Usain Bolt

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Usain Bolt Leichtathletik
Usain Bolt smiling Berlin 2009.JPG

Usain Bolt bei den Weltmeisterschaften in Berlin 2009

Voller Name Usain St. Leo Bolt
Nation JamaikaJamaika Jamaika
Geburtstag 21. August 1986
Geburtsort Sherwood Content
Größe 195 cm
Gewicht 95 kg
Karriere
Disziplin 100 m, 200 m, 4 × 100 m
Verein Racers Track Club
Trainer Glenn Mills
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 6 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Medaillen WM 5 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Medaillen Junioren-WM 1 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold 2008 Peking 100 m
Gold 2008 Peking 200 m
Gold 2008 Peking 4 × 100 m
Gold 2012 London 100 m
Gold 2012 London 200 m
Gold 2012 London 4 × 100 m
IAAF.svg Weltmeisterschaften
Silber 2007 Osaka 200 m
Silber 2007 Osaka 4 × 100 m
Gold 2009 Berlin 100 m
Gold 2009 Berlin 200 m
Gold 2009 Berlin 4 × 100 m
Gold 2011 Daegu 200 m
Gold 2011 Daegu 4 × 100 m
IAAF.svg Juniorenweltmeisterschaften
Gold 2002 Kingston 200 m
Silber 2002 Kingston 4 × 100 m
Silber 2002 Kingston 4 × 400 m
IAAF.svg Jugendweltmeisterschaften
Gold 2003 Sherbrooke 200 m
Zentralamerika- und Karibikmeisterschaften
Gold 2005 Nassau 200 m
letzte Änderung: 11. August 2012

Usain St. Leo Bolt (* 21. August 1986 in Sherwood Content, Jamaika) ist ein jamaikanischer Sprinter, sechsfacher Olympiasieger und Weltrekordhalter in der 4-mal-100-Meter-Staffel, im 100- und im 200-Meter-Lauf. Bei einer aktuellen Weltrekordzeit von 9,58 Sekunden, aufgestellt am 16. August 2009 im Finale der Leichtathletik-WM in Berlin, ist er der bislang einzige Mensch, der die 100 Meter in weniger als 9,6 Sekunden lief. Bolt lief mit 9,63 Sekunden im 100-Meter-Finale der Olympischen Spiele in London am 5. August 2012 auch die zweitschnellste jemals über diese Strecke erreichte Zeit.[1]

Inhaltsverzeichnis

Karriere [Bearbeiten]

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Bolt 2002, als er im Alter von nur 15 Jahren vor heimischem Publikum in Kingston Juniorenweltmeister über 200 Meter wurde. Nachdem er 2003 Jugendweltmeister geworden war, stellte er eine Woche später den Junioren-Weltrekord auf. Im folgenden Jahr wurde Bolt schließlich der erste und bislang einzige Junior (Stand: April 2012), der die 200 Meter in unter 20 Sekunden zurücklegen konnte, als er mit 19,93 s den bis heute gültigen Weltrekord für Junioren aufstellte. Vergleichsweise enttäuschend verliefen für ihn hingegen die Olympischen Spiele 2004 in Athen, bei denen er, von einer im vorherigen Saisonverlauf zugezogenen Wadenverletzung behindert, im Vorlauf ausschied.

2005 erreichte Bolt bei den Weltmeisterschaften in Helsinki erstmals den Endlauf einer großen Meisterschaft, in dessen Verlauf er sich jedoch verletzte und als Letzter ins Ziel humpelte. Seine Bestzeit verbesserte er 2006 wieder, als er beim Athletissima-Meeting in Lausanne mit 19,88 s nur 0,02 Sekunden über dem Landesrekord von Donald Quarrie blieb.

Diesen konnte Bolt schließlich 2007 brechen, als er bei den Landesmeisterschaften 19,75 s lief. Außerdem machte jene Zeit ihn zum weltweit drittschnellsten Läufer des Jahres nach Tyson Gay und Walter Dix. Mit 10,03 s bzw. 45,28 s zeigte Bolt 2007 auch über 100 und 400 Meter aufsteigendes Niveau.

