VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring

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VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
Aktuelle Saison VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2014
Logo VLN.svg
Fahrzeugtyp Tourenwagen und Gran Turismos
Land oder Region Deutschland
Erste Saison 1977
Offizielle Website www.vln.de
Ulrich Andree, Dominik Brinkmann und Christian Krognes gewannen den VLN-Titel 2012
Audi TT bei der VLN-Serie auf dem Nürburgring

Die VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist eine Breitensport-Rennserie und wird seit dem Jahr 1977 auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragen, bis 2000 allerdings unter der Bezeichnung Langstreckenpokal. Fahrer unterschiedlichster Fahrzeuge – vom serienmäßigen Auto bis zum reinrassigen Rennfahrzeug – treten in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Die Rennen dauern 4 bzw. 6 Stunden und finden auf der Nordschleife in Verbindung mit der Sprintstrecke (Kurzanbindung) des Grand-Prix-Kurses statt. Im Schnitt sind bei einem Rennen mehr als 175 Fahrzeuge am Start, die in der Regel von mehreren Fahrern pilotiert werden, die sich am Steuer abwechseln. Ausgewählte Events der VLN zählten 2010 und 2011 zusätzlich zur Deutschen GT-Meisterschaft für GT3-Fahrzeuge.

Veranstalter[Bearbeiten]

Club Rennen Distanz
ADAC-Westfalen e.V. ADAC Westfalenfahrt 4 Stunden
Renngemeinschaft Düren e.V. DMV DMV 4-Stunden-Rennen 4 Stunden
AC Altkreis Schwelm e.V. im ADAC ADAC ACAS H&R-Cup 4 Stunden
MSC Adenau e.V. im ADAC Adenauer ADAC Simfy Trophy 4 Stunden
Dortmunder MC e.V. im ADAC ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen 4 Stunden
Rheydter Club für Motorsport e.V. DMV RCM DMV Grenzlandrennen 4 Stunden
MSC Ruhr-Blitz Bochum e.V. im ADAC Opel 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen 6 Stunden
MSC Sinzig e.V. im ADAC ADAC Barbarossapreis 4 Stunden
AC Monheim e.V. DMV ROWE DMV 250-Meilen-Rennen 4 Stunden
MSC Münster e.V. DMV DMV Münsterlandpokal („Schinkenrennen“) 4 Stunden

Der Begriff VLN bedeutet Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Die Clubs der Veranstaltergemeinschaft schreiben die „VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring“ im Automobilsport aus. Bis 2013 wurden 37 Saisons ausgetragen.

Die Langstreckenmeisterschaft Nürburgring bezeichnet sich als erfolgreichste Breitensportserie Europas. Tatsächlich findet inzwischen schon eine Art Export statt, denn nach dem 24-Stunden-Rennen von Dubai wurde 2006 auch einmalig in Bahrain ein 24-Stunden-Rennen veranstaltet. Federführend war dort der MSC Ruhr-Blitz Bochum.

Das vom ADAC Nordrhein ausgerichtete 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zählt derzeit nicht zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, die Veranstalter kooperieren jedoch.

Namensgebung[Bearbeiten]

Diese Clubs veranstalten die lange Jahre als „Veedol Langstreckenpokal“ bekannte Serie von Langstreckenrennen für Tourenwagen auf der Nordschleife des Nürburgrings. Das V in VLN wurde früher oft mit den langjährigen Sponsoren Valvoline bzw. später Veedol in Verbindung gebracht, bevor von 2001 bis 2009 der Reifenhersteller BFGoodrich Namensgeber wurde. Zudem wurde 2001 der Serie vom Deutschen Motor Sport Bund der Status einer Meisterschaft verliehen. Die Serie hieß forthin „BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring“ (BFGLM), ab 2010 „VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring“.

Rennformat[Bearbeiten]

Austragungsort der Rennen ist der Nürburgring

Eine Rennrunde ist 24,433 Kilometer lang und besteht aus der Nürburgring-Nordschleife und der Sprintstrecke des GP-Kurses. Die Zeitdistanzen sind unterschiedlich: Neun Rennen gehen über vier Stunden, der traditionelle Saisonhöhepunkt, das 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, dauert sechs Stunden.

