Völva

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Die Völva Heiði auf einer Briefmarke des Postverk Føroya 2003 von Anker Eli Petersen.

Die Völva ist der altnordische Begriff für eine Seherin, Wahrsagerin, Hexe, Zauberin, Prophetin oder Schamanin. In der germanischen Mythologie ist sie auch als Wala bekannt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Das Wort Völva bedeutet eigentlich ganz einfach Frau mit Stab. Den Stab nannte man auch völr. Er war ein Symbol der Macht. Im Falle der Völva symbolisiert er die Macht über das Übernatürliche. Das Königszepter und der Zauberstab sind Überbleibsel derselben Symbolik. Das altwestnordische Wort gandur bedeutet auf färöisch und isländisch sowohl Stab als auch Zauberei. Möglicherweise handelt es sich auch um ein Phallussymbol. Denn es wird verschiedentlich davon berichtet, dass Frauen Phallus–Riten ausführten.[1]

Die Völven waren die Zauberinnen (Seiðr, Galster) und Seherinnen (Spá) des Mittelalters. Sie konnten sich in Ekstase versetzen und dann Einsichten in andere Welten gewinnen. Sie konnten diese Welten sogar besuchen und dort die Antworten auf Fragen suchen, die ihnen gestellt wurden.

Bekannteste Völva ist Heiði in der apokalyptischen Weissagung Völuspá (wörtlich: „Prophezeiung der Völva“). Vermutlich schreibt die Dichterin dieses Götterliedes von sich selber.

Von der Völva und ihrer Tätigkeit gibt es keinerlei Nachrichten. Die Völuspá schildert ebenfalls keine Rituale. Manchmal wurde sie auch fjölkunnig (kundig in vielem = zauberkundig) genannt.[2]

Die männliche Entsprechung war der seiðmann oder fjölkunnigur (Zauberkundiger). Er genoss aber kein besonderes Ansehen. Die Verwendung von Zauber im Kampf galt als feige und unmännlich und wurde in der Regel von Übeltätern benutzt. In einem Kampf, in den Hrolleif, der Sohn einer Zauberin, verwickelt war, trug er einen Kittel, den seine Mutter für Schwerter undurchdringlich gemacht hatte. Im Kampf mit Odd sagt dieser:

„Illa bíta þig vopnin Hrolleifur og alls konar er þér illa farið, bæði fjölkunnigur og þó að öðru illa siðaður.“

„Schwer beißen dich die Waffen, Hrolleif; all dein Tun ist schändlich, Zauberer du und Schandkerl sonst.“

– Vatnsdœla saga Kap. 19.

Weit verbreitet war dagegen die etwas schwächer begabte Spákona, „die Frau, die sieht“, eine Seherin. Von ihrem Ansehen und ihrem Auftreten gibt es eine Darstellung in der Geschichte von Erik dem Roten, die wegen ihrer Ausführlichkeit ein einzigartiges Dokument über die Stellung und Lebensweise einer Spákona ist.

Die andere Art der Völva war an Riten geknüpft, die mit dem in Leinen eingewickelten Phallus eines Hengstes, der „Völse“ genannt wurde,[3] verbunden waren. Der Hengstphallus stand für Fruchtbarkeit. Damit in Verbindung steht eventuell ein Grabfund aus Flöksand in Hordaland. Auf einem Knochenmesser aus diesem Fund war ein Runentext eingraviert: linalaujaR = Leinen und Lauch,[4] die Pflanzen, mit denen eine Wahrsagerin entlohnt wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steinsland (1985) S. 38.
  2. Vatnsdœla saga Kap. 10.
  3. Óláfs saga helga der Flateyjarbók II, 331-336
  4. Jana Krüger: Zur archäologischen und runologischen Interpretation der sog. Schrap- bzw. Schabmesser (norw. kjøttkniv). Symposium Oslo 2010, Oslo: Online-Publikation 2010, S. 1, zur Interpretation S. 3

Literatur[Bearbeiten]

  • Gro Steinsland: "Kvinner og kult i vikingetid." In: Kvinnearbeid in Norden fra vikingtiden til reformasjonen. Bergen 1985.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]