VLSI Technology

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
VL82C106 Super-I/O-Chip von VLSI

VLSI Technology, Inc war ein Unternehmen das anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (kurz ASIC oder auch Custom Chip) als integrierte Schaltkreise entwarf, produzierte und vertrieb. Sitz des Unternehmens war Silicon Valley, 1109 McKay Drive in San José (Kalifornien). Da die Funktionen dieser neuen Mikrochips damit nicht mehr manipulierbar waren und die Herstellungskosten geringer ausfielen, wurden diese zur Kostensenkung in Seriengeräten als anwendungsspezifische Standardprodukte (ASSP) verbaut. Das in den späten 1970er Jahren von Douglas Fairbairn, Jack Balletto, Dan Floyd und Gunnar Weslesen gegründete[1] Unternehmen VLSI Technology bildete zusammen mit LSI Logic den Hauptgeschäftsbereich für anwendungsspezifische integrierte Schaltungen (ASIC).

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1982 wurde Alfred J. Stein zum Chief Executive Officer (Geschäftsführer) des Unternehmens bestellt. Anschließend eröffnete VLSI seine erste Fabrik in San Jose und in weiterer Folge eine zweite Produktionsstätte in San Antonio, Texas. 1983 erfolgte der Börsengang. Das Unternehmen wurde später von Philips Electronics übernommen und besteht bis heute als Teil von NXP Semiconductors.

VLSI war einer der Pioniere in der Electronic Design Automation und war zu Beginn der 80er Jahre ein führender Hersteller von Standardzellen. Vor der Einführung der VLSI Zelle war die Produktion in erster Linie nur großen Unternehmen in der Halbleitertechnik wie AT&T und IBM vorbehalten. VLSI ermöglichte durch ASIC die Herstellung von maßgeschneiderten Chips, um bestimmte, für den jeweiligen Aufgabenbereich nötige, Anwendungen zu erledigen.

VLSI erste große Innovation war ein Workstation-System, dass es erlaubte Halbleiterprodukte individuell und effektiv zu gestalten um eigene Chips zu entwerfen. Durch die Einführung dieses Systems in den 1980er Jahren konnte VLSI deren Umsatz in kurzer Zeit erheblich steigern. Bis Mitte der 1990er Jahre stieg VLSI zu einem anerkannter Marktführer im Chipsatz Geschäft auf. Das Unternehmen entwarf und fertigte Chips, die grundlegenden Logik-Komponenten (engl. core logic) in Computern mit diversen Mikroprozessoren und Peripheriegeräten verknüpften.

Globale Expansion[Bearbeiten]

VLSI expandierte in die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Singapur und Taiwan. Einer der wichtigsten Standorte war in Tempe (Arizona), wo eine Familie von sehr erfolgreichen Chipsätzen für den IBM-PC entwickelt wurde. Das schwedische Unternehmen Ericsson war 1998 VLSIs größter Kunde. Im Bereich der Wireless-Produkte entwickelt VLSI eine Reihe von Algorithmen und Schaltungen für den GSM-Standard und für schnurlose Standards wie den europäischen DECT und den japanischen PHS.

Durch das Wachstum und den Erfolg von VLSI in der drahtlosen Mobilteil-IC-Branche aufmerksam geworden, erwarb schließlich Philips Electronics VLSI im Juni 1999. Die ehemaligen Komponenten von VLSI bestehen bis heute als Teil der Philips-Ausgründung NXP Semiconductors.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. History of VLSI Technology fundinguniverse.com - abgerufen am 25. Februar 2013