Historisch bedingt haben einige Rennen Bezeichnungen, die mit dem tatsächlichen Renndistanz kaum noch etwas zu tun haben, so etwa das 250-Meilen-Rennen. Auch das 4-Stunden-Rennen wurde teilweise nur über die kürzeste Zeitspanne von 3,5 Stunden angesetzt, die inzwischen zugunsten einer fast einheitlichen Länge von vier Stunden kaum noch ausgefahren wird. Ausnahmen sind Veranstaltungen, bei denen zwischen Training und Rennen eine Gastserie ein kurzes Rennen durchführt, sowie natürlich das seit 1993 durchgeführte 6-Stunden-Rennen.

Die meisten Fans beobachten die Rennen an der Nordschleife. Um zu bestimmten Streckenabschnitten zu gelangen, muss teilweise einige Meter gewandert werden. Denn mehrere Streckenabschnitte, darunter „Schwedenkreuz“, „Adenauer Forst“, „Karussell“ und „Wippermann“, sind zum Teil einige hundert Meter von der nächsten Hauptstraße entfernt. Gut zu erreichen und stets gut besucht hingegen sind z. B. „Breidscheid“, „Brünnchen“ und „Pflanzgarten“. An der gesamten Nordschleife muss kein Eintrittspreis bezahlt werden. Nur für das Fahrerlager und die geöffneten Tribünen am Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings sind Tickets zum Preis von 15 Euro erforderlich.

Wertungssystem[Bearbeiten]

Das Wertungssystem der Meisterschaft berücksichtigt die Anzahl der Starter in der jeweiligen Wertungsklasse. Es gab in der Saison 2009 33 Fahrzeugklassen, verteilt auf vier Fahrzeugarten, die „Division“ genannt werden. Je mehr Fahrzeuge in einer Klasse am Start sind, desto mehr Punkte können Sieger und Platzierte gewinnen. Deshalb gewinnt nicht automatisch das stärkste Auto am Ende der Saison den Meistertitel, sondern in der Regel das Fahrzeug, das sich in der Klasse mit den meisten Startern am häufigsten vorne platzieren konnte.

Für den Klassensieger werden fast zehn Punkte berechnet, für den Letztplatzierten fast keine Punkte. Ausgeschiedene bekommen keine Punkte. Die Formel lautet Punkte= 10*(Starter +0,5 – Platzierung)/Starter, es wird auf zwei Stellen gerundet. Ein einzelnes Fahrzeug erzielt somit 5,00 Punkte, bei zwei Startern werden 7,5 und 2,5 Punkte verteilt, bei fünfen sind es 9, 7, 5, 3 und 1 Punkt. Bei zehn Wagen in der Klasse bekommt der Sieger 9,5 Punkte, bei Zwanzig sind es 9,75. Bei hundert Fahrzeugen in einer Klasse, bekommt der Sieger 9,95 Punkte. In der Meisterschaftswertung gibt es zwei Streichresultate, somit werden die besten acht der zehn Läufe gewertet. Fast immer stellen die preisgünstigen seriennahen Klassen unter zwei Liter Hubraum die Meister, da dort aufgrund der hohen Teilnehmerzahlen die meisten Punkte vergeben werden, und auch noch ein zweiter Platz bei 18 Startern soviel Punkte einbringt wie ein Sieg bei sechs Startern.

