Uthlede
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Cuxhaven | |
| Samtgemeinde: | Hagen | |
| Höhe: | 10 m ü. NN | |
| Fläche: | 15,46 km² | |
| Einwohner: |
1017 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 27628 | |
| Vorwahl: | 04296 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CUX | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 52 054 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Heimathaus 27628 Uthlede |
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| Bürgermeister: | Marco Vehrenkamp (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Uthlede im Landkreis Cuxhaven | ||
Uthlede (plattdeutsch Uthlee) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Hagen im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Die Gemeinde hat etwa 1.000 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 15,46 Quadratkilometern.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Uthlede liegt zwischen Bremen und Bremerhaven, westlich der Autobahn 27 und der Gemeinde Hagen im Bremischen sowie östlich von Sandstedt, das an der Weser liegt.
Geschichte [Bearbeiten]
- Name
Für den Namen Uthlede gibt es zwei mögliche Erklärungen:
- Die Silbe -lede (auch -lidi oder -lyd), bedeutet im Niederdeutschen wie Lieth als Anhöhe, Höhenzug. Utlidi liegt erhöht auf dem Geestrücken , begrenzt durch den Klipberg am Rand der Marsch. Die Silbe uth (Otto) war ein altsächsicher Männername oder als Uta ein weiblicher Vorname. Henrikus von Uthlede wurde 1199 als Henrikus de Lyd genannt.
- Lehnstedt (der Nachbarort) ist wahrscheinlich die älteste Siedlung der Gegend. Der Ortsname könnte auch bedeuten, dass Uthlede von dort aus besiedelt wurde, dass also die Uthleder die Leute „ut ledingstedt“ also aus Lehnstedt waren.[2]
- Geschichte
Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort als utlidi 1110. Ein Adelsgeschlecht ist ab 1173 ansässig, das aber ab 1269 nicht mehr nachgewiesen werden kann. Im selben Jahr wird auch der erste Priester in der Gemeinde erwähnt.
Die erste Kirche soll zwischen der ersten Erwähnung von 1110 und 1269, der Erwähnung des Priesters Olderus von Uthlede erbaut worden sein. Eine Kirche war als Vorgängerbau aus dem 17. Jahrhundert bekannt. 1753 brannte der hölzerne Turm am und wurde neu erstellt. 1862 brannte die Kirche ab, nur der neue hölzerne Turm blieb erhalten. Die vorhandene St.-Nicolai-Kirche wurde dann von 1862 bis 1864 erbaut.
Um 1804 gab es im Ort einen Holzhändler Gerd Mahlstedt, der das zu seinem Tannenholz-Handel „gehörige Holz vom Harz und von Celle zu Wasser herunter flößen“ ließ, „welches sodann auf dem Außendeiche an der Weser gelagert und zum Gebrauch unserer Bauten per Ochsen verführt wird.“[3]
Mit der Erfindung des Kunstdüngers 1840 stieg der Bedarf der Landwirtschaft an größeren Ackerflächen. Eine Verkoppelung wurde aber in einer Versammlung am 14. Juni 1890 abgelehnt. Auch das Angebot des königlichen Landratsamtes vom 4. November 1895 eines Kredites für den Ausbau der Landstraßen und die Verkoppelung lehnte der Gemeindeausschuss ab. Erst 1911 wurden die Feldwege nach Hagen und Lehnstedt zu Straßen ausgebaut und es wurde beschlossen, die Verkoppelung durchzuführen.[4]
1909 wurde die Kleinbahn Farge-Wulsdorf gebaut. 17 anliegende Gemeinden brachten die Baukosten von 300.000 Mark auf, für Uthlede waren das 17.000 Mark.[5]
In Uthlede gab es eine Jüdische Synagogen- und Armengemeinde. 1771 wurden ein getaufter Jude und eine Uthlederin getraut. 1842 beantragte der Vorsteher der Synagogengemeinden der Orte Uthlede, Hinnebeck, Wersabe, Meyenburg und Schwanewede eine Synagogenordnung. [6] Verstorbene Juden wurden auf dem jüdischen Friedhof Am Dörenacker in Hagen beigesetzt. „Als letzte Jüdin wurde die 74jährige Bertha Herzberg dort am 21. März 1936 bestattet.“ Die letzte Jüdin, die 88-jährige Rieke Baar, wurde von „zwei Männern im schwarzen Ledermantel“ abgeholt.[7]
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges waren die Uthleder Zeugen des Todesmarsches von Farge nach Sandbostel. Ausgemergelte Menschen wurden vom KZ Farge zum Stalag X B getrieben. „Jede Hilfe mit Brot und Wasser, wurde gegen den Protest der Bewacher von Frauen und Kindern unternommen“, steht in der Uthleder Chronik.[8]
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)
Bürgermeister [Bearbeiten]
Marco Vehrenkamp (SPD)
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen der Gemeinde zeigt den silbernen Kopf eines Widders mit goldenen Hörnern auf blauem Grund.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Uthlede stehen die in der Denkmalliste des Landeskreises Cuxhaven eingetragenen Baudenkmale.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Die St.-Nicolai-Kirche wurde 1862 bis 1864 neu erbaut, der Turm aus dem 17. Jahrhundert stammt noch vom Vorgängerbau. In der Kirche finden sich zwei Medaillons (Luther und Melanchthon) von Hermann Ernst Freund und zwei Reliefs (Abendmahl und Taufe Jesu) von Georg Christian Freund.[10]
- Die unter Denkmalschutz stehende Uthleder Mühle aus dem 19. Jahrhundert. In den Gebäuden der ehemaligen Molkerei werden Waffeln produziert.
