Utricularia nelumbifolia

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Utricularia nelumbifolia
Blüte von Utricularia nelumbifolia

Blüte von Utricularia nelumbifolia

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae)
Gattung: Wasserschläuche (Utricularia)
Art: Utricularia nelumbifolia
Wissenschaftlicher Name
Utricularia nelumbifolia
Gardner

Utricularia nelumbifolia ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung der Wasserschläuche (Utricularia). Sie ist in Brasilien beheimatet.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Utricularia nelumbifolia ist eine mehrjährige, epiphytische und gleichzeitig aquatisch lebende Pflanze von kriechendem Wuchs. Sie bildet wenige, fleischige und stielrunde Stolone von 3,0 und mehr Zentimeter Länge und 2,0–3,0 mm Dicke. Sie tragen gabelig geteilte Verzweigungen von mehreren Millimetern Länge und 0,1–0,2 mm Dicke. Die Laubblätter erscheinen einzeln oder zu zweit aus jeder Stielbasis. Ihre Stiele sind mit bis zu 45,0 cm recht lang und mit der Mitte der Lamina verwachsen. Diese ist vielnervig, kreisrund bis schildförmig, ledrig und erreicht 3–10 cm Durchmesser. Die gesamte Pflanze ist an ihren untergetauchten Teilen mit kugeligen Drüsen besetzt.[1]

Die Fallen erscheinen in großer Zahl und sitzen vornehmlich an den untergetauchten Stolonzweigen. Sie sind gestielt, eiförmig und ihre Größe schwankt zwischen 1,5 und 2,5 mm. Die Öffnung sitzt frontal und je links und rechts der Klappe befindet sich ein gekrümmtes Anhängsel.[1]

Die Infloreszenz wächst aufrecht, ist von einfachem Bau und unverzweigt. Sie wird bis zu 1,20 m lang, der Stiel ist im Querschnitt rund, 3,0−5,0 mm dick und glatt. Die Brakteen sind an ihrer Basis verwachsen, schmal-linealisch und etwa 3,0–5,0 mm lang. Es erscheinen vier bis neun Blüten in regelmäßigen Abständen von etwa 1–3 cm. Die Kelchblätter sind leicht oval und beide etwa 1,0−1,5 cm lang. Die Blütenkrone ist 3,0–4,0 cm lang und blauviolett gefärbt. Die obere Blütenlippe ist breit-eiförmig mit abgerundeter Spitze, sie ist länger als die Kelchblätter. Die Unterlippe ist verkehrt-elliptisch und etwa 3,5−4,5 cm breit. Ihre Basis weist zwei auffällige, geschwollene Loben auf, die Spitze der Unterlippe ist tief eingeschnitten und dreilappig. Die beiden äußeren Unterlippenloben sind fast kreisrund, die mittlere Lobe ist ungleich kleiner, deltoid und manchmal nahezu abwesend. Der Blütensporn ist kegelförmig, spitz zulaufend, leicht nach vorn hin gekrümmt oder steht parallel zur Unterlippe und ist etwas länger als diese.[1]

Die Samenkapseln sind nickend und kugelig bis breit-eiförmig, ihre Länge beträgt ca. 0,8–1,0 mm; die Kapselwände sind von feister Struktur. Die Samenkörner sind zylindrisch und etwa 2,0 mm groß.[1]

Verbreitung und Habitat[Bearbeiten]

Utricularia nelumbifolia ist in den tropischen Regenwäldern Brasiliens beheimatet. Dort wächst sie in wassergefüllten Blatttrichtern diverser Bromelien (z.B. der Gattung Vriesia), oft vergesellschaftet mit Utricularia humboldtii.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Utricularia nelumbifolia wurde 1843 durch George Gardner erstbeschrieben. Sie wird der Sektion Iperua zugeordnet.[1]

Nachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Peter Taylor: The Genus Utricularia: A taxonomic Monograph (= Kew bulletin additional series, Band 14). Royal Botanic Gardens Kew, London 1989, ISBN 0947643729, Seite 439 – 441.

Weblinks[Bearbeiten]