VEBA

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
VEBA AG
VEBA.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 8. März 1929
Auflösung 27. September 2000
Auflösungsgrund Fusion mit VIAG
Sitz Düsseldorf
Leitung zuletzt Ulrich Hartmann
Mitarbeiter 130.000
Umsatz 42,48 Milliarden Euro
Branche Energieversorgung, Bergbau

Die VEBA AG (ursprünglich Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG) war ein preußisch-deutscher Energie-Staatskonzern, der später in eine börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und 2000 in der heutigen E.ON SE aufging.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Dachgesellschaft Vereinigte Elektrizitäts- und Bergwerks AG entstand am 8. März 1929 durch die Zusammenfassung einiger Bergwerksunternehmen des Preußischen Staates, darunter der erst wenige Jahre zuvor gegründeten Preussag. Das Ziel war, die durch die hohen Reparationszahlungen geschwächte deutsche Wirtschaft zu stärken und neue Kapitalgeber zu erhalten. Durch den Schwarzen Freitag am 25. Oktober 1929 und der daraufhin folgenden Weltwirtschaftskrise konnte das Ziel nicht verwirklicht werden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die VEBA zunächst Eigentum des Bundes. Nach seiner Pensionierung 1959 wurde Alfred Hartmann 1959-1966 Vorstandsvorsitzender der VEBA. Hartmann leitete die VEBA-Privatisierung ein; Rudolf von Bennigsen-Foerder (VEBA-Vorstandsvorsitzender von 1971 bis zu seiem Tod 1989) setzte sie fort und schloss sie 1987 ab.

1965 brachte der Bund erstmals Aktien im Wert von rund 528 Millionen DM an die Börse. Im selben Jahr übernahm die VEBA 95 Prozent der Stinnes AG. 1972 beschäftigte der VEBA-Konzern 58.300 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 10,3 Milliarden DM.

1974 wurde in Düsseldorf die neue Hauptverwaltung nach Plänen des Architekten Hubert Petschnigg fertiggestellt. 1975 erfolgte die Übernahme des Mineralöl- und Chemiebereichs der Gelsenberg Benzin AG, die in die bisherige Veba Chemie AG eingebracht wurde und fortan als Veba Oel AG firmierte. Im Juni 1978 schloss VEBA mit dem Mineralölkonzern BP einen Vertrag, in dem BP jährlich 3 Millionen Tonnen Rohöl bis zum Jahr 2000 an VEBA lieferte und im Gegenzug dafür Anteile an der Gelsenberg AG im Umfang von 800 Millionen DM erhielt. Im Dezember 1982 unterzeichnete die VEBA Oel AG mit der Petróleos de Venezuela (PDVSA) einen Kooperationsvertrag zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Namen Ruhr Oel GmbH.

Seit seiner Einführung am 1. Januar 1988 war die VEBA im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet. 1989 lag die Zahl der Aktionäre bei 600.000. 1990 waren 106.900 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt und der Jahresumsatz betrug 54,591 Milliarden DM. 1992 übernahm die VEBA die restlichen fünf Prozent der (mittlerweile als Aktiengesellschaft firmierenden) Stinnes AG. 1997 gründete die VEBA zusammen mit RWE das Telekommunikationsunternehmen o.tel.o.

Gegen Ende 1998 arbeiteten im VEBA-Konzern etwa 130.000 Menschen und erwirtschafteten einen Umsatz von 42,28 Milliarden Euro. Knapp 33.000 Mitarbeiter davon waren außerhalb Deutschlands beschäftigt.

Mit der Fusion am 27. September 2000 mit der VIAG endete die Geschichte der VEBA und es entstand die E.ON AG. Die VEBA brachte PreussenElektra, Veba Oel und Degussa-Hüls ein. Verkauft wurden in diesem Rahmen Veba Telecom (insb. Beteiligung mit RWE an E-Plus), MEMC (USA), Stinnes und Veba Electronics.

VEBA-Vorstandsvorsitzende[Bearbeiten]

Struktur[Bearbeiten]

Der VEBA-Konzern bestand 1996 aus sieben Teilkonzernen und der VEBA AG als Holding. Die Teilkonzerne bestanden wiederum aus etwa 40 strategischen Geschäftsfeldern.

Die Sparten waren

  • der Bereich Strom mit der 100-prozentigen Tochter PreussenElektra,
  • der Bereich Chemie mit Degussa-Hüls,
  • der Bereich Öl mit der 100-prozentigen Tochter VEBA OEL,
  • der Bereich Distribution/Logistik mit der 100-prozentigen Tochter Stinnes AG (nach Börsengang 51 Prozent),
  • der Bereich Elektronik mit der 100-prozentigen Tochter VEBA Electronics,
  • der Bereich Immobilienmanagement mit der 100-prozentigen Töchtern Raab Karcher und VEBA Immobilien Management und
  • der Bereich Telekommunikation mit der 100-prozentigen Tochter Vebacom und O.tel.o (52,5 %).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hansgeorg Köster und Thomas König: Wertorientierte Unternehmenssteuerung bei der VEBA. In: Peter Horváth (Hrsg.): Innovative Controlling-Tools und -Konzepte von Spitzenunternehmen, S. 47–68, ISBN 3-7910-1353-X