Im Finale der Weltmeisterschaften 2007 in Osaka über 200 Meter gelang ihm dann sein bis dahin größter Erfolg in seiner noch jungen Karriere: Hinter dem überragenden Sprinter dieser Weltmeisterschaft Tyson Gay konnte er sich die Silbermedaille in einer Zeit von 19,91 s sichern. Zwei Tage später gewann Bolt mit der 4-mal-100-Meter-Staffel, die dabei einen Landesrekord aufstellte, wiederum die Silbermedaille.

2008 [Bearbeiten]

Usain Bolt feiert seinen Olympiasieg im 100-Meter-Lauf (2008)

Am 3. Mai 2008 erzielte Bolt über die 100-Meter-Distanz eine Zeit von 9,76 s, die nicht nur Weltjahresbestleistung bedeutete, sondern die zweitschnellste jemals gelaufene Zeit über diese Strecke unter regulären Windbedingungen war. Er steigerte seine eigene Bestleistung damit gleich um 0,27 Sekunden.

Beim Reebok Grand Prix in New York City am 31. Mai 2008, bei dem es über 100 Meter zu einem Aufeinandertreffen von Bolt und dem Weltmeister Tyson Gay kam, verbesserte er den bis dahin bestehenden Weltrekord seines Landsmannes Asafa Powell um zwei Hundertstelsekunden. Er lief bei regulärem Rückenwind von 1,7 Meter pro Sekunde eine Zeit von 9,72 s.[2]

Am 16. August 2008 verbesserte Usain Bolt bei den Olympischen Spielen in Peking mit 9,69 s seinen eigenen Weltrekord im Finale des 100-Meter-Laufs. Dabei erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 43,9 km/h.[3] Damit gewann er als erster Jamaikaner Olympia-Gold über diese Strecke. Weitere gebürtige jamaikanische Olympiasieger in dieser Disziplin starteten für andere Länder, wie der später disqualifizierte Sieger von 1988 Ben Johnson und der Sieger von Atlanta 1996 Donovan Bailey für Kanada, und der Sieger von Barcelona 1992 Linford Christie für Großbritannien. Über 200 Meter waren bereits Donald Quarrie 1976 in Montreal und über 400 Meter Arthur Wint 1948 in London siegreich gewesen. Rund zwanzig Meter vor der Ziellinie drosselte Bolt das Tempo und breitete jubelnd die Arme aus, womit er eine noch bessere Zeit vergab (der Astrophysiker Hans Eriksen und Kollegen ermittelten später mögliche 9,55 s),[4] zumal sich sein Schnürsenkel geöffnet hatte und somit über weite Teile der Strecke sein Schuh auch noch offen war.[5] Da die Zeit von 9,69 s bei Windstille erzielt wurde, ist die Leistung nahezu gleichwertig mit den bei 0,9 m/s Rückenwind gelaufenen 9,58 in Berlin ein Jahr später.[6] Über die 200 Meter blieb er am 20. August 2008 in 19,30 s zwei Hundertstel unter dem zwölf Jahre alten Weltrekord von Michael Johnson. Bemerkenswert an diesem Lauf war, dass Bolt die Zeit bei 0,9 Meter pro Sekunde Gegenwind lief. Er ist der erste Athlet seit Carl Lewis, dem der Sieg sowohl über 100 als auch über 200 Meter gelang.[7] Am 22. August 2008 gewann er in der 4-mal-100-Meter-Staffel seine dritte Goldmedaille. Bolt stellte in diesem Lauf mit der jamaikanischen Staffel seinen dritten Weltrekord während der Olympischen Spiele auf.

2009 [Bearbeiten]

Bei den Weltmeisterschaften in Berlin gewann Bolt am 16. August 2009 über 100 m die Goldmedaille und verbesserte bei diesem Lauf seinen eigenen Weltrekord auf 9,58 s.[8] Dabei erreichte Bolt zwischen der 60- und 80-Meter-Marke die höchste Geschwindigkeit von 44,72 km/h. Seine Reaktionszeit lag bei 0,146 Sekunden, 0,027 Sekunden langsamer als der Schnellste, Richard Thompson.[9]

Platz Läufer RZ 20 m 40 m 60 m 80 m 100 m Max. Geschw. Abschnitt
1 Usain Bolt 0,146 2,89 4,64 6,31 7,92 9,58 70–80 m
2 Tyson Gay 0,144 2,92 4,70 6,39 8,02 9,71 70–80 m
3 Asafa Powell 0,134 2,91 4,71 6,42 8,10 9,84 60–70 m

Beim 200-Meter-Lauf in Berlin gewann er Gold mit einem neuen Weltrekord von 19,19 s,[10] seine Reaktionszeit von 0,133 Sekunden war die schnellste aller Teilnehmer.[11] Zudem holte er in Berlin auch mit der jamaikanischen 4-mal-100-Meter-Staffel Gold, aber stellte nicht wie zuletzt in Peking auch in dieser Disziplin einen neuen Weltrekord auf.

