Vénissieux

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Vénissieux
Wappen von Vénissieux
Vénissieux (Frankreich)
Vénissieux
Region Rhône-Alpes
Département Rhône
Arrondissement Lyon
Kanton Vénissieux-Nord
Vénissieux-Sud
Gemeindeverband Grand Lyon.
Koordinaten 45° 42′ N, 4° 53′ O45.6969444444444.8858333333333195Koordinaten: 45° 42′ N, 4° 53′ O
Höhe 171–229 m
Fläche 15,33 km²
Einwohner 60.159 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 3.924 Einw./km²
Postleitzahl 69200
INSEE-Code
Website www.venissieux.fr

Vénissieux ist eine französische Gemeinde mit 60.159 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Rhône in der Region Rhône-Alpes. Sie ist die drittgrößte Gemeinde des Départements und an die Lyoner Metro, Linie D, sowie die Lyoner Straßenbahn, Linie 4, angebunden.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister (maire) von Vénissieux ist seit 2009 Michèle Picard von der PCF. Die kommunistische Partei stellt in dem traditionellen Arbeitervorort bereits seit 1944 ununterbrochen den Bürgermeister.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat (conseil municipal) seit 2011:

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerungsstruktur der Gemeinde veränderte sich radikal, als in den 1960er Jahren die Großwohnsiedlung Minguettes mit über 9000 Wohneinheiten errichtet wurde, die zum Wohnquartier für zahlreiche Gastarbeiter der Industrie und weitere Einwanderer wurde, die zunächst aus Italien, Spanien und Portugal kamen, später vor allem aus dem Maghreb. In den 1980er Jahren entstand hier eine Art Bürgerrechtsbewegung der maghrebinischen Einwanderer (beurs), die sich gegen Rassismus und Diskriminierung zur Wehr setzte und den marche des beurs organisierte, einen Sternmarsch auf Paris, an dem sich über 60.000 Teilnehmer beteiligten. Heute sind mehr als die Hälfte der Bewohner der Stadt Einwanderer und sie hat einen sehr hohen muslimischen Bevölkerungsanteil. Sie gilt als eine der Hochburgen des fundamentalistischen Islam in Frankreich.[1]

Geschichte im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Vichy-Regime errichtete im Ort ein Sammel- und Gefangenenlager, das "Camp de Vénissieux", auf dem Terrain des Güter- und Verschiebebahnhofs (Dépôt SNCF), Gelände "l'Arsenal", von dem aus jüdische Menschen nicht-französischer Herkunft aus dem gesamten Südosten und Osten Frankreichs in das Sammellager Drancy transportiert wurden, von wo aus die Züge unmittelbar nach Auschwitz fuhren. Das Lager wurde dadurch bekannt, dass es verbündeten Résistance- und christlichen Gruppen im August 1942, in der Nacht vor einer Weiter-Deportation nach Drancy, mittels Sabotage gelungen ist, sämtliche 108 Kinder herauszuholen und damit zu retten; auch etliche Erwachsene konnten flüchten. Die Sabotage betraf das örtliche Elektrizitätsnetz, das komplett abgeschaltet wurde, wodurch der um das Lager gezogene Stacheldrahtzaun stromlos wurde und zerschnitten werden konnte. An der Aktion war von Seiten der Christen Madeleine Barot beteiligt.[2]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Bekannte Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vénissieux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. "À Vénissieux, terre d’expansion de la burqa". Par Cécilia Gabizon, Le Figaro, 1. Juli 2009[1]
  2. Literatur: Valérie Perthuis, Le sauvetage des enfants juifs du camp de Vénissieux. Août 1942. Éd. Lyonnaises d'art et d'histoire, Lyon 2002; Neuaufl. ebd. als Lyon contre Vichy. ..., 2012 ISBN 2841473007