Uwe Backes

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Uwe Backes (* 2. Februar 1960 in Greimerath) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Extremismusforscher. Er ist Professor an der Technischen Universität Dresden und gemeinsam mit Eckhard Jesse Herausgeber des Jahrbuchs Extremismus & Demokratie.

Leben[Bearbeiten]

Backes studierte Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Germanistik an der Universität Trier. 1987 wurde er bei Erwin Faul am Fachbereich III mit der Dissertation Politischen Extremismus in demokratischen Verfassungsstaaten zum Dr. phil. promoviert. Von 1988 bis 1994 war er Akademischer Rat a.Z. an der Universität Bayreuth. Von 1995 bis 1996 war er Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1997 habilitierte er sich an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät mit der Arbeit Liberalismus und Demokratie – Antinomie und Synthese. Zum Wechselverhältnis zweier politischer Strömungen im Vormärz.

1997/98 erhielt Backes ein Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung am „Centre d’Étude pour la Vie Politique Française“ (CEVIPOF) in Paris und 1998/99 ein Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Washington, D.C. und London. Zwischenzeitlich lehrte er als Privatdozent an der Universität Bayreuth. Im Sommersemester 1998 war er als Otto-von-Freising-Gastprofessor an der Katholischen Universität Eichstätt tätig.

Seit 1999 hat Backes eine außerplanmäßige Professur für vergleichende Diktaturforschung an der Technischen Universität Dresden und ist zudem stellvertretender Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT).

Im Wintersemester 2000/2001 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Paris X in Nanterre und im Sommersemester 2008 eine Alfred-Grosser-Gastprofessur am Campus franco-allemand de Sciences Po Paris in Nancy. 2010/11 bekleidete er den Gutenberg-Lehrstuhls am Laboratoire Cultures et Sociétés en Europe der Universität Straßburg.

Forschungstätigkeit[Bearbeiten]

Backes forscht vor allem in den Bereichen Demokratietheorie, Ideologiegeschichte, vergleichende Extremismusforschung sowie autoritäre und totalitäre Diktaturen. Er gründete zusammen mit Jesse und Rainer Zitelmann den Veldensteiner Kreis.

Gemeinsam mit Eckhard Jesse gibt Backes ein Jahrbuch Extremismus und Demokratie heraus.

Ende 1999 ermunterte Backes seinen Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung, Lothar Fritze, seine umstrittenen Thesen über das Hitler-Attentat Georg Elsers in der Frankfurter Rundschau zu veröffentlichen. Fritze hatte sich kritisch zur Vorgehensweise Elsers geäußert und die Meinung vertreten, dass Elsers Verhalten nicht vorbehaltlos als vorbildhaft zu bewerten sei.[1] Backes wurde deshalb auch innerhalb des Hannah-Arendt-Instituts scharf angegriffen und zum Rücktritt aufgefordert.[2]

Im März 2011 erhielt Backes von den linksextremistischen "Revolutionären Aktionszellen" eine Patrone zugeschickt. In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben wurde angedroht, dass „die nächste Zustellung per Express“ erfolge. Neben Backes betraf diese Aktion unter anderem seinen Kollegen Eckhard Jesse sowie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.[3]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Fritze: Legitimer Widerstand? Der Fall Elser, BWV, Berlin 2009
  2. Frankfurter Rundschau 8. November 1999;  Jörg Lau: Eine Selbstschädigung. In: Die Zeit. 13. Januar 2000
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPatronen für Professoren - Politikwissenschaftler erhalten Post mit 8-Millimeter-Projektilen. In: Freie Presse. 1. April 2011, abgerufen am 5. September 2011.