Staatliches Museum für Völkerkunde

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Völkerkundemuseum

Das Staatliche Museum für Völkerkunde in der Maximilianstraße in München ist mit etwa 150.000 Objekten das zweitgrößte Völkerkundemuseum Deutschlands. Die Bestände umfassen Objekte aus allen außereuropäischen Ländern. Dauerausstellungen gibt es zu Afrika, Indien, Ostasien, Südamerika, Nordamerika, Ozeanien und dem Islam.

Der Museumsbau wurde 1859 bis 1865 von Eduard Riedel als Bayerisches Nationalmuseum errichtet, dessen Sammlungen allerdings seit 1900 in einem neuen Museumsbau an der Prinzregentenstraße untergebracht sind. Das Völkerkundemuseum wird seit 1998 nach und nach saniert und modernisiert.

Ein Zweigmuseum ist im Residenzschloss Oettingen untergebracht.

[Bearbeiten] Kurzbeschreibung einiger Sammlungsschwerpunkte der Ausstellung

  • Nordamerika
Indianer-Tipi, ältestes erhaltenes Kajak der Welt (1577), Masken der Nordwestküstenindianer, hölzerne Vogelmasken, verzierte Mokassins und weitere Textilien
  • Südamerika
Keramiken und Objekte aus Gold, Silber und Holz, Kunst der Inka sowie der Indianer Mexikos, Götter- und Kriegsfiguren, Masken, Schmuck, Gefäße und Textilien aus Peru und Bolivien, Alltagsgegenstände der Indianer des Amazonas, Kopftrophäen aus Brasilien
  • Afrika
Völkerkundemuseum München, Afrikanische Kunst
Plastische Kunst mit Masken und Figuren aus allen Teilen Afrikas, z.B. Religiöse Figur "Nduda" aus Yombe/Zaire (19. Jhd.), Skulpturen und Waffen aus Westafrika, Silberhandwerk aus Äthiopien, Körperschmuck aus Südafrika, Elfenbeinschnitzereien und Bronzen aus Guinea
  • Islamischer Orient
Religiöse Gegenstände, monumentale Fliesenfassade einer Moschee aus Pakistan, Standartenaufsatz in Form einer Segenshand aus Karachi/Pakistan, islamische Kleinkunst vom 9. bis zum 19. Jahrhundert in Form von Kalligraphie, floraler und geometrischer Ornamentik sowie in figürlichen Darstellungen, Islamische Alltagskultur zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert (z.B. marmornen Gartenpavillon, Wandverkleidung eines Heiligenschreins, Grabstelen)
  • Südasien
Farbenprächtige indische Götterfiguren, Z.B. Nandi Statue aus Indien, Fragment des Kapardin Buddha (2. Jhd. n. Chr.), Buddhaköpfe aus Sandstein, Statuen von Shiva und Krishna
  • Ostasien
Chinesische Holzplastiken, auf Weltenthron sitzender Buddha Amitabha, Elfenbeinmodell einer Pagode vom chinesischen Kaiserhof, Kunstvolle Schnitzereien aus China, Japan und Indonesien
  • Ozeanien
Polynesische Stabgottheit (Cook-Inseln), Melanesisches Paddel mit Darstellung einer Fischfangszene, Malanggan-Figur aus Melanesien

[Bearbeiten] Sonderausstellungen

  • Japanische Lackkunst für Bayerns Fürsten. Die japanischen Lackmöbel der Staatlichen Münzsammlung München.
Sonderausstellung bis 8. Mai 2011
Lackkabinett, Japan, 2. Hälfte 17. Jh., Detail

Die Ausstellung zeigt die 21 japanischen (und ein chinesisches) Lackschränke des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem Bestand der Staatlichen Münzsammlung. In Japan erlebte die fernöstliche Technik der Lackkunst während des 17. Jahrhunderts eine Blütezeit. Den Künstlern gelang es in einzigartiger Weise, in fein abgestuften, zum Teil reliefierten Streubildern Figuren und Landschaften darzustellen, die sich durch ihre Goldfarbe wirkungsvoll vom schwarzen Lackgrund abheben. Derartige Möbel, in Japan speziell für den Export nach Europa gefertigt, waren in beliebtes Exportprodukt, das in Europa hohe Preise erzielte. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten der japanischen Lackkunst des 18. und 19. Jhs. für den inländischen Markt, etwa 40 Inros (kleine am Gürtel getragene Behältnisse) und Pfeifenbehälter. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen.

  • Positionen. Japanische Holzschnitte im 20. Jahrhundert. Sammlung Walter Schmidt.
Sonderausstellung bis zum 8. Mai 2011

In der Holzschnittkunst Japans nach 1868 verbinden sich die moderne westliche und die traditionelle japanische Kunstrichtung zum neuen Holzschnitt "shin-hanga", der noch traditionell arbeitsteilig ausgeführt wurde. Nach 1900 verstärkt sich der Einfluss westlicher Graphik zur neuen Richtung des "sôsaku-hanga". Nach westlichem Vorbild vereinigt der Holzschnittkünstler nun alle Arbeitsvorgänge in einer Hand.

[Bearbeiten] Weblinks

48.13759722222211.585697222222Koordinaten: 48° 8′ 15″ N, 11° 35′ 9″ O

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