Meister[Bearbeiten]

Jahr Fahrer Team Fahrzeug
1977 Ernst Thierfelder Simca Rallye
1978 Hans Weisgerber BMW 2002
1979 Wolfgang Kudrass/Norbert Schiffbauer Audi 50
1980 Johannes Scheid Scheid Motorsport Autobianchi A112 Abarth 70 HP
1981 Johannes Scheid/Reinhold Köster Scheid Motorsport Fiat 127 Sport
1982 Arno Wester/Walter Jirak VW Golf GTI
1983 Karl-Heinz Schäfer Opel Kadett GT/E
1984 Heinrich Sprungmann/Dierk Meyer VW Golf GTI
1985 Karl-Heinz Kuhlendahl VW Scirocco
1986 Herbert Kummle Ford Escort RS 2000
1987 Ludwig Nett/Jürgen Nett Peugeot 205
1988 Wolfgang Schrey/Günter Schrey Mercedes-Benz 190 E 2.3-16
1989 Lutz-Wilhelm Höhl VW Polo Coupé
1990 Heinz-Otto Fritzsche/Jürgen Fritzsche Opel Kadett GSi
1991 Heinz-Otto Fritzsche/Jürgen Fritzsche Opel Kadett GSi
1992 Dirk Adorf/Guido Thierfelder Citroën AX Sport
1993 Heinz-Otto Fritzsche/Roland Senge Opel Astra F GSi
1994 Johannes Scheid/Hans Widmann Scheid Motorsport BMW M3 (E30)
1995 Johannes Scheid/Hans Widmann Scheid Motorsport BMW M3 (E30)
1996 Dirk Adorf/Thomas Winkelhock Mühlner Motorsport Opel Astra F GSi
1997 Dirk Adorf/Heinz-Josef Bermes Mühlner Motorsport Opel Astra F GSi
1998 Johannes Scheid/Sabine Reck Scheid Motorsport BMW M3 (E36)
1999 Peter Zakowski/Hans-Jürgen Tiemann Zakspeed Chrysler Viper GTS-R
2000 Jens Lührsen/Uwe Unteroberdörster Fleper Motorsport Suzuki Swift GTi
2001 Klaus-Peter Thaler/Heinz Remmen Kissling Motorsport Opel Astra F GSi
2002 Mario Merten Bonk Motorsport BMW 318is (E36)
2003 Heinz-Otto Fritzsche/Jürgen Fritzsche Kissling Motorsport Opel Corsa C
2004 Arnd Meier/René Wolff BMW 318ti compact (E36)
2005 Claudia Hürtgen Schubert Motors BMW 320i (E46)
2006 Mario Merten/Wolf Silvester Bonk Motorsport BMW 318is (E36)
2007 Heinz-Otto Fritzsche/Jürgen Fritzsche/Marco Wolf Kissling Motorsport Opel Astra GTC
2008 Alexander Böhm/Matthias Unger Black Falcon BMW 325i (E90)
2009 Alexander Böhm/Christer Jöns/Sean Paul Breslin Black Falcon BMW 325i (E90)
2010 Mario Merten/Wolf Silvester Bonk Motorsport BMW Z4 (E85)
2011 Carsten Knechtges/Manuel Metzger/Tim Scheerbarth Black Falcon BMW Z4 (E85)
2012 Ulrich Andree/Dominik Brinkmann/Christian Krognes LMS Engineering VW Scirocco GT24
2013 Dirk Groneck/Tim Groneck Groneck Motorsport Renault Clio
2014 Rolf Derscheid/Michael Flehmer Team Derscheid Motorsport BMW 325i (E90)

Fahrer mit den meisten Gesamtsiegen[Bearbeiten]

Platz Fahrer Siege
1 Jürgen Alzen 29
2 Olaf Manthey 28
Ullrich Richter 28
4 Marc Basseng 26
Arno Klasen 26
6 Edgar Dören 24
7 Peter Zakowski 22
8 Hans-Jürgen Tiemann 21
9 Marcel Tiemann 19
10 Marc Lieb 13
11 Otto Altenbach 12
Jürgen Oppermann 12
13 Jürgen Lässig 11
Frank Stippler 11
15 Uwe Alzen 10
Timo Bernhard 10
Lucas Luhr 10
18 Dieter Gartmann 9
Christian Mamerow 9
Volker Strycek 9

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Hildebrand, Erich Kahnt, Luki Scheuer, Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring: 25 Jahre in der grünen Hölle: Das große Buch zum Langstreckenpokal Nürburgring. Die Fahrer, die Autos, die Fans. Hackethal, 2001, ISBN 3-00-007028-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]