Uznach

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Uznach
Wappen von Uznach
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: See-Gaster
BFS-Nr.: 3339i1f3f4
Postleitzahl: 8730
UN/LOCODE: CH UZN
Koordinaten: 717043 / 23152747.2243028999668.9840844545505415Koordinaten: 47° 13′ 27″ N, 8° 59′ 3″ O; CH1903: 717043 / 231527
Höhe: 415 m ü. M.
Fläche: 7.55 km²
Einwohner: 5998 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 794 Einw. pro km²
Website: www.uznach.ch
Karte
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Uznach (auf Schweizerdeutsch «Uznach» oder «Uznä») ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz. Uznach ist der Marktort der Region.

Geographie[Bearbeiten]

Uznach liegt am Rande der Linthebene in der Nähe des Zürichsees. Der Steinenbach ist ein Naturschutzgebiet mit überregionaler Bedeutung.

Bevölkerung[Bearbeiten]

3'700 der Uznacher Einwohner sind katholisch, 760 reformiert (Stand 2000). Ende 2011 waren es in der politischen Gemeinde Uznach bereits 5'911 Einwohner.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Uznach beschäftigen um die 300 Arbeitgeber etwa 3000 Arbeitnehmende. Darunter befinden sich das Zentrallager des Schuh-Grossverteilers Karl Vögele AG, das Einkaufscenter Linth-Park, das Unterwerk Grynau der Nordostschweizerischen Kraftwerke und die Bank Linth LLB.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bahnlinien verzweigen sich von Rapperswil in Richtung Wattwil–St. Gallen–Romanshorn und Ziegelbrücke–Glarus–Linthal. Uznach wird auch vom Voralpen-Express, der S-Bahn St. Gallen sowie diversen Postautolinien bedient. Zwischen Uznach und Schmerikon verläuft auch die Autobahn A53, welche in Reichenburg in die A3 mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Uznach, die Siedlung des Alemannen Uzzo[2] wurde 741 erstmals urkundlich erwähnt und ging 744 durch eine Schenkung an das Kloster St. Gallen. Aus der Zeit von 820-912 haben sich 15 Urkunden erhalten, die in Uznach ausgestellt wurden. Im Jahr 856 wurde in einer Urkunde erwähnt, dass es in Uznach (in villa Uzzinriuda) die Galluskirche gab. Sie wurde um die Mitte des 8. Jahrhunderts von der Familie der Beata gegründet.[3]

Die Landschaft Uznach ging an die Toggenburger, weil Diethelm VI. zwischen 1180 und 1195 Guta von Rapperswil heiratete, wie Oberholzer berichtet.[4] Die Stadt Uznach wurde jedoch erst um 1200 von den Grafen von Toggenburg gegründet, die am nördlichen Ende des heutigen Städtchens eine kleine Burg erbauten. Das alte Dorf Uznach befand sich zwischen Aabach und der Kreuzkirche. In der Kreuzkirche wurde 1407 eine Bruderschaft der fahrenden Leute, Pfeifer und Geiger gegründet. Die Gründungsurkunde, ausgestellt vom Toggenburger Grafen Friedrich VII, ist im Kirchenarchiv[5][6][7][8]. Die Grafschaft Uznach blieb Teil der Hausmacht der Grafen von Toggenburg, bis diese im Jahr 1436 ausstarben. Die Erben der Toggenburger, die Herren von Raron, verpfändeten die Grafschaft 1437 den Kantonen Schwyz und Glarus.

Der Anspruch Zürichs auf die verkehrstechnisch wichtige Grafschaft führte zum Alten Zürichkrieg, in dem die nahe Stadt Rapperswil auf Seiten von Habsburg und Zürich, die Grafschaft Uznach auf Seiten der Eidgenossen kämpften. Die Niederlage Zürichs ermöglicht es Schwyz und Glarus 1469, die Grafschaft zu kaufen. Bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft (1798) blieb die Grafschaft Uznach eine gemeine Herrschaft mit einem Glarner oder Schwyzer Vogt, der jedoch nicht im Land Wohnsitz nehmen durfte. Uznach war also zwar Hauptort der Landvogtei aber nicht Sitz des Landvogts.

In der Reformationszeit des 16. Jahrhunderts blieben Stadt und Landschaft Uznach beim traditionellen römisch-katholischen Glauben. Einzig die Leute von Kaltbrunn haben den evangelischen Pfarrer Jakob Kaiser, Bürger von Uznach, angestellt. In der Pfingstwoche 1529 wurde er von den Schwyzern verhaftet, in Schwyz zum Tod verurteilt und verbrannt. Dies war der Anlass für den Ersten Kappelerkrieg zwischen evangelischen und katholischen Orten der Eidgenossenschaft.[9]

Vom 18. auf den 19. August 1762 brannte das Städtchen völlig nieder. Unter anderem fielen die Kirche, das Spital sowie 82 Häuser dem Brand zum Opfer.

Nach Gründung der Helvetischen Republik 1798 wurde Uznach Teil des Kantons Linth, 1803 Teil des Kantons St. Gallen. Bis 2003 war Uznach Sitz des Bezirksgerichtes und damit Hauptort des Seebezirks. Seither gehört Uznach dem Wahlkreis See-Gaster an.

Im 19. Jahrhundert siedelten sich in Uznach verschiedene Betriebe der aufstrebenden Textilindustrie an, etwa die Spinnerei Uznaberg oder die Rotfarb, wodurch das Städtchen einen bescheidenen Aufschwung nahm. Der Aufschwung zeigte sich etwa im grosszügigen neugotischen Bau der heutigen Pfarrkirche im Städtchen. Der Neubau der Strasse über den Ricken via Eschenbach nach Rapperswil drängte Uznach verkehrspolitisch ins Abseits.

Eine Kompensation brachte der Bau der Bahnlinien von Rapperswil nach Weesen am Walensee und von Uznach durch den Rickentunnel nach Wattwil im Toggenburg, der Uznach zu einem regionalen Verkehrsknotenpunkt machte. Nach einer längeren Stagnation seit den 1960er Jahren ist Uznach in den 1990er Jahren wieder von einem bescheidenen Wachstum erfasst worden, da es durch den Ausbau des Verkehrsnetzes um Zürich in den Sog dieser wirtschaftlichen Metropole geraten ist. So hatte Uznach 1980 noch 4269 Einwohner, im April 2008 aber schon 5600 Einwohner und 3400 Arbeitsplätze.[10]

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uznach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Paul Oberholzer: Geschichte der Stadt Uznach. Oberholzer, Uznach 1969, S. 14.
  3. Paul Oberholzer: Geschichte der Stadt Uznach. Oberholzer, Uznach 1969, S. 16.
  4. Paul Oberholzer: Geschichte der Stadt Uznach. Oberholzer, Uznach 1969, S. 18.
  5. Linus Birchler: Vielfalt der Urschweiz, Olten 1969, S. 118.
  6. Kurzchronik mit Uznacherdaten (PDF; 76 kB) S.3
  7. linth24.ch Bruderschaft der fahrenden Spielleute.
  8. Alfred Schaer: Die altdeutschen Fechter und Spielleute, ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Strassburg 1901, S. 96.
  9. Paul Oberholzer: Geschichte der Stadt Uznach. Oberholzer, Uznach 1969, S. 41f.
  10. http://www.uznach.ch/de/portrait/zahlenundfakten/ http://www.uznach.ch/de/portrait/zahlenundfakten/ (abgerufen am: 16. Februar 2011).