Ushiro-geri

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Ushiro-geri im Kickboxen (Schritt 1)
Ushiro-geri im Kickboxen (Schritt 2)

Ushiro-geri (後ろ蹴り jap. ushiro „rückwärts“, geri „Fußtritt“) ist ein Rückwärtsfußtritt in den japanischen Kampfkünsten.

Ein Ushiro-geri dient der Verteidigung nach hinten, öfters aber auch als Angriffstechnik. Der besondere Schwierigkeitsgrad von Ushiro-Beintechniken liegt in der eingeschränkten Sicht nach hinten, was stets einen Blick über die Schulter erfordert, und in der Balance. Ein perfekter Ushiro-geri ist eine der stärksten Kampftechniken, gegen die es auch keinen Block gibt.

In der Wettkampfpraxis kann ein Ushiro-geri oft auch als Angriffstechnik dienen. Sinnvoll ist der Einsatz immer dann, wenn man in die ungünstige Situation kommt, dem Gegner mehr oder weniger den Rücken zuzudrehen. Man kann den Gegner, der in diesem Moment mit keinem Angriff rechnet, überraschen, indem man versucht, mit Ushiro-geri zu punkten. Im wahrscheinlicheren Fall wird der Gegner jedoch versuchen, seine Chance zu nutzen und angreifen. Jetzt kann ein Ushiro-geri zur wirkungsvollen Abwehr dienen. Wichtig ist hierbei die Distanz zwischen den Kämpfern. Bei kurzer Distanz ist der Ushiro-geri nicht realisierbar, man muss auf andere Techniken ausweichen.

In der Selbstverteidigung dient der Ushiro-geri der kraftvollen Verteidigung nach hinten als Kekomi-Fußtritt.

Man unterscheidet folgende Arten von Ushiro-geri:

  • Ushiro-geri kekomi (gerader Rückwärtstritt)
    Im Kihon wird dieser Fußtritt meist aus der Stellung Heisoku-dachi geübt. Die Knie sind leicht angewinkelt, die Körperhaltung gerade. Für den Ansatz wird das Knie nach oben gezogen, der Fuß ist hochgezogen und der Blick geht über die trittseitige Schulter nach hinten. Es folgt das Anheben des Unterschenkels und dann der gerade Stoß nach hinten, wobei parallel dazu der Oberkörper leicht nach vorn geht. Stoßrichtung ist die Körpermitte (Ushiro-geri kekomi chudan) oder der Kopfbereich (Ushiro-geri kekomi jodan). Stoßfläche ist die Ferse (Kakato).
  • Ushiro mawashi-geri (halbkreisförmiger Rückwärtstritt)
    Der Ushiro mawashi-geri gehört zu den schwierigsten Fußtechniken. Auch hier ist die Ausgangsbasis im Kihon die Stellung Heisoku-dachi. Die Knie sind leicht angewinkelt, die Körperhaltung gerade. Für den Ansatz wird das Knie nach oben gezogen, der Fuß ist hochgezogen und der Blick geht über die trittseitige Schulter nach hinten. Jetzt klappt das Bein seitlich aus und es folgt eine kreisförmige Drehbewegung nach hinten, wobei der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel unverändert bei 90° bleibt und der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt wird. Auftreffpunkt ist die Körpermitte (Ushiro mawashi-geri chudan) oder der Kopfbereich (Ushiro mawashi-geri jodan). Stoßfläche ist die Ferse (Kakato).
  • Ushiro-geri keage (geschnappter Rückwärtstritt)
    Im Wettkampf spielt dieser Fußtritt nur eine untergeordnete Rolle, in der Selbstverteidigung kann er im Gedan- und Chudan-Bereich schon eher von Bedeutung sein. Ausgangsbasis für die Grundtechnik ist auch hier Heisoku-dachi. Die Knie sind leicht angewinkelt, die Körperhaltung gerade. Für den Ansatz wird das Knie nach oben gezogen, der Fuß ist hochgezogen und der Blick geht über die trittseitige Schulter nach hinten. Es folgt das Anheben des Unterschenkels und dann der gerade Stoß nach hinten. Bevor das Bein jedoch durchgestreckt ist, wird es mit einer kräftigen, schnappenden Bewegung nach oben gezogen; der Oberkörper ist leicht gebeugt. Stoßrichtung ist Gedan, Chudan oder Jodan. Stoßfläche ist der hintere Bereich der Ferse.

Literatur[Bearbeiten]