Völkischer Beobachter
| Völkischer Beobachter | |
|---|---|
| Beschreibung | Titelzeile des «Völkischen Beobachters» (1945) |
| Sprache | Deutsch |
| Verlag | Franz-Eher-Verlag |
| Erscheinungsweise | täglich (ab 8. Februar 1923) |
| Verkaufte Auflage | 1,7 Mio. (1944) Exemplare |
| Chefredakteur | Dietrich Eckart |
| Herausgeber | Rudolf von Sebottendorf |
| Geschäftsführer | Max Amann |
Die Zeitung „Völkischer Beobachter“ war von Dezember 1920 bis zum 30. April 1945 das publizistische Parteiorgan der NSDAP. Die Zeitung erschien zunächst zweimal wöchentlich, ab dem 8. Februar 1923 täglich im Franz-Eher-Verlag. Sie wurde nach den Anfangsjahren reichsweit vertrieben.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Das „Kampfblatt der nationalsozialistischen Bewegung Großdeutschlands“ ging aus dem 1887 mit einem Umfang von vier Seiten gegründeten Vorstadtblatt Münchner Beobachter hervor, das 1918 in den Besitz der Thule-Gesellschaft überging, nachdem am 22. Juni 1918 der bisherige Verleger Franz Eher gestorben war. Rudolf von Sebottendorf erwarb von dessen Witwe Käthe Bierbaumer für 5.000 Reichsmark die Herausgeberlizenz für die Zeitung. Ab Juli 1918 übernahm von Sebottendorf die Schriftleitung. Die Zeitung wurde zunächst mit demselben Titel herausgegeben, jedoch mit dem Untertitel Sportblatt. Im August 1919 wurde das Blatt in Völkischer Beobachter umbenannt. Der Kauf durch die NSDAP erfolgte dann 1920 auf Initiative von Dietrich Eckart, der erster Chefredakteur der Zeitung wurde. Dessen Nachfolger wurde Wilhelm Weiß.
Die Auflage des Blattes lag zunächst bei ca. 8.000 und steigerte sich, bedingt durch die starke Nachfrage während der Ruhrbesetzung, bis Herbst 1923 auf 25.000 Exemplare. Durch das Parteiverbot der NSDAP infolge des Hitlerputsches am 9. November 1923 musste die Zeitung ihr Erscheinen einstellen, mit Neugründung der NSDAP am 26. Februar 1925 erschien sie wieder.
Der in München aufgelegte Völkische Beobachter erschien ab 1. Januar 1933 regelmäßig als Berliner Ausgabe. Ein erster Versuch, das Blatt in der Hauptstadt zu etablieren, war im März 1931 gescheitert.[1] Des Weiteren gab es eine süddeutsche, eine norddeutsche und ab 1938 eine Wiener Ausgabe.
Die Auflage steigerte sich mit dem Erfolg der nationalsozialistischen Bewegung enorm, 1931 erreichte sie über 120.000 und steigerte sich bis zum Jahr 1944 auf 1,7 Millionen Exemplare.
Wenige Tage vor der deutschen Kapitulation stellte der Völkische Beobachter Ende April 1945 sein Erscheinen ein. Die letzte Ausgabe vom 30. April 1945 wurde nicht mehr ausgeliefert.
Geschäftsführer war seit April 1922 der Reichsleiter der NSDAP für die Presse, Max Amann. Hauptschriftleiter waren Dietrich Eckart (1921–1923), Alfred Rosenberg (1923–1938) und Wilhelm Weiß (1938–1945).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Angelika Heider: Völkischer Beobachter. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 785.
Literatur [Bearbeiten]
- Norbert Frei / Johannes Schmidt: Journalismus im dritten Reich. Beck, München, 3. Auflage 1999, ISBN 3-406-45516-6.
- Sonja Noller: Die Geschichte des „Völkischen Beobachters“ von 1920–1923. Dissertation, Universität München 1956.
- Sonja Noller / Hildegard von Kotze (Hrsg.): Facsimile-Querschnitt durch den Völkischen Beobachter. Pawlak-Verlag, Herrsching 1984.
Weblinks [Bearbeiten]
- Der Völkische Beobachter beim LeMO
- Paul Hoser: Völkischer Beobachter. In: Historisches Lexikon Bayerns. 14. September 2010, abgerufen am 29. Februar 2012.