Uschi Glas

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Uschi Glas bei einer Fern­seh­auf­zeich­nung Lafer! Lichter! Lecker!

Uschi Glas (* 2. März 1944 in Landau an der Isar, eigentlich Helga Ursula Glas) ist eine deutsche Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

Glas im Jahr 2012

Glas wuchs in Landau an der Isar als jüngste von vier Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Ihr Vater Christian arbeitete bei dem Autohersteller Glas, ohne mit dem Firmeninhaber verwandt zu sein. Die Realschule in Landau beendete sie 1960 mit der mittleren Reife. Nach einer Anstellung als Buchhalterin in Dingolfing ließ sich Glas 1964 in München nieder, wo sie als Sekretärin in einer Anwaltskanzlei und später in einem Fuhrunternehmen arbeitete. Zugleich suchte sie den Kontakt zur Filmszene.

Bei einem Empfang zur Premiere des Films Das Liebeskarussell machte sie gegenüber dem Produzenten Horst Wendlandt ein paar kritische Bemerkungen. Dieser zeigte Interesse an ihr und gab ihr 1965 in Der unheimliche Mönch ihre erste kleine Filmrolle. Da sie überzeugte, erhielt sie Schauspielunterricht bei Annemarie Hanschke und durfte schon bald Hauptrollen übernehmen, wie in dem Karl-May-Film Winnetou und das Halbblut Apanatschi.

Allgemein bekannt wurde Glas 1968 in ihrer Rolle als Barbara im Spielfilm Zur Sache, Schätzchen, wo sie einen – unvollendeten – Striptease auf einem Polizeirevier hinlegt und in der Filmreihe Die Lümmel von der ersten Bank, die ebenfalls 1968 startete, in der sie die Schwester des Paukerschrecks Pepe Nietnagel spielte. Glas war zunächst Teil der 68er-Generation. Doch bereits Anfang der 1970er-Jahre zeigte sie einen Sinneswandel, als sie sich politisch Franz Josef Strauß und der CSU zuwandte. Noch heute macht sie aus ihrer konservativen Gesinnung kein Geheimnis.

Glas spielte noch in weiteren Kinofilmen die weibliche Hauptrolle, oft an der Seite von Roy Black. Im Jahr 1969 hatte sie in Düsseldorf ihre Theaterpremiere in dem Stück Unsere liebste Freundin.

Ihre Lebenspartner waren in der Zeit von 1966 bis Ende 1970 Bobby Arnold, von 1971 bis 1973 Max Graf Lamberg und danach ihr späterer Ehemann Bernd Tewaag, mit dem sie von 1981 bis Ende Februar 2003 verheiratet war. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor: Benjamin Tewaag (* 1976) ist Moderator und Schauspieler, Alexander Christoph Tewaag (* 1982) ist Jurist und Julia Tewaag (* 1986) trat als Kind in der Fernsehreihe Tierärztin Christine an der Seite ihrer Mutter auf, wählte später aber eine Karriere außerhalb des Showgeschäfts. Die Scheidung von Bernd Tewaag wurde zuvor monatelang durch eine detaillierte Berichterstattung der Bild-Zeitung begleitet. Beide Ehepartner gaben dem Medium in dieser Zeit wiederholt ausführliche Interviews zu ihrer Beziehung und ihrem sonstigen Privatleben.

Am 22. Oktober 2005 heiratete Glas ihren neuen Lebensgefährten, den Unternehmensberater Dieter Hermann.

1970 versuchte sich Uschi Glas zunächst als Schlagersängerin; sie nahm mit dem Produzenten Giorgio Moroder die Schallplatte Wenn dein Herz brennt auf. Danach trat sie zunehmend in Fernsehserien auf wie 1973 in Der Kommissar. Bald stand sie selbst im Mittelpunkt von Serien wie Polizeiinspektion 1 (ab 1977) oder Unsere schönsten Jahre (ab 1983). 1986 wurde sie kurzzeitig die Filmpartnerin von Christian Quadflieg, als sie die weibliche Hauptrolle in der Serie Der Landarzt übernehmen sollte. Auf Grund ihrer Schwangerschaft verließ sie die Produktion jedoch kurz nach Beginn der Dreharbeiten. Ab 1989 war sie in der Serie Zwei Münchner in Hamburg zu sehen - erneut an der Seite von Elmar Wepper. Für die ab 1993 erschienene RTL-Filmreihe Tierärztin Christine schrieb sie auch das Drehbuch. Weitere Erfolgsserien waren Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg (ab 1994) mit ihr als Kiesgrubenbesitzerin und Sylvia – Eine Klasse für sich (ab 1998), wo sie eine Lehrerin darstellte, sowie Zwei am großen See (ab 2004) als Antonia Lechner.