2011 [Bearbeiten]

Am 8. Juli 2011 gewann er die 200-Meter des 8. Diamond-League Meetings in Paris. Er erreichte das Ziel in einer Zeit von 20,03 s und siegte damit vor Christophe Lemaitre.[12]

Am 22. Juli lief er zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder die 100 Meter bei dem Diamond-League Meeting in Monaco. Er gewann es bei einem Rückenwind von 1,0 m/s in 9,88 s, stellte dabei für sich neue Saisonbestleistung auf, verpasste es aber, die Weltjahresbestleistung von Asafa Powell zu brechen. Zweiter wurde Nesta Carter mit 9,90 s und Dritter der US-Amerikaner Michael Rodgers.[13]

Bei den Weltmeisterschaften im selben Jahr in Daegu gelangte er als der Favorit ins 100-Meter-Finale, wo er jedoch nach einem Fehlstart disqualifiziert wurde. Weltmeister wurde sein Landsmann Yohan Blake. Über die 200 Meter gewann Bolt in einer Zeit von 19,40 s die Goldmedaille. Eine zweite Goldmedaille bei diesen Weltmeisterschaften gewann Bolt einen Tag später zusammen mit Nesta Carter, Michael Frater und Yohan Blake im 4-mal-100-Meter-Staffelwettbewerb. Die jamaikanische Staffelmannschaft stellte dabei mit einer Zeit von 37,04 s einen neuen Weltrekord auf.

Bei dem Memorial Van Damme in Brüssel schaffte es Bolt, die Weltjahresbestzeit von Powell noch zu brechen, und kam nach 9,76 s bei 1,3 m/s Rückenwind vor Nesta Carter ins Ziel.

Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2012

2012 [Bearbeiten]

Schon im Januar sagte Bolt für die beiden Diamond League Meetings in Oslo und Rom für die 100-Meter-Distanz zu. Seinen ersten Einzelstart legte er über die 100 Meter in Kingston hin. Dort gewann er vor Michael Frater mit der bis dato schnellsten Zeit des Jahres: 9,82 s. Nach seinem schnellsten Saisonstart aller Zeiten allerdings zeigte er sich in Ostrau ratlos: Mit 10,04  s gewann er das Rennen zwar, gab sich aber enttäuscht und nicht in Olympia-Form. Am 31. Mai hingegen schien er unbeeindruckt davon und lief in Rom die 100 Meter in der Weltjahresbestzeit von 9,76 s. Er siegte vor Powell, der 9,91 s bis ins Ziel brauchte. Auch am 7. Juni in Oslo kam er vor Powell auf den ersten Platz, wenn auch mit weniger Vorsprung: Bolt kam nach 9,79 s ins Ziel, sein Landsmann nach 9,85 s.

Am 29. Juni kassierte er bei den Jamaican 'Trials seine erste Niederlage seit zwei Jahren. Nach einem schwachen Start konnte er zwar noch Powell überholen, aber sein Trainingspartner Blake lief mit 9,75 s auf den ersten Platz.[14] Zwei Tage später musste er sich über die 200-Meter-Distanz abermals Blake geschlagen geben. Mit 19,83 s kam er nur drei Hundertstelsekunden hinter ihm ins Ziel. Nach den Trials klagte er Bolt über Rückenprobleme und sagte die Teilnahme am Herculis in Monaco ab, versicherte aber gleichzeitig, dass die Olympiateilnahme nicht gefährdet sei.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London lief er das Finale über 100 Meter in 9,63 s (Olympiarekord) und gewann damit erneut Gold. Der Jamaikaner setzte sich nach gutem Start 40 Meter vor dem Ziel entscheidend ab und blieb zwölf Hundertstelsekunden vor seinem Kontrahenten Yohan Blake.[15] Im Finale über 200 Meter sicherte er sich mit 19,32 s ebenfalls vor Blake die Goldmedaille. Damit ist Bolt der erste Sprinter, dem die Verteidigung des Doubles aus 100- und 200-Meter-Sprint bei Olympischen Spielen gelang. Die dritte Goldmedaille gewann er in der 4-mal-100-Meter-Staffel zusammen mit Frater, Carter und Blake mit neuer Weltrekordzeit von 36,84 Sekunden.

