Verband Privater Rundfunk und Telemedien

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Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT, bis 16. Oktober 2006: Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e. V.) ist ein Wirtschaftsverband und die Interessenvertretung der privaten Anbieter von Hörfunk, Fernsehen, Mediendiensten bzw. vergleichbaren Tele- und Onlinemedien. Die Angebote richten sich an die Allgemeinheit, spezielle Zielgruppen sowie angeschlossene Nutzergruppen. Dazu zählen nicht nur Fernsehen und Radio im klassischen Sinne, sondern auch Video-on-Demand-Angebote sowie das Betreiben von User-Generated-Content- und Social-Media-Plattformen. Im VPRT sind ca. 140 Unternehmen organisiert. Der Verband hat die Fachbereiche Radio und Audiodienste sowie Fernsehen und Multimedia sowie ein fachbereichsübergreifend angelegtes Technik- und Innovationsforum (TIF).

Sitz[Bearbeiten]

Der Hauptsitz des VPRT ist Berlin; der Verband betreibt außerdem ein Büro in Brüssel.

Aufgaben[Bearbeiten]

Der VPRT hat sich die Aufgabe gesetzt, die Interessen seiner Mitglieder auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zur Förderung des privaten Rundfunks und der privaten elektronischen Medienangebote wahrzunehmen. Hierzu zählen insbesondere folgende Aufgaben und Ziele:

  • Verhandlungen mit Organen der Legislative und Exekutive in Bund und Ländern, den Medienanstalten sowie den zuständigen Institutionen auf europäischer Ebene mit dem Ziel der Optimierung der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen im Interesse der Inhalteanbieter.
  • Verhandlungen mit den Inhabern von Rechten, die durch private Rundfunkangebote und elektronische Medien berührt und genutzt werden, vor allem mit den Verwertungsgesellschaften im Hinblick auf den Abschluss von Gesamtverträgen für die Verbandsmitglieder.
  • Positionsbestimmung und ggf. Verhandlung im Interesse der Inhalteanbieter mit Unternehmen aus dem Bereich der Infrastruktur (Netze/Plattformen/Endgeräte) sowie Access- und Serviceanbietern mit dem Ziel des fairen und diskriminierungsfreien Zugangs und Wettbewerbs.
  • Vertretung der Mitgliederinteressen in nationalen und internationalen Gremien, die sich mit den rechtlichen, wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen der privaten elektronischen Medienangebote befassen.
  • Allgemeine Beratung und Unterstützung der Mitgliedsunternehmen in medienrechtlichen, technischen, wirtschaftlichen und medienpolitischen Fragen.
  • Organisation des Informationsaustausches zwischen den Mitgliedern.

Geschichte[Bearbeiten]

Der VPRT wurde am 1. Oktober 1990 gegründet. Damals schlossen sich die beiden Vorläuferverbände „Bundesverband Privater Rundfunk und Telekommunikation“ (BPRT) und „Bundesverband Kabel und Satellit“ (BKS) zusammen. Zum ersten Präsidenten wurde in der Gründungsversammlung der Fernsehjournalist Peter Scholl-Latour gewählt, zuvor Präsident des BPRT. Geschäftsführender Vizepräsident wurde Jürgen Doetz vom BKS.[1]

Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand des VPRT setzt sich wie folgt zusammen aus:

  • dem Vorstandsvorsitzenden (Tobias Schmid, RTL Television GmbH)
  • den Vorsitzenden der beiden Fachbereiche (Klaus Schunk, Radio Regenbogen Hörfunk in Baden GmbH & Co. KG / Annette Kümmel, ProSiebenSat.1 Media AG) sowie deren Stellvertretern
  • einem Schatzmeister (Holger Ensslin, Sky Deutschland)
  • bis zu sechs weiteren Vorstandsmitgliedern

Aktivitäten[Bearbeiten]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

Zwar ist der VPRT gleichermaßen für TV- wie Radio-Sender zuständig, doch hatte dem Verein in der Vergangenheit ein Teil seiner Radio-Mitglieder bisweilen vorgeworfen, ihre Interessen gegenüber dem Fernsehen zu vernachlässigen. Dies führte 2010 zu dem Austritt eines großen Radio-Senderverbundes aus dem Verband.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Oberst: Strategien gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (PDF), S. 7 f., in: Die bedrohte Instanz: Positionen für einen zukunftsfähigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Herausgegeben von Frank Werneke, ver.di, Berlin 2005
  2. siehe Mitglieder im Netzwerk
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartin U. Müller, SPIEGEL ONLINE: "Radiomacher unzufrieden mit Lobbyverband". 29. September 2010, abgerufen am 11. Januar 2011.