- Das Heimathaus in Uthlede
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Ländlicher Uhrenbau [Bearbeiten]
Von 1750 bis 1840 war Uthlede eine „Hochburg des ländlichen Uhrenbaus“.[11] Mehrere Generationen Uthleder Uhrmacherfamilien machten den Ort weltbekannt. In der Uthleder Chronik werden 17 Familien aufgezählt. Sie bekamen Konkurrenz von Uhrenfabriken, die Mitte des 19. Jahrhunderts anfingen, Uhren deutlich billiger zu produzieren. Die letzte Uhrmacherfamilie siedelte 1952 nach Bremen-Aumund um. Sie hatte aber mit den Klockenbauern von früher nichts zu tun.
Verkehr [Bearbeiten]
Vier Buslinien verbinden Uthlede mit seinen Nachbarorten, sowie mit Schwanewede, Bremen-Vegesack und Bremerhaven. Uthlede verfügt über einem gleichnamigen Anschluss an die A 27 zwischen Bremen und Bremerhaven. Jedoch an eine Bahnstrecke hat Uthlede kaum Verbindung. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in größerer Entfernung in Lübberstedt, Bremen-Farge und Bremen-Vegesack.
Medien [Bearbeiten]
In Uthlede sind die Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven sowie die Bremer Tageszeitungen Weser-Kurier und Bremer Nachrichten die vorherrschenden Zeitungen. An Radio- und Fernsehprogrammen empfängt man die Landeswelle Niedersachsen und die anderen Programme des NDR sowie alle Programme von Radio Bremen. Des Weiteren empfängt man die Privatsender Hitradio Antenne, Energy Bremen und Radio FFN.
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Hermann Ernst Freund (1786–1840), Bildhauer und später Professor an der Kopenhagener Akademie (Ein Medaillon von Martin Luther und eines von Philipp Melanchthon sind in der Uthleder Kirche zu besichtigen)
- Heinrich Schmidt-Barrien (1902–1996), ein Schriftsteller, der in hoch- und niederdeutscher Sprache zahlreiche Romane, Gedichte, Erzählungen und Novellen, meistens über die Welt der "kleinen Leute" veröffentlicht hat.
- Johannes Michael Speckter (auch: Johann Michael Speckter), * 5. Juli 1764 in Uthlede; † 1. März 1845 in Hamburg) war ein deutscher Lithograph und ein bedeutender Grafik-Sammler.
- Hartwig II. von Utlede (bzw. Uthlede) († 3. November 1207) war von 1184 bis zu seinem Tod Erzbischof von Hamburg-Bremen.
Sagen und Legenden [Bearbeiten]
- Dem Teufel verschrieben
- Die versunkene Glocke von Bruch
- Die Knappen von Meyenburs
- Der Heidteller
Literatur [Bearbeiten]
- Uthlede. In: Heinrich Schmidt-Barrien: Aus meinen Jungensjahren. Uthlede, Hamelwörden und Barrien. 1902 – 1917. Heide 1992, Seite 9-25; ISBN 3-8042-0572-0
- Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Hg. Gemeinde Uthlede 2009.
Weblinks [Bearbeiten]
- Private Seite der Gemeinde Uthlede
- Internetpräsentation der Rischenhof KG von Claus und Christiane Luerßen, einem Rindviehbetrieb mit 800 Kühen
- Links zum Thema Uthlede im Open Directory Project
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.15
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.19
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.29
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, Literatur, S.32
- ↑ Staatsarchiv Stade
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, Literatur, S.43
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.52
- ↑ http://wahlen.kdo.de/content.php?kunde=sg_hagenibr&wahlverz=sg_hagenibr/web/201109_K__Gemeinderatswahl_Uthlede_11.09.2011&wahlname=Gemeinderatswahl_Uthlede_11.09.2011&datei=01081615452003_0_1_txt_p_.html
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.274
- ↑ Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010, siehe unter Literatur, S.283
- ↑ Hake Betken siene Duven: das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hg. von den Männern vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Zsgest. von Eberhard Michael Iba, Bremerhaven 1999. ISBN 3-931771-16-4.
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