Sprinter, dreifacher Olympiasieger und Weltrekordhalter in der 4-mal-100-Meter-Staffel, im 100- und im 200-Meter-Lauf. Bei einer aktuellen Weltrekordzeit von 9,58 s (Stand: August 2010) ist er der bislang einzige Mensch, der die 100 Meter in unter 9,6 Sekunden lief. Er hat bei einer Größe von 1,95 m ein Wettkampfgewicht von 94 kg.[1]
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Karriere
Internationale Aufmerksamkeit erlangte Bolt 2002, als er im Alter von nur 15 Jahren vor heimischem Publikum in Kingston Juniorenweltmeister über 200 Meter wurde. Nachdem er 2003 Jugendweltmeister geworden war, stellte er eine Woche später den Junioren-Weltrekord ein. Im folgenden Jahr wurde Bolt schließlich der erste und bislang einzige (Stand: Juli 2008) Junior, der die 200 Meter in unter 20 Sekunden zurücklegen konnte, als er mit 19,93 s den bis heute gültigen Weltrekord für Junioren aufstellte. Vergleichsweise enttäuschend verliefen für ihn hingegen die Olympischen Spiele 2004 in Athen, bei denen er, von einer im vorherigen Saisonverlauf zugezogenen Wadenverletzung behindert, im Vorlauf ausschied.
2005 erreichte Bolt bei den Weltmeisterschaften in Helsinki erstmals den Endlauf einer großen Meisterschaft, in dessen Verlauf er sich jedoch verletzte und als letzter ins Ziel humpelte. Seine Bestzeit verbesserte er 2006 wieder, als er beim Athletissima-Meeting in Lausanne mit 19,88 s nur 0,02 Sekunden über dem Landesrekord von Donald Quarrie blieb.
Diesen konnte Bolt schließlich 2007 brechen, als er bei den Landesmeisterschaften 19,75 s lief. Außerdem machte jene Zeit ihn zum weltweit drittschnellsten Läufer des Jahres nach Tyson Gay und Walter Dix. Mit 10,03 s bzw. 45,28 s zeigte Bolt 2007 auch über 100 und 400 Meter aufsteigendes Niveau.
Im Finale den Weltmeisterschaften 2007 in Ōsaka über 200 Meter gelang ihm dann sein bis dahin größter Erfolg in seiner noch jungen Karriere: Hinter dem überragenden Sprinter dieser Weltmeisterschaft Tyson Gay konnte er sich die Silbermedaille in einer Zeit von 19,91 s sichern. Zwei Tage später gewann Bolt mit der 4-mal-100-Meter-Staffel, die dabei einen Landesrekord aufstellte, wiederum die Silbermedaille.
[Bearbeiten] 2008
Am 3. Mai 2008 erzielte Bolt über die 100-Meter-Distanz eine Zeit von 9,76 s, die nicht nur Weltjahresbestleistung bedeutete, sondern die zweitschnellste jemals gelaufene Zeit über diese Strecke unter regulären Windbedingungen war. Er steigerte seine eigene Bestleistung damit gleich um 0,27 Sekunden.