Am 23. August brach er mit 19,58 s beim Athletissima in Lausanne den Meetingrekord, den er selbst vor drei Jahren aufgestellt hatte. Er siegte bei seinem ersten Diamond League-Start der Saison über 200 Meter vor Churandy Martina und Nickel Ashmeade. Eine Woche darauf stellte er auch bei der Weltklasse Zürich einen neuen Meetingrekord auf: Bei Regen kam er mit 19,66 s vor seinen Landsmännern Ashmeade und Jason Young ins Ziel. Am 7. September gewann er das Saisonfinale über 100 Meter beim Memorial Van Damme in 9,86 s und sicherte sich mit 16 Punkten den Sieg in der Gesamtwertung der Diamond League.

2013 [Bearbeiten]

In die neue Saison startete er mit seinem ersten 400-Meter-Lauf seit drei Jahren. Bei den Camperdown Classics in Kingston gewann er seinen Zeitlauf in 46,71 s, was zwar weit über seiner Bestzeit von 2007 lag, insgesamt trotzdem zum dritten Platz reichte.[16] Einen zweiten 400-Meter-Lauf absolvierte er am 23. März ebenfalls in Kingston, diesmal kam er nach 46,44 s ins Ziel.[17] Am 31. März trat er in Rio de Janeiro auf einem extra für dieses Rennen verlegten Belag über die 150-Meter-Distanz an. Er hatte zuvor angekündigt die Weltbestzeit von 14,35 s, die er 2009 in Manchester aufgestellt hatte, brechen zu wollen.[18] Vor 3000 Zuschauern, die sich am Strand von Copacabana versammelt hatten, verpasste er mit 14,42 s diese Zeit jedoch knapp.[19] Nachdem er wegen einer Oberschenkleverletzung das Jamaica Invitational hatte absagen müssen, gewann er am 8. Mai ein Rennen auf den Kaiman-Inseln. Die Zeit von 10,09 s und die Tatsache, dass er erst nach einem Foto-Finish vor Kemar Bailey-Cole zum Sieger gekürt wurde, machten es allerdings zu einem für ihn schwachen Saisonstart über 100 Meter.[20]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Usain Bolt Asafa Powell Maurice Greene (Leichtathlet) Donovan Bailey Leroy Burrell Carl Lewis Calvin Smith Jim Hines

2008, 2009, 2011 und 2012 wurde Usain Bolt von der IAAF jeweils zum Leichtathleten des Jahres gekürt.[21][22][23] 2009, 2010 und 2013 erhielt Bolt jeweils den Laureus World Sports Award als Weltsportler des Jahres.

Ebenfalls in den Jahren 2008, 2009 und 2012 wurde er von der französischen Sportzeitung L’Équipe zum internationalen „Champion des champions“ gewählt.

2009 wurde er mit dem Order of Jamaica ausgezeichnet, dem vierthöchsten Orden Jamaikas.[24] 2011 wurde Bolt von der Universität der Westindischen Inseln mit dem Ehrendoktor ausgezeichnet.[25] Ferner wurde er 2008, 2009, 2011 und 2012 zu Jamaikas Sportler der Jahres gewählt.