Im Jahr 1992 wurde Glas mit dem Bayerischen Verdienstorden und 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde Glas mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst geehrt. Glas leistete eine Spende über 10.000 DM an Helmut Kohl, der damit im Jahr 2000 in der Schwarzgeldaffäre den Schaden der CDU auszugleichen versuchte.[1]

2002 veröffentlichte sie ein Album mit Weihnachtsliedern (Uschi Glas singt die schönsten Weihnachtslieder). Im Jahr 2003 erschien im Magazin Max eine Fotostrecke, bei der sie in knappen Bikinis und Unterwäsche abgebildet war. 2004 veröffentlichte sie ihre Autobiographie Mit einem Lächeln.

Im erfolgreichsten Kinofilm des Jahres 2013 Fack ju Göhte sah man Uschi Glas in einer selbstironischen Nebenrolle als suizidgefährdete Lehrerin mit Burnout.

Rechtsstreitigkeiten[Bearbeiten]

Einen Rechtsstreit verlor Glas, als sie die Berliner Polizei verklagte, weil diese für Ermittlungen im Bereich der Internet-Pornografie ihre Daten benutzt haben soll. Die Beamten hätten angeblich die Nummer ihres Personalausweises, der in einer Zeitschrift abgedruckt gewesen war, benutzt, um den Jugendschutzmechanismus einer derartigen Seite zu überprüfen. Die Klage über 20.000 Euro Schmerzensgeld wurde im Juni 2005 abgewiesen.[2]

Im April 2004 geriet Glas aufgrund einer von ihr vermarkteten Kosmetikserie in die Schlagzeilen: Bei einem Praxistest der Stiftung Warentest waren bei mehreren Testerinnen der Uschi Glas hautnah Face Cream, die im Fernsehen durch den Homeshoppingsender HSE24 angepriesen wurde, Reizungen und Entzündungen der Gesichtshaut aufgetreten. Die Stiftung beurteilte daraufhin die Creme mit mangelhaft und warnte vor der Anwendung. Das Landgericht Berlin wies im April 2005 eine Klage der Herstellerfirma 4S-Marketing GmbH gegen die weitere Verbreitung des Testergebnisses ab.[3] Das Kammergericht Berlin hat die Berufung des Herstellers wegen „mangelnder Aussicht auf Erfolg“ im Juni 2006 zurückgewiesen und diesen Rechtsstreit damit endgültig abgeschlossen.[4]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten]