Beim Reebok Grand Prix in New York City am 31. Mai 2008, wo es über 100 Meter zu einem Aufeinandertreffen von Bolt und dem Weltmeister Tyson Gay kam, verbesserte er den bis dahin bestehenden Weltrekord seines Landsmannes Asafa Powell um zwei Hundertstelsekunden. Er lief bei regulärem Rückenwind von 1,7 Meter pro Sekunde eine Zeit von 9,72 s.[2]
Am 16. August 2008 verbesserte Usain Bolt bei den Olympischen Sommerspielen in Peking mit 9,69 s seinen eigenen Weltrekord im Finale des 100-Meter-Laufs. Dabei erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 43,9 km/h.[3] Damit gewann er als erster Jamaikaner Olympia-Gold über die Sprintdistanz (weitere gebürtige jamaikanische Olympiasieger in dieser Disziplin sind für andere Länder gestartet, wie der später disqualifizierte Sieger von 1988, Ben Johnson und der Sieger von Atlanta 1996 Donovan Bailey, für Kanada, sowie der Sieger von Barcelona 1992, Linford Christie, für Großbritannien). Rund zwanzig Meter vor der Ziellinie drosselte Bolt das Tempo und breitete jubelnd die Arme aus, womit er eine noch bessere Zeit (der Astrophysiker Hans Eriksen und Kollegen ermittelten später mögliche 9,55 s)[4] vergab, zumal sich sein Schnürsenkel geöffnet hatte und somit über weite Teile der Strecke sein Schuh auch noch offen gewesen war.[5] Über die 200 Meter blieb er am 20. August 2008 in 19,30 s zwei Hundertstel unter dem zwölf Jahre alten Weltrekord von Michael Johnson. Bemerkenswert an diesem Lauf war, dass Bolt die Zeit bei 0,9 Meter pro Sekunde Gegenwind lief. Er ist der erste Athlet seit Carl Lewis, dem der Sieg sowohl über 100 als auch über 200 Meter gelang.[6] Am 22. August 2008 gewann er in der 4-mal-100-Meter-Staffel seine dritte Goldmedaille. Bolt stellte in diesem Lauf mit der jamaikanischen Staffel seinen dritten Weltrekord während der Olympischen Spiele auf.
[Bearbeiten] 2009
Bei den Weltmeisterschaften in Berlin gewann Bolt am 16. August 2009 über 100 m die Goldmedaille und verbesserte bei diesem Lauf seinen eigenen Weltrekord auf 9,58 s.[7] Dabei erreichte Bolt zwischen der 60- und 80-Meter-Marke die höchste Geschwindigkeit von 44,72 km/h. Seine Reaktionszeit lag bei 0,146 Sekunden, 0,027 Sekunden langsamer als der Schnellste, Richard Thompson.[8] Beim 200-Meter-Lauf in Berlin gewann er Gold mit einem neuen Weltrekord von 19,19 s,[9] seine Reaktionszeit von 0,133 Sekunden war die Schnellste aller Teilnehmer.[10] Zudem holte er in Berlin auch mit der jamaikanischen 4-mal-100-Meter-Staffel Gold, aber stellte nicht wie zuletzt in Peking auch in dieser Disziplin einen neuen Weltrekord auf.
[Bearbeiten] 2011
Am 8. Juli 2011 gewann er die 200-Meter des 8. Diamond-League Meetings in Paris. Er erreichte das Ziel in einer Zeit von 20,03 s und siegte damit vor Christophe Lemaitre. [11]
Am 22. Juli lief er zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder die 100-Meter bei dem Diamond-League Meeting in Monaco. Er gewann es bei einem Rückenwind von 1,0 m/s in 9,88 s, stellte dabei für sich neue Saisonbestleistung auf, verpasste es aber, die Weltjahresbestleistung von Asafa Powell zu brechen. Zweiter wurde Nesta Carter mit 9,90 s und Dritter der Amerikaner Michael Rodgers. [12]
Bei den Weltmeisterschaften im selben Jahr in Daegu gelangte er als der Favorit ins 100-Meter-Finale, wo er jedoch nach einem Fehlstart disqualifiziert wurde. Weltmeister wurde sein Landsmann Yohan Blake. Über die 200 Meter gewann Bolt in einer Zeit von 19,40 s die Goldmedaille. Eine zweite Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften gewann Bolt einen Tag später zusammen mit Nesta Carter, Michael Frater und Yohan Blake im 4-mal-100-Meter-Staffelwettbewerb. Die jamaikanische Staffelmannschaft stellte dabei mit einer Zeit von 37,04 s einen neuen Weltrekord auf.
Bei dem Memorial Van Damme in Brüssel schaffte es Bolt, die Weltjahresbestzeit von Powell noch zu brechen, und kam nach 9,76 s bei 1,3 m/s Rückenwind vor Nesta Carter ins Ziel.