Laufstil [Bearbeiten]

Seine Größe von 1,95 m wirkt sich auf seinen Laufstil in vielerlei Hinsicht aus. Einerseits führt sie zu einer langsamen Startphase, da er mehr Masse bewegen muss. Zusätzlich fällt er manchmal durch fast schon nachlässig wirkende Reaktionszeiten wie 2012 in Ostrau mit 0,180 s auf. So liegt zu Beginn seiner Rennen oft ein anderer Sprinter vorne, während er erst später die Führung übernimmt. Andererseits kommt er mit seinen langen Beinen, die 110 cm von der Sohle bis zur Hüfte messen,[26] auf Schritte von bis zu 2,95 m Länge. Seine durchschnittliche Schrittlänge liegt bei 2,43 m, so schafft er es schneller zu sein als Sprinter wie Tyson Gay oder Yohan Blake, deren Vorteil eine höhere Schrittfrequenz ist. Bei seinen Siegen in Peking, Berlin und London benötigte er jeweils 41 Schritte um ins Ziel zu kommen. Sein Konkurrent Blake bei den Olympischen Spielen 2012 brauchte zwar 46 Schritte mit einer Durchschnittslänge von nur 2,17 m, allerdings bei einer Frequenz von 4,72 Schritten pro Sekunde, Bolt reichten aufgrund seiner längeren Schritte nur 4,28 zum Sieg.[27] Auffällig ist außerdem, dass er bei der Start- und Fertigposition seine Arme eng am Körper hält.

Selbstinszenierung und Attraktion [Bearbeiten]

Usain Bolt bei seiner „Marken-Pose“ in Rom 2011

Usain Bolt ist des Weiteren für seine Inszenierung vor dem Start und nach seinen Siegen bekannt. Als berühmteste Pose gilt die je nach Interpretation als „Bogenschütze“[28] oder „Sterndeuter“[29] ausgelegte Bewegung. Weitere Showeinlagen waren zum Beispiel die Liegestützen nach seinem 200-Meter-Sieg in London oder diverse Tänze und pantomimische Darstellungen. Nachdem er seine Füße in die Startblöcke gestellt hat, bekreuzigt er sich außerdem stets und auch ein Fingerzeig zum Himmel gehört zum festen Ritual. Bei den Olympischen Spielen 2008 sorgte er für Aufregung, als er im 100-Meter-Finale schon nach 80 Metern das Tempo verlangsamte, sich umdrehte um sich dann mit der Hand auf die Brust zu klopfen. Zudem hatten sich seine Schnürsenkel geöffnet und sein Schuh war somit über weite Teile der Strecke offen. Aufgrund seiner Jubelpose während des Rennens mahnte ihn der Präsident des IOC Jacques Rogge zu mehr Respekt für seine Gegner.[30]

Nach seinen ersten Erfolgen 2002 erhielt Bolt von der Presse den Spitznamen „Lightning Bolt“ (deutsch: Blitzschlag).

I’m now a legend. I’m also the greatest athlete to live.

Ich bin jetzt eine Legende. Ich bin außerdem auch der größte noch lebende Athlet.

Usain Bolt, nach seinem 200-Meter-Sieg bei den Olympischen Spielen 2012[31]

Der Präsident des IOC Rogge reagierte auf Bolts Äußerung und sagte, dass Bolt noch keine Legende sei und diesen Titel bis zu seinem Karriereende auch nicht verdiene, lenkte aber später ein und nannte ihn den besten Sprinter aller Zeiten.

Bolt gilt außerdem als die größte Attraktion der Leichtathletik. So ist er zum Beispiel als Titelgesicht für zahlreiche Wettkämpfe oder auch als Werbepartner (Vista, Puma) beliebt. Seine Rolle als Publikumsmagnet bestätigten auch die Veranstalter von diversen Meetings. So meinte der Veranstalter des Athletissima in Lausanne, dass Bolt bei großen Wettkämpfen wie in Rom oder Paris um die 10.000 zusätzliche Zuschauer anlocke. Deswegen sind die Organisatoren von Einladungsturnieren auch bereit einen Großteil des Athleten-Budgets für Bolt auszugeben, wie bei dem Athletissima 2012, wo er rund 300.000 Schweizer Franken (umgerechnet circa 250.000 Euro) als Startgeld erhielt, bei einem Gesamtbudget von einer Million.[32] 2012 listete das Magazin Forbes ihn auf Rang 63 der meistverdienenden Sportler und damit auf Platz 1 der Leichtathleten. Auffällig dabei ist, dass lediglich 300.000 $ von insgesamt 20,3 Mio. $ aus Preisgeldern stammen und der Rest von Startgeldern, Sponsoren und aus Werbeverträgen. Bolts Ausrüster Puma zahlt jährlich 9 Mio. $ für den Werbevertrag mit ihm.[33]

