Věra Čáslavská

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Věra Čáslavská (1967)

Věra Čáslavská (* 3. Mai 1942 in Prag) ist eine ehemalige tschechoslowakische Kunstturnerin. Sie liegt (Stand 2014) mit sieben Goldmedaillen auf Platz vier der erfolgreichsten Olympiateilnehmerinnen aller Zeiten hinter Larisa Latynina (9 Gold), Birgit Fischer und Jenny Thompson (je 8 Gold), gewann aber mehr Einzelgold als diese.

Sportlicher Werdegang[Bearbeiten]

Věra Čáslavská begann zunächst als Eiskunstläuferin, bevor sie zum Kunstturnen kam. Ihr Goldmedaillensegen begann mit drei Auszeichnungen bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und setzte sich im Oktober 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt fort, wo sie viermal Gold (Pferd, Barren, Boden (gemeinsam mit Larissa Petrik) und Achtkampf Einzel) und zweimal Silber (Balken und Achtkampf Mannschaft) gewann. Jede einzelne der gewonnenen Medaillen widmete sie einem Helden des Prager Frühlings, darunter Alexander Dubček. Kurz nach dem Ende der Spiele heiratete sie in Mexiko-Stadt den Leichtathleten Josef Odložil, den Gewinner der olympischen Silbermedaille über 1500 m von 1964.

Der Schatten des Eisernen Vorhangs[Bearbeiten]

Věra Čáslavská wurde neben Jacqueline Kennedy Onassis zur Frau des Jahres 1968, bevor sie im Schatten des Eisernen Vorhangs verschwand. Sie hatte 22 internationale Titel gewonnen. Doch nach ihrem Rückzug vom aktiven Sport erhielt sie keine der üblichen Anstellungen für verdiente Bürger ihres Landes. Der Grund war, dass sie in Mexiko-Stadt das Manifest der 2000 Worte mitunterschrieben hatte. Sie durfte nicht das Land verlassen und galt lange Zeit als persona non grata. Věra Čáslavská widerrief im Gegensatz zu anderen bekannten Persönlichkeiten der Republik ihre Unterschrift nicht und durfte erst 1979 nach Mexiko ausreisen, wo sie als Trainerin arbeitete. Sie kehrte zurück, als ihr Bruder mit 33 Jahren in Haft starb.

Nachkommunistische Ära[Bearbeiten]

Nach dem Fall des Kommunismus im November 1989 wurde sie rehabilitiert. So war sie von 1990 bis 1992 Beraterin von Präsident Václav Havel und Präsidentin der tschechisch-japanischen Gesellschaft. 1996 wurde sie zur Präsidentin des Nationalen Olympischen Komitees gewählt. Doch ein tragischer Zwischenfall am 6. August 1993 warf sie psychisch aus der Bahn.

Ihr Ex-Ehemann Josef wollte in jener Nacht ihren gemeinsamen Sohn Martin zurechtweisen, der in eine Schlägerei geraten war. Die beiden gerieten aneinander. Dabei schlug Martin seinem Vater derart kraftvoll auf den Kopf, dass dieser nicht mehr aus dem Koma erwachte. Nach drei Jahren Haft kam Martin durch einen Gnadenerlass frei.

Věra Čáslavská lebt heute in einem Prager Seniorenheim für Nervenkranke und verlässt ihre Wohnung kaum, außer zu Therapiesitzungen. Reporter der Sportpresse behaupteten lange Zeit, sie sei die letzte Turnerin mit erkennbaren weiblichen Formen gewesen. Sie wurde in die Women's International Hall of Fame und 1998 in die International Gymnastics Hall of Fame aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Matthews, Ian Buchanan, Bill Mallon: The Guinness International Who's Who of Sport. Enfield 1993 ISBN 0-85112-980-3
  • Josef Bartoš, Stanislava Kovářová, Miloš Trapl:. Osobnosti českých dějin. Olomouc, ALDA, 1995, Kap. Čáslavská Věra, S. 46, ISBN 80-85600-39-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Věra Čáslavská – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien