Ut omnes unum sint

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ut omnes unum sint ist ein lateinischer Wahlspruch für „Dass alle eins seien“. Er stammt aus dem Johannes-Evangelium (Joh 17,21 GNB).

Er ist bei der Wiedereröffnung der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität 1946 als deren Motto gewählt worden.

„'Ut omnes unum sint', dieser Satz aus dem Johannes-Evangelium prangte über dem Eingang unter dem Turmbau der Flakkasene [sic], just unter der Stelle, an der vordem ein Abwehrgeschütz gestanden hatte. Mit dem Wunsch, daß alle 'eins' sein sollten, die hier eintraten und eintreten würden, sollten auch die geistigen Abwehrkräfte mobilisiert werden. Es sollten keine uniformierten Denkweisen in Gleichschaltung wie bisher, sonder die vielfältigen individuellen und gruppenmäßigen Haltungen geweckt werden. Gleichwohl sollten sie in den bindenden Wertvorstellungen gebündelt und damit eins sein: denen des christlichen Abendlandes und der auf die Freiheit gegründeten Humanität.“

Karl Holzamer, Neuer Anfang in Mainz 1946. Aus den Lebenserinnerungen, in: Helmut Mathy, Die Wirklichkeit übertrifft die Vision. Gespräch mit Karl Holzamer über die Frühzeit der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz 1996 (Schriften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Heft 3), ISBN 3980281930, S. 194-198, 196.

Es ist auch der Titel eines Werkes des deutsch-argentinischen Komponisten Carlos Veerhoff (1926–2011).[1]

Das ähnliche Ut Unum Sint („Dass sie eins seien“) (Joh 17,11 GNB) gilt als Leitsatz der Ökumene. Der Weltverband des CVJM und der Christliche Weltstudentbund (WSCF) haben diesen Wahlspruch seit ihrer Gründung. Diese Gemeinsamkeit geht auf den gemeinsamen Gründervater John R. Mott zurück. Johannes Paul II. veröffentlichte unter diesem Titel eine Enzyklika zur Ökumene.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Musiktexte 78-82, Verlag Musiktexte, Köln 1999, S. 58