Statistiken [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Usain Bolt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Zu gut für diese Welt, Spiegel Online vom 6. August 2012 (abgerufen am 6. August 2012).
  2. Jamaikaner Bolt lief neuen 100-Meter-Weltrekord. In: Die Presse. 1. Juni 2008
  3. Bolt's 9.69s. Analysis of speed during the world record. How fast did Bolt run? auf Science of Sport, 17. August 2008
  4. James Randerson: How 'Lightning' Bolt cost himself 0.14 seconds. In: The Guardian. 11. September 2008, S. 7
  5. Jens Weinreich: 100-Meter-Sieg: „Mit angezogener Handbremse“ bei Spiegel-Online.de 16. August 2008
  6. vgl. Maths and Sports: How Fast Can Usain Bolt Run?- Professor John D. Barrow: http://www.youtube.com/watch?v=1KF432zVWDQ&t=2310 bei 38:10
  7. Bolts zweiter Fabelweltrekord. 20. August 2008
  8. Bolt holt Gold und Weltrekord auf Spiegel-Online. Abgerufen am 16. August 2009.
  9. Analysis of Bolt's 9.58 World Record auf Science of Sport, 17. August 2009
  10. Bolt triumphiert mit Fabelzeit über 200 Meter Spiegel online vom 20. August 2009
  11. 200 Meter Finale, Resultate berlin.iaaf.org, abgerufen am 21. August 2009
  12. http://www.diamondleague-paris.com/en/News/NewsArticles/Usain-Bolt-crowns-the-event/?Template=News
  13. http://www.diamondleague.com/en/News/NewsArticles/Monaco-Wrap-Up-With-near-World-record-run-Kipruto-steals-the-show/?Template=News
  14. http://www.spiegel.de/sport/sonst/yohan-blake-schlaegt-usain-bolt-ueber-100-meter-bei-den-jamaican-trials-a-841829.html
  15. http://www.hdsports.at/index.php?option=com_content&view=article&id=5910:olympia-58-bolt-triumphiert-mit-olympiarekord&catid=159:leichtathletik&Itemid=991
  16. http://www.iaaf.org/news/report/bolt-and-blake-open-their-seasons-over-400m-i
  17. bangkokpost.com: Sprint king Bolt beaten over 400m 24. März 2013
  18. handelsblatt.comBolt peilt an der Copacabana 150-m-Weltrekord an 29. März 2013
  19. handelsblatt.com: Bolt verpasst 150-m-Weltrekord an der Copacabana 31. März 2013
  20. handelsblatt.com: 10,09 Sekunden: Schwacher Einstand für Usain Bolt; 9. Mai 2013
  21. Issinbajewa und Bolt geehrt. 24. November 2008
  22. http://www.zeit.de/news/2011-11/12/leichtathletik-bolt-und-pearson-welt-leichtathleten-des-jahres-12192603
  23. Felix und Bolt geehrt
  24. World's fastest man Bolt gets Order of Jamaica, Canadian Press vom 19. Oktober 2009. Abgerufen am 12. Oktober 2011.
  25. http://www.focus.de/sport/mehrsport/leichtathletik-international-usain-bolt-schnellster-doktor-der-welt_aid_681210.html
  26. http://diepresse.com/home/sport/olympia/1276117/Usain-Bolt_Die-Magie-der-41-Schritte
  27. http://www.zeit.de/sport/2012-08/olympia-sprint-bolt
  28. http://www.faz.net/themenarchiv/2.1114/leichtathletik-beste-gruesse-aus-rom-an-mister-bolt-1826870.html
  29. http://www.sueddeutsche.de/sport/sprinter-yohan-blake-fordert-usain-bolt-wenn-erfahrung-und-showtalent-fehlen-1.1431754
  30. http://www.tagesspiegel.de/sport/ioc-praesident-rogge-kritisiert-bolt-fuer-uebertriebenen-jubel/1307210.html
  31. http://www.independent.co.uk/sport/olympics/athletics/i-am-the-greatest-athlete-to-live-boasts-usain-bolt-after-200-metres-victory-8027332.html
  32. http://sport.t-online.de/ohne-usain-bolt-geht-nichts-in-der-leichtathletik-/id_58980356/index
  33. http://www.forbes.com/pictures/mli45igdi/63-usain-bolt/#gallerycontent