[Bearbeiten] 2012
Schon im Januar sagte Bolt für die beiden Diamond League Meetings in Oslo und Rom zu. Er wird dort über die 100-Meter-Distanz starten.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
2008, 2009 und 2011 wurde Usain Bolt von der IAAF jeweils zum Leichtathleten des Jahres gekürt.[13][14] Am 10. Juni 2009 und am 10. März 2010 erhielt Bolt jeweils den Laureus World Sports Award als Weltsportler des Jahres.
Ebenfalls in den Jahren 2008 und 2009 wurde er von der französischen Sportzeitung L’Équipe zum internationalen „Champion des champions“ gewählt.
2009 wurde er mit dem Order of Jamaica ausgezeichnet, dem vierthöchsten Orden Jamaikas.[15] 2011 wurde Bolt von der Universität der Westindischen Inseln mit dem Ehrendoktor ausgezeichnet.[16]
[Bearbeiten] Statistiken
Anmerkungen: Zeitangaben in Sekunden (s), Winddaten in Meter pro Sekunde (m/s)


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[Bearbeiten] Weblinks
- Athletenporträt von Usain Bolt bei der IAAF (englisch)
- Website von Usain Bolt
- Porträt bei nbcolympics.com (englisch)
- Porträt bei IAAF – Focus on Athletes, 20. September 2006 (englisch; aktualisiert am 20. August 2007)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Profile. In: usainbolt.com. Abgerufen am 6. September 2011 (englisch).
- ↑ Jamaikaner Bolt lief neuen 100-Meter-Weltrekord. In: Die Presse. 1. Juni 2008
- ↑ Bolt's 9.69s. Analysis of speed during the world record. How fast did Bolt run? auf Science of Sport, 17. August 2008
- ↑ James Randerson: How 'Lightning' Bolt cost himself 0.14 seconds. In: The Guardian. 11. September 2008, S. 7
- ↑ Jens Weinreich: 100-Meter-Sieg: „Mit angezogener Handbremse“ bei Spiegel-Online.de 16. August 2008
- ↑ Bolts zweiter Fabelweltrekord. 20. August 2008
- ↑ Bolt holt Gold und Weltrekord auf Spiegel-Online. Abgerufen am 16. August 2009.
- ↑ Analysis of Bolt's 9.58 World Record auf Science of Sport, 17. August 2009
- ↑ Bolt triumphiert mit Fabelzeit über 200 Meter Spiegel online vom 20. August 2009
- ↑ 200 Meter Finale, Resultate berlin.iaaf.org, abgerufen am 21. August 2009
- ↑ http://www.diamondleague-paris.com/en/News/NewsArticles/Usain-Bolt-crowns-the-event/?Template=News
- ↑ http://www.diamondleague.com/en/News/NewsArticles/Monaco-Wrap-Up-With-near-World-record-run-Kipruto-steals-the-show/?Template=News
- ↑ Issinbajewa und Bolt geehrt. 24. November 2008
- ↑ http://www.zeit.de/news/2011-11/12/leichtathletik-bolt-und-pearson-welt-leichtathleten-des-jahres-12192603
- ↑ World's fastest man Bolt gets Order of Jamaica, Canadian Press vom 19. Oktober 2009. Abgerufen am 12. Oktober 2011.
