Vöhringen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vöhringen
Vöhringen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vöhringen hervorgehoben
48.3341666666678.6638888888889506Koordinaten: 48° 20′ N, 8° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 506 m ü. NHN
Fläche: 24,72 km²
Einwohner: 4255 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72189
Vorwahl: 07454
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 061
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sulzer Straße 8
72189 Vöhringen
Webpräsenz: www.voehringen-bw.de
Bürgermeister: Stefan Hammer (CDU)
Lage der Gemeinde Vöhringen im Landkreis Rottweil
Donau Landkreis Freudenstadt Landkreis Tuttlingen Ortenaukreis Schwarzwald-Baar-Kreis Zollernalbkreis Aichhalden Bösingen (bei Rottweil) Deißlingen Dietingen Dornhan Dunningen Eschbronn Epfendorf Fluorn-Winzeln Hardt (Schwarzwald) Lauterbach (Schwarzwald) Oberndorf am Neckar Rottweil Rottweil Schenkenzell Schiltach Schramberg Sulz am Neckar Villingendorf Wellendingen Vöhringen (Württemberg) Zimmern ob RottweilKarte
Über dieses Bild

Vöhringen ist eine Gemeinde im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Vöhringen liegt am Ostrand des Mittleren Schwarzwaldes im Korngäu, zwischen 491 und 682 Meter Höhe, fünf Kilometer von Sulz am Neckar und zwölf Kilometer von Oberndorf am Neckar entfernt.

Nächstgrößere Städte sind:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Sulz am Neckar, im Südosten an Rosenfeld (Zollernalbkreis) und im Südwesten an Oberndorf am Neckar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Vöhringen besteht aus den Ortsteilen Vöhringen und Vöhringen-Wittershausen, die beide räumlich identisch sind mit den früheren Gemeinden Vöhringen und Wittershausen. Im Ortsteil Vöhringen-Wittershausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet. Die Ortschaft hat eine eigene örtliche Verwaltungsstelle unter der Bezeichnung „Gemeinde Vöhringen, Ortsverwaltung Wittershausen“.[2]

Zum Ortsteil Vöhringen gehören das Dorf Vöhringen, die Höfe Rötenmühle und Siegelhaus und der Wohnplatz Ziegelhütte. Zum Ortsteil Vöhringen-Wittershausen gehört nur das Dorf Wittershausen. Im Ortsteil Vöhringen liegt die abgegangene Ortschaft Beuren.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Vöhringer Markung ist jedoch uraltes Siedlungsgebiet; nachgewiesen bis in die Jungsteinzeit. Nach Vertreibung der Römer nahmen die Alemannen das Land ein (Hinweis durch die Ortsnamenendung "ingen"). Erstmals wurde Vöhringen im Jahre 772 in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex erwähnt. Herren über das Dorf waren die Herzöge von Teck. 1306 kam der Ort zur Grafschaft Württemberg. Vöhringen gehörte im Herzogtum Württemberg zum Oberamt Rosenfeld. Als Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Erhebung Württembergs zum Königreich aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses die Verwaltungsgrenzen neugegliedert wurden, kam der Ort zum Oberamt Sulz, dieses ging 1938 im Landkreis Horb auf. Nach dessen Auflösung 1973 fiel Vöhringen an den Landkreis Rottweil.

Die Vöhringer werden schon lange Broatschuah (Breitschuh) genannt. Laut einer Sage hat ein alter Vöhringer eine Bruthenne mitsamt ihrer sieben Küken zertreten (verdappt).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1972 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wittershausen nach Vöhringen eingemeindet. Diese hatte zuvor ebenfalls zum Landkreis Horb gehört und wurde erstmals 1139 urkundlich erwähnt.

Religionen[Bearbeiten]

Vöhringen erhielt 1463 eine eigene Kirchengemeinde, bis dahin war es Filial von Bergfelden gewesen. Die Reformation wurde in Vöhringen und Wittershausen - wie im gesamten Württemberg - 1534 eingeführt. Seither ist der Ort evangelisch geprägt. Taufbücher liegen seit dem Jahr 1584 vor.[4] Die Kirchengemeinden beider Teilorte gehören zum Kirchenbezirk Sulz am Neckar der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Die wenigen verbliebenen Anhänger des Papsttums sind in die römisch-katholische Gemeinde in Sulz am Neckar eingepfarrt. Hingegen verfügt die Neuapostolische Kirche über Gemeinden in beiden Teilorten.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Sulz am Neckar an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. FWV 75,6 % (-1,3) - 11 Sitze (=)
  2. CDU 24,4 % (+1,3) - 3 Sitze (=)

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

Blasonierung: Von Silber über Rot durch Spitzenschnitt geteilt, das rote Feld belegt mit einer gestürzten, silbernen Pflugschar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort befinden sich traditionelle, mittelständische Betriebe in der Holz- und Kunststoffverarbeitung sowie der Hydrotechnik. Begünstigt durch die verkehrsgünstige Lage konnten zudem einige kleine Industrieunternehmen angesiedelt werden, insbesondere Zulieferer der Autoindustrie und weitere metallverarbeitende Betriebe, aber auch Betriebe in den Branchen Elektronik und Automatisierungstechnik. Außerdem befindet sich ein großer Autohof mit Flippothek im Gewerbegebiet "Ziegelhütte" an der Autobahnausfahrt.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Ausfahrt Nr. 32 „Sulz am Neckar“ der Bundesautobahn 81 (Stuttgart - Singen) befindet sich auf der Vöhringer Gemarkung.

Der Flughafen Stuttgart ist etwa 40 Autominuten von der Gemeinde entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

In Vöhringen gibt es mit der Mühlbachschule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und eine weitere Grundschule im Ortsteil Wittershausen. Realschulen und Gymnasien befinden sich in Sulz am Neckar und Horb am Neckar. Zudem gibt es zwei kommunale und einen evangelischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johannes Binder (1858–1943), Oberlehrer, Landeskundler und Heimatforscher, Verfasser der Ortschroniken von Vöhringen und Gebersheim bei Leonberg sowie des Heimatbuches für den Bezirk Leonberg.
  • Dieter Kleinmann, (* 1953), FDP-Politiker, Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg, Mitglied der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Mitglied im Kreistag und Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion des Landkreis Rottweil war evangelischer Pfarrer in Wittershausen.
  • Johannes Beilharz (* 1956), deutscher Schriftsteller, Lyriker, Übersetzer und Maler.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vöhringen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Vöhringen vom 22. März 2005
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 518–519
  4. Transkription des ältesten Taufregisters der evangelischen Pfarrei Vöhringen von 1584 bis 1614:Uwe Heizmann: Transkription. Taufregister archiviert im Landeskirchliches Archiv Stuttgart. Abgerufen am 27. Dezember 2013.