Všestary

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Všestary im Okres Hradec Králové. Zu der gleichnamigen Gemeinde im Okres Praha-výhod siehe Všestary u Říčan.
Všestary
Wappen von Všestary
Všestary (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Hradec Králové
Fläche: 1619 ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 15° 45′ O50.25638888888915.757222222222265Koordinaten: 50° 15′ 23″ N, 15° 45′ 26″ O
Höhe: 265 m n.m.
Einwohner: 1.716 (1. Jan. 2013) [1]
Postleitzahl: 503 12
Kfz-Kennzeichen: H
Verkehr
Straße: Hradec Králové - Jičín
Bahnanschluss: Hradec Králové–Ostroměř
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 6
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Macháček (Stand: 2008)
Adresse: Všestary 35
503 12 Všestary
Gemeindenummer: 571091
Website: www.vsestary-obec.cz

Všestary (deutsch Schestar, früher Wschestar[2]) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt acht Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Hradec Králové und gehört zum Okres Hradec Králové.

Geographie[Bearbeiten]

Všestary befindet sich auf der Ostböhmischen Tafel. Nördlich erhebt sich der Hügel Chlum (337 m).

Nachbarorte sind Rozběřice im Norden, Neděliště im Nordosten, Světí im Osten, Plotiště nad Labem im Südosten, Bříza und Rosnice im Süden, Dolní Přím und Probluz im Südwesten, Střezetice im Westen sowie Dlouhé Dvory und Lípa im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahre 1360 als Besitz des Königingrätzer Bürgers Zdislav. Später erwarben die Dubánský von Dubany die Güter. Sie verkauften einen Teil des Besitzes zu Beginn des 15. Jahrhunderts an Matějík und Jakub Saksch. 1419 veräußerte Wilhelm Dubánský seinen restlichen Anteil an Jiří von Hradec Králové. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte das Dorf der Stadt Königingrätz, die den Hof an Alexander Absolon von Dobříkov und dessen Bruder verkaufte. Dieser vermachte 1506 die Güter der Stadt testamentarisch. Einen der Höfe verkaufte der Rat an den Bürger Jan Puška. Wegen Beteiligung am antihabsburgischen Ständeaufstand wurden die Güter der Stadt 1547 durch den böhmischen und römisch-deutschen König Ferdinand I. konfisziert und einer der Höfe in Schestar an Johann von Pernstein verkauft. Dieser verstarb im Jahr darauf und seine drei Söhne Jaroslav, Vratislav und Vojtěch veräußerten ihre Güter an Zdeňek Záruba von Hustířan auf Cerekvice. Die anderen Güter gab der König 1549 an die Pfarre und das Spital von Königingrätz zurück. Im Jahr darauf kaufte die Stadt sämtliche Güter von Ferdinand I. zurück. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden die Güter von Königingrätz erneut konfisziert, 1628 erhielt die Stadt sie zurück.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaft bildete Všestary ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Königgrätz. Am 3. Juli 1866 trafen während des Deutschen Krieges auf dem Chlum die verfeindeten preußischen und österreichischen Truppen aufeinander. Die blutige Schlacht ist als Schlacht bei Königgrätz in die Geschichte eingegangen. 1949 wurde die Gemeinde dem Okres Hradec Králové-okolí zugeordnet und kam nach dessen Auflösung am 1. Januar 1961 zum Okres Hradec Králové. Zugleich wurden Bříza und Rosnice (mit Bor 2. díl) eingemeindet. 1985 kam Rozběřice als Ortsteil hinzu. Zum 1. Januar 1989 erfolgte die Eingemeindung von Chlum und Lípa, die bis dahin zur Gemeinde Číštěves gehört hatten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Všestary besteht aus den Ortsteilen Bříza (Birk), Chlum, Lípa (Leipa), Rosnice (Rosnitz), Rozběřice (Rosberschitz) und Všestary (Schestar) sowie der Ansiedlung Bor 2. díl (Bor 2. Anteil).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche Wandelung des Herrn in Chlum
  • Kirche der hl. Dreifaltigkeit in Všestary
  • Denkmäler der Schlacht auf dem Chlum von 1866, nördlich bei Chlum und Lípa
  • Aussichtsturm auf dem Chlum, errichtet 1899

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2013 (PDF; 543 KiB)
  2. Die postalischen Abstempelungen auf den österreichischen Postwertzeichen-Ausgaben 1867, 1883 und 1890, Wilhelm KLEIN, 1967