Ustroń

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Ustroń
Wappen von Ustroń
Ustroń (Polen)
Ustroń
Ustroń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Cieszyn
Fläche: 58,90 km²
Geographische Lage: 49° 43′ N, 18° 49′ O49.71666666666718.816666666667Koordinaten: 49° 43′ 0″ N, 18° 49′ 0″ O
Höhe: 350 m n.p.m
Einwohner: 16.003
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 43-450
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: SCI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SkoczówWisła
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 16.003
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2403021
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Ireneusz Szarzec
Adresse: Rynek 1
43-450 Ustroń
Webpräsenz: www.ustron.pl

Ustroń [ˈustrɔɲ] (deutsch Ustron) ist eine Stadt in Polen. Sie liegt 20 km südwestlich von Bielsko-Biała am Oberlauf der Weichsel in den Schlesischen Beskiden und gehört der Woiwodschaft Schlesien an. 15 km westlich von Ustroń befindet sich die polnisch-tschechische Grenzstadt Cieszyn/Český Těšín (Teschen) mit ihrem Grenzübergang.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ustroń bildet eine Stadtgemeinde, auf deren Fläche von 59 km² etwa 15.000 Menschen leben. Neben der Stadt gehören hierzu noch die Stadtteile Jaszowiec und Lipowiec (Lipowetz)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde circa 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (in dem Ortsverzeichnis des Teschener Herzogtums) erstmals urkundlich als Ustrona erwähnt.[2][3][4] Später erwähnt als Ustroin oder Vstrone. Nach 1500 erfolgte durch die Herzöge von Teschen eine Ausweitung des Siedlungsgebietes flussaufwärts und der Ort Ober Ustron entstand. 1526 kamen beide Dörfer zum Königreich Böhmen. 1738 erwarb Herzog Franz Stephan von Lothringen zu seinen Kammergütern in Teschen auch das Dorf Nieder Ustron und vereinigte die Dörfer. Ustron umfasste eine Fläche von 43,5 km² und war wie Teschen ein protestantischer Ort. Unmittelbar nach dem von Kaiser Joseph II. 1781 erlassenen Toleranzpatent bildete sich eine evangelische Kirchgemeinde.

Nach der Entdeckung einer Eisenerzlagerstätte um die Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der Grundherr, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, in Ustron einen Hochofen und Eisenhammer erbauen. Ustron wurde zu einem Zentrum der Eisenindustrie. Neben der 1815 gegründeten Glockengießerei entstand 1846 ein Walzwerk. In der Folgezeit siedelten sich noch mehrere Maschinenbauer an. Seit 1839 führte Ludwig Hohenegger die Aufsicht über die erzherzöglichen Bergwerke und Hütten in Ustron. Die Blütezeit der Industriegemeinde Ustron, in der der erste europäische Dampfpflug hergestellt wurde, ging aber bald vorüber. Die abgelegene Lage im oberen Weichseltal in den Bergen der Beskiden wurde zum Standortnachteil. Im Jahre 1872 setzte eine Abwanderung fast aller Unternehmen ein. Als Ustron 1888 mit einer Zweiglinie der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn zwischen Teschen und Skotschau endlich Anschluss an das Eisenbahnnetz fand, war diese Entwicklung nicht mehr rückgängig zu machen.

Als Alternative zur Industrie betrieb die Gemeinde darauf den Ausbau des Badebetriebes. Schon seit dem 17. Jahrhundert war Ustron für seine Molkekuren bekannt, im 18. Jahrhundert kamen noch ein Moorbad und ein Schlackenbad hinzu. Ustron wurde zu einem Badeort in der Gebirgslandschaft der Beskiden und war seit 1882 österreichischer Kurort.

Blick vom Czantory-Berg auf Ustron
Das Hüttenmuseum in Ustroń
Katholische Kirche
Lutherankirche

Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns kam das Dorf 1919 zu Polen. Ustron wurde nach der deutschen Besetzung Polens Teil des deutschen Landkreises Teschen und gehört seit 1945 wieder zu Polen.

Seit 1954 besaß Ustroń den Status einer stadtartigen Siedlung, 1956 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts. Nachdem Ustroń bereits seit 1967 als Kurort galt, erhielt die Stadt 1972 die offizielle Anerkennung als polnischer Kurort.

Im Gebäude der ehemaligen Hüttenverwaltung befindet sich heute ein Hüttenmuseum.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Rathaus
  • Hüttenmuseum
  • Heimatmuseum "Stara Zagroda"
  • Katholische Pfarrkirche St. Clemens
  • Evangelische Pfarrkirche St. Jakob
  • Kirche St. Anna (Holzkirche)

Von Ustroń führt ein Sessellift auf den Vorgipfel des Czantory-Berges.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1931: 4.500 Einwohner
1961: 7.578
1970: 9.216
2007: 15.418[5]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ustron war der Wirkungsort des evangelischen Theologen Carl Friedrich Kotschy, der von 1810 bis zu seinem Tode 1856 hier Pastor war. Kotschy war außerdem ein bekannter Botaniker, der die Pflanzenwelt der Beskiden beschrieben hat.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ustroń – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2.  Idzi Panic: Śląsk Cieszyński w średniowieczu (do 1528). Starostwo Powiatowe w Cieszynie, Cieszyn 2010, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 297–299.
  3.  Wilhelm Schulte: Codex Diplomaticus Silesiae T.14 Liber Fundationis Episcopatus Vratislaviensis. Breslau 1889, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 110–112 (online).
  4. Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (la) Abgerufen am 24. August 2014.
  5. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 31. Dezember 2007