Als Schirmherrin der Deutschen Stiftung Patientenschutz setzt sich Glas für Schwerstkranke, Pflegebedürftige und Sterbende ein. Zusammen mit ihrem Ehemann Dieter Hermann sitzt sie zudem im Vorstand des Vereins brotZeit e.V., der Schulfrühstücke für Grundschulkinder sponsert. Außerdem engagierte sie sich für das Team der Augsburger Benefiz-Fußballelf Datschiburger Kickers, die sich dem Fundraising für wohltätige Zwecke verschrieben hat. Für ihr jahrelanges Engagement und die Gründung von brotZeit erhielt sie 2009 gemeinsam mit Dieter Hermann von Kinderlachen den Kind-Award. Die Laudatio hielt Boxweltmeister Wladimir Klitschko. Des Weiteren engagiert Uschi Glas sich seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen Blutkrebs und unterstützt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei sowohl finanziell als auch mit ehrenamtlichem Engagement.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1984: Die Wiesingers (Fernsehserie)
  • 1984: Mama Mia – Nur keine Panik
  • 1984: Mensch ohne Fahrschein (Fernsehfilm)
  • 1984: Das Traumschiff – Thailand (Fernsehreihe)
  • 1986: Kein Anschluß unter dieser Nummer
  • 1989–1993: Zwei Münchner in Hamburg (Fernsehserie)
  • 1991: Das größte Fest des Lebens (Fernsehfilm)
  • 1992: Widerspenstige Viktoria (Fernsehfilm)
  • 1992–1993: Ein Schloß am Wörthersee (Fernsehserie)
  • 1993: Tierärztin Christine (Fernsehserie)
  • 1994–1997: Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg (Fernsehserie)
  • 1995: Tierärztin Christine II: Die Versuchung (Fernsehreihe)
  • 1997: 60 Minuten Todesangst (Fernsehfilm)
  • 1997: Frucht der Gewalt (Fernsehfilm)
  • 1997: Mein Papa ist kein Mörder (Fernsehfilm)
  • 1997: Blutige Rache (Fernsehfilm)
  • 1997: Staatsanwälting Hohenberg (Fernsehserie)
  • 1998: Fröhliche Chaoten
  • 1998: Tierärztin Christine III: Abenteuer in Südafrika (Fernsehreihe)
  • 1998–2000: Sylvia – Eine Klasse für sich (Fernsehserie)
  • 1999: Heimlicher Tanz (Fernsehfilm)
  • 2001: Die Erpressung – Ein teuflischer Pakt (Fernsehfilm)
  • 2002: Klinik unter Palmen (Fernsehserie)
  • 2003: Drei unter einer Decke (Fernsehfilm)
  • 2003: Alles Glück dieser Erde
  • 2004–2006: Zwei am großen See (Fernsehserie)
  • 2005: Felix – Ein Hase auf Weltreise
  • 2005: SOKO 5113, Folge Ein Engel stirbt (Krimiserie)
  • 2006: Utta Danella – Eine Liebe im September (Fernsehreihe)
  • 2008: Das Traumhotel – Karibik (Fernsehreihe)
  • 2008: Wieder daheim (Fernsehfilm)
  • 2008: Zur Sache, Lena! (Fernseh-Vierteiler)
  • 2008: Meine liebe Familie (Fernseh-Mehrteiler)
  • 2009: Ein Fall für zwei, Folge Skorpion im dritten Haus (Fernsehserie)
  • 2010: Diese Frau von vorhin
  • 2011: Für immer daheim (Fernsehfilm)
  • 2011: Der Winzerkrieg (Fernsehfilm)
  • 2012: Katie Fforde: Sprung ins Glück (Fernsehreihe)
  • 2013: Rosamunde Pilcher – Schlangen im Paradies (Fernsehreihe)
  • 2013: Familie inklusive (Fernsehfilm)
  • 2013: Fack ju Göhte
  • 2014: SOKO Stuttgart, Folge Die Cremeprinzessin (Krimiserie)

Theater[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • 1968: Cover Girl / Al Capone
  • 1969: Es ist schön / Up to date
  • 1969: Up to date
  • 1970: Wenn Dein Herz brennt / Laylalou
  • 1970: Chucky / Bobby Taylor
  • 1971: Denn ich liebe die Welt
  • 1972: Lass mich mein Leben leben / Mein Wochenende
  • 1974: Ich suche die Brücke hinüber zu Dir
  • 1982: Fahrschule
  • 2002: Uschi Glas singt die schönsten Weihnachtslieder
  • 2003: Sonne, Mond und Sterne – Uschi Glas singt die schönsten deutschen Lieder
  • 2014: "Das dicke, dicke Ding" WM-Video-Clip-Song von Mister Santos

Drehbücher[Bearbeiten]

(u. a. Beteiligung, Mitwirkung und Idee)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Glas erhielt zahlreiche Auszeichnungen:

Nominierungen[Bearbeiten]

  • 1968: Deutscher Filmpreis – beste Darstellerin
  • 1984: Bambi – beliebtestes TV-Serienpaar mit Elmar Wepper
  • 2004: Romy – beliebtester weiblicher Serienstar

Bücher[Bearbeiten]

  • Uschi Glas: Gesund, schlank und schön. Mit Uschi Glas durchs Jahr. 1996 (Kochbuch)
  • Uschi Glas: Mit einem Lächeln – mein Leben. Droemer, München 2004, ISBN 3-426-27323-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uschi Glas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Uschi Glas – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/politische-ansichten-uschi-glas-aergert-sich-ueber-schwarze-zicke-1.2108221
  2. Kein Schmerzensgeld für Uschi Glas, Kammergericht Berlin, Az: 27 O 301/05, vom 26. Juli 2005
  3. Stiftung Warentest muss der Herstellerfirma der „Uschi Glas Hautnah Face Cream“ keinen Schadensersatz leisten und darf den umstrittenen Testbericht weiterhin verbreiten, Landgericht Berlin, Az: 27 O 922/04, vom 14. April 2005
  4. Endgültige Niederlage für Uschi Glas im Streit um Hautcreme, Kammergericht, Az: 9 U 108/05, vom 13. Juni 2006
  5. Deutsche Knochenmarkspenderdatei uschiglas.de
  6. tz-online.de: Bayerischer Bierorden für Uschi Glas, vom 11. November 2008
  7. Uschi Glas erhält Medaille für soziale Verdienste schwaebische.de vom 27. November 2011
  8. www.idizem.de IDIZEM Interkulturelles Dialogzentrum