- ↑ http://www.focus.de/sport/mehrsport/leichtathletik-international-usain-bolt-schnellster-doktor-der-welt_aid_681210.html
1983: Carl Lewis | 1987: Carl Lewis | 1991: Carl Lewis | 1993: Linford Christie | 1995: Donovan Bailey | 1997: Maurice Greene | 1999: Maurice Greene | 2001: Maurice Greene | 2003: Kim Collins | 2005: Justin Gatlin | 2007: Tyson Gay | 2009: Usain Bolt | 2011: Yohan Blake
1983: Calvin Smith | 1987: Calvin Smith | 1991: Michael Johnson | 1993: Frank Fredericks | 1995: Michael Johnson | 1997: Ato Boldon | 1999: Maurice Greene | 2001: Konstantinos Kenteris | 2003: John Capel | 2005: Justin Gatlin | 2007: Tyson Gay | 2009: Usain Bolt | 2011: Usain Bolt
1896: Thomas Burke | 1900: Frank Jarvis | 1904: Archie Hahn | Zwischenspiele 1906: Archie Hahn | 1908: Reggie Walker | 1912: Ralph Craig | 1920: Charles Paddock | 1924: Harold Abrahams | 1928: Percy Williams | 1932: Eddie Tolan | 1936: Jesse Owens | 1948: Harrison Dillard | 1952: Lindy Remigino | 1956: Bobby Morrow | 1960: Armin Hary | 1964: Bob Hayes | 1968: Jim Hines | 1972: Walerij Borsow | 1976: Hasely Crawford | 1980: Allan Wells | 1984: Carl Lewis | 1988: Carl Lewis | 1992: Linford Christie | 1996: Donovan Bailey | 2000: Maurice Greene | 2004: Justin Gatlin | 2008: Usain Bolt
1900: Walter Tewksbury | 1904: Archie Hahn | 1908: Robert Kerr | 1912: Ralph Craig | 1920: Allen Woodring | 1924: Jackson Scholz | 1928: Percy Williams | 1932: Eddie Tolan | 1936: Jesse Owens | 1948: Mel Patton | 1952: Andy Stanfield | 1956: Bobby Morrow | 1960: Livio Berruti | 1964: Henry Carr | 1968: Tommie Smith | 1972: Walerij Borsow | 1976: Donald Quarrie | 1980: Pietro Mennea | 1984: Carl Lewis | 1988: Joe DeLoach | 1992: Michael Marsh | 1996: Michael Johnson | 2000: Konstantinos Kenteris | 2004: Shawn Crawford | 2008: Usain Bolt
1912: David Jacobs, Henry Macintosh, Victor d’Arcy, Willie Applegarth | 1920: Charles Paddock, Jackson Scholz, Loren Murchison, Morris Kirksey | 1924: Frank Hussey, Louis Clarke, Loren Murchison, Al LeConey | 1928: Frank Wykoff, James Quinn, Charles Borah, Henry Russell | 1932: Bob Kiesel, Emmett Toppino, Hector Dyer, Frank Wykoff | 1936: Jesse Owens, Ralph Metcalfe, Foy Draper, Frank Wykoff | 1948: Barney Ewell, Lorenzo Wright, Harrison Dillard, Mel Patton | 1952: Dean Smith, Harrison Dillard, Lindy Remigino, Andy Stanfield | 1956: Thane Baker, Leamon King, Bobby Morrow, Ira Murchison | 1960: Bernd Cullmann, Armin Hary, Walter Mahlendorf, Martin Lauer | 1964: Paul Drayton, Gerry Ashworth, Richard Stebbins, Bob Hayes | 1968: Charles Greene, Mel Pender, Ronnie Ray Smith, Jim Hines | 1972: Larry Black, Robert Taylor, Gerald Tinker, Eddie Hart | 1976: Harvey Glance, Johnny Jones, Millard Hampton, Steve Riddick | 1980: Wladimir Murawjow, Nikolai Sidorow, Alexander Aksinin, Andrei Prokofjew | 1984: Sam Graddy, Ron Brown, Calvin Smith, Carl Lewis | 1988: Wiktor Bryshin, Wladimir Krylow, Wladimir Murawjow, Witali Sawin | 1992: Carl Lewis, Dennis Mitchell, Leroy Burrell, Michael Marsh | 1996: Robert Esmie, Glenroy Gilbert, Bruny Surin, Donovan Bailey | 2000: Jon Drummond, Bernard Williams, Brian Lewis, Maurice Greene | 2004: Jason Gardener, Darren Campbell, Marlon Devonish, Mark Lewis-Francis | 2008: Nesta Carter, Michael Frater, Usain Bolt, Asafa Powell
2000, 2001 Tiger Woods | 2002, 2004 Michael Schumacher | 2003 Lance Armstrong | 2005, 2006, 2007, 2008 Roger Federer | 2009, 2010 Usain Bolt | 2011 Rafael Nadal | 2012 Novak Đoković
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bolt, Usain |
| KURZBESCHREIBUNG | jamaikanischer Sprinter |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1986 |
| GEBURTSORT | Trelawny Parish, Jamaika |