Ein-Liter-Auto von VW
Unter dem Begriff Ein-Liter-Auto wurden verschiedene Studien von Volkswagen für ein Niedrigenergiefahrzeug vorgestellt, das vorgeschriebene Fahrzyklen mit einem Durchschnittsverbrauch von nur einem Liter Kraftstoff auf 100 km bewältigen kann.
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Konzeptstudie Studie 1L (2002) [Bearbeiten]
Das nur 290 kg schwere Fahrzeug hat zwei hintereinander angeordnete Sitze. Dadurch ergibt sich eine windschlüpfige Karosserie von 3,65 m Länge und 1,25 m Breite mit einem Cw-Wert von 0,159. Die Stirnfläche fällt durch die hintereinander liegenden Sitze recht gering aus. Auf Außenspiegel und Rückspiegel wurde verzichtet, dafür wurden Kameras verwendet. Ebenso wurde die klassische Beleuchtung durch moderne Leuchtdiodentechnik ersetzt. Als Motor dient ein Einzylinder-Diesel-Pumpe-Düse-Direkteinspritzer mit etwa 6,3 kW/8,5 PS Leistung bei 4000 min-1 und 299 cm³ Hubraum, der eine Höchstgeschwindigkeit von ungefähr 120 km/h ermöglicht. Das Konzept erinnert an den Messerschmitt Kabinenroller.
Mitbeteiligt an der Realisierung der Konzeptstudie mit VW-Codenamen CC0 waren zirka 70 Automobil-Zuliefererfirmen, die auf dem VW-eigenen Erprobungsgelände bei Ehra-Lessien ihre Systeme in das Fahrzeug einbauten. Trotz Leichtbauweise bei den mechanischen Komponenten und minimalem Stromverbrauch in der Elektrik/Elektronik ist der CC0 ein sicheