Ustica

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Ustica
Wappen
Ustica (Italien)
Ustica
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Palermo (PA)
Lokale Bezeichnung: Ùstica
Koordinaten: 38° 43′ N, 13° 11′ O38.71666666666713.18333333333349Koordinaten: 38° 43′ 0″ N, 13° 11′ 0″ O
Höhe: 49 m s.l.m.
Fläche: 8 km²
Einwohner: 1.358 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 170 Einw./km²
Postleitzahl: 90010
Vorwahl: 091
ISTAT-Nummer: 082075
Website: Ustica
Lage von Ustica
Insel Ustica von Osten gesehen
Ortschaft Ustica

Ustica [ˈustika] ist eine kleine vulkanische Insel im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Ustica ist auch der Name der einzigen Gemeinde auf der Insel, die zur Provinz Palermo gehört und 1358 Einwohner hat (Stand 31. Dezember 2013).

Lage und Daten[Bearbeiten]

Die Insel Ustica hat eine Fläche von 800 ha, höchste Erhebung ist der Monte Guardia dei Turchi mit 240 m. Die Insel liegt 66 km von der Provinzhauptstadt Palermo entfernt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Bewohner leben überwiegend von der Landwirtschaft. Die fruchtbaren Böden eignen sich für den Anbau von Zitrusfrüchten, Getreide, Oliven und Wein. Weitere wichtige Erwerbsquellen sind der Fischfang und der Tourismus. Die einzigartige Unterwasserwelt macht die Insel zu einem beliebten Ziel für Taucher. Vor Cala Santa Maria gibt es unter Wasser römische Ruinen und Schiffwracks zu erkunden. Bekanntester Tauchplatz ist die Grotta dei Gamberi, eine Höhle, die von Einhorn-Garnelen bewohnt wird, deren Augen an den Wänden und der Höhlendecke den Lampenschein reflektieren. Daneben gibt es rund um die Insel Seegrasflächen und Felsen, die zu den besten Tauchplätzen im Mittelmeer gehören. Am Tauchplatz Secca della Colombara gibt es ein Schiffswrack, an dem sich große Barrakudaschwärme aufhalten.[2]

Täglich verkehren mehrere Fähren zwischen Palermo und Ustica. Die Fähren benötigen für die Überfahrt zwei bis drei Stunden.

Geschichte[Bearbeiten]

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Funde belegen, dass die Insel schon 1500 v. Chr. bewohnt war. Die Griechen nannten sie Osteodes (Beinhaus), da hier tausende von Meuterern aus Karthago verhungert waren. Seit der römischen Epoche heißt die Insel wegen des schwarzen Lavagesteins Ustica (von ustum: verbrannt). Im Lauf der weiteren Geschichte stand sie unter der Herrschaft der Araber und Normannen. Bis in das 18. Jahrhundert war sie häufigen Überfällen von Piraten ausgesetzt.

1763 kam Ustica in französischen Besitz. Zu dieser Zeit wurde eine Festung mit zwei Wehrtürmen errichtet und die Inselhauptstadt gegründet. Einwanderer von den Liparischen Inseln besiedelten das Gebiet. Eine detailreiche Beschreibung der Insel verfasste Erzherzog Ludwig Salvator.

Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Bevölkerung stark anwuchs, wanderten viele Familien nach Amerika aus und siedelten sich vorwiegend in der Gegend von New Orleans an.

Während der Zeit des italienischen Faschismus diente die Insel als Verbannungsort unliebsamer politischer Gegner wie zum Beispiel Antonio Gramsci und Amadeo Bordiga, dem Gründer der Kommunistischen Partei Italiens.

Am 27. Juni 1980 kam es bei Ustica zum Abschuss eines Flugzeugs vom Typ Douglas DC-9-15 der italienischen Fluggesellschaft Itavia. Dabei kamen alle 81 Insassen ums Leben.

Sage[Bearbeiten]

Ustica spielt eine Rolle bei der Lokalisierung einzelner Episoden von Homers Odyssee. Einerseits wird sie als die schwimmende Insel des Windgottes Aiolos angesehen.[3] Andere sehen sie als die Wohnstätte der Kyklopen oder als Insel der Kirke[4] an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In den Monaten Juni und Juli findet alljährlich eine internationale Ausstellung für Wassersport statt.
  • Die inseltypischen, farbenprächtigen Häuserfronten sind das Ergebnis eines jährlich veranstalteten Wettbewerbs der Wandmalerei.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ustica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ustica – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. tauchen-ustica.de
  3. z. B. von Ernie Bradford, Reisen mit Homer. Dt. Taschenbuch-Verl., München 1992, ISBN 3-423-30310-7.
  4. Armin Wolf: Homers Reisen. Auf den Spuren des Odysseus. überarbeitete Neuauflage. Böhlau-Verlag, 2009, ISBN 978-3-412-20407-5, S. 52ff. (Erstauflage 1968)