Vörstetten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vörstetten
Vörstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vörstetten hervorgehoben
48.0641666666677.8491666666667220Koordinaten: 48° 4′ N, 7° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 7,89 km²
Einwohner: 2931 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 371 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79279, 79277
Vorwahl: 07666
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 045
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freiburger Straße 2
79279 Vörstetten
Webpräsenz: www.voerstetten.de
Bürgermeister: Lars Brügner
Lage der Gemeinde Vörstetten im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild

Vörstetten ist eine Gemeinde im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg und liegt wenige Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Vörstetten gehören das Dorf Vörstetten und der Weiler Schupfholz, der etwa zwei Kilometer nordwestlich von Vörstetten in der Nähe der Nachbarorte Reute (Breisgau) und Holzhausen liegt, etwa drei Kilometer von der A5-Ausfahrt Freiburg-Nord entfernt. Im Gemeindegebiet von Vörstetten liegen die abgegangenen Ortschaften Sulzhof und Tiermendingen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Archäologische Befunde weisen eine Besiedelung der heutigen Gemarkung Vörstetten bereits für die Zeit vor 7.000 Jahren nach. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 993.

Eine Blütezeit erlebte Vörstetten im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Davon zeugen noch zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser aus dieser Zeit. Dennoch gab es in dieser Zeit auch zwei Auswandererbewegungen: Im 18. Jahrhundert war das Ziel von etwa 50 Personen Siebenbürgen und der Banat; im 19. Jahrhundert suchten etwa 350 Personen aus Vörstetten den Weg nach Amerika.

Politik[Bearbeiten]

1972 schlossen sich die Gemeinden Vörstetten und Denzlingen zu einem Verwaltungsverband zusammen, dem zwei Jahre später auch die benachbarte Gemeinde Reute beitrat. Der Verband erledigt für seine Mitgliedsgemeinden Verwaltungsaufgaben. Er ist unter anderem der Schulträger für alle Schulen im Verbandsgebiet und unterhält einen gemeinsamen Bauhof.

Rathaus und Gemeindebibliothek

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Johann Jakob Lay (1888 bis 1903)
  • Karl Josef Binninger (1903 bis 1921)
  • Hermann Schüssele (1921 bis 1930)
  • Adolf Wilhelm Binninger (1930 bis 1945)
  • Karl Adolf Bolz (1945 bis 1948)
  • Karl Joseph Reisacher (1948 bis 1957)
  • Heinz Erhard Ritter (1957 bis 1977)
  • Karl Heinz Beck (1977 bis 2009)
  • Lars Brügner (ab 2009)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,4 % zu folgendem Ergebnis:

CDU 25,3 % - 6,6 3 Sitze - 1
FWG 39,1 % + 8,4 5 Sitze + 1
SPD 25,3 % - 4,7 3 Sitze - 1
Junge Liste 10,3 % 1 Sitz + 1

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Vörstetten lautet: In gespaltenem Schild vorne in Gold (Gelb) ein roter Schrägbalken, hinten in Blau ein steigender goldener (gelber) Krebs neben einem pfahlweis gestellten (silbernen) weißen Pflugmesser.

Das Wappen wurde für die Zeit von 1613 bis 1779 auch als Siegelstempel nachgewiesen.

Die rechte (vordere) Hälfte des gespaltenen Schildes zitiert das badische Wappen, das alle ehemals zur Markgrafschaft Baden-Hachberg gehörenden Gemeinden führen.

Die linke (hintere) Hälfte des Wappens ist der individuelle Wappenteil der Ortschaft Vörstetten. Der Flusskrebs verweist auf die Krebse, die es früher in größerer Menge in den örtlichen Gewässern Schobbach, Mühlbach, Futterholzbach, Riemenbach und Rossschwämmebächle gab. Der Krebs ist der älteste Teil des Wappens. Bereits die Herrschaft der Tiefbur im 12./13. Jahrhundert führte den Krebs als Wappentier. Davon dürfte er in das Gemeindewappen übernommen worden sein. Heraldisch bedeutet der Krebs Wehrhaftigkeit und Wendigkeit.

Die Farben blau und gelb finden sich häufig in örtlichen Vereinsfarben oder bei örtlichen Festlichkeiten wieder.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Vörstetten ist mit den französischen Gemeinden L’Étratt und La Tour-en-Jarez im Département Loire verschwistert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • Bolz GmbH, Holzverarbeitung
  • Hegemann GmbH, Entwicklung und Produktion von Industrieelektronik mit Schwerpunkten Mikroprozessor-Technik und unterstützte Leistungselektronik

Bildung[Bearbeiten]

Grundschule

Vörstetten verfügt über zwei gemeindeeigene Kindergärten, eine Grundschule und eine Bücherei mit Internetzugang. Die zuständige Hauptschule liegt im benachbarten Reute, Förderschule, Realschule und Gymnasium können im benachbarten Denzlingen, Gundelfingen, Freiburg und Emmendingen besucht werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

evangelische Kirche Vörstetten
St. Maximilian Kolbe

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

In Vörstetten fallen die etwa 70 gut erhaltenen und gepflegten Fachwerkhäuser aus der Zeit zwischen 1770 und 1820 auf, die ein besonders schönes Ortsbild ergeben. Mittelpunkt des Dorfes ist die evangelische Kirche, die 1803 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner erweitert wurde und das im klassizistischen Stil erbaute Rathaus. Die katholische Kirche St. Maximilian Kolbe, ein Neubau aus dem Jahr 1997 wurde vom Freiburger Architekturbüro Spiecker und Sautter unter Beteiligung der Architekten Böwer, Eith und Murken entworfen und 2001 mit einem Preis für beispielhaftes Bauen der Architektenkammer Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Natur[Bearbeiten]

  • Südlich des Ortes liegt der Vörstetter Baggersee mit einer Größe von 3,1 ha und einer Tiefe von ca. 18 m. Er entstand mit dem Bau der Autobahn und dient dem Angelsportclub Vörstetten als Fischgewässer.[3]

Sport[Bearbeiten]

Der größte Sportverein Vörstettens ist der Fußballverein VfR Vörstetten. Seit der Saison 2013/2014 spielt der VfR Vörstetten in der Kreisliga A.

Sportanlagen in Vörstetten:

  • Fußballplatz (Rasen und Sandplatz)
  • Mehrzweckhalle Heinz-Ritter-Halle
  • Volleyballfeld
  • Basketballfeld
  • Tennisplätze
  • Tischtennisplatten

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Vörstetten feiert traditionell jedes ungerade Jahr das Gumbiswinkelfest, welches im Gumbiswinkel stattfindet, das die Vörstetter Vereine ausrichten. Der Musikverein veranstaltet jedes gerade Jahr das Rettichfest, welches seit 2012 in der Marchstraße stattfindet.


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 206–207
  3. Homepage des ASC-Vörstetten e.V. - Vörstetter Baggersee. Abgerufen am 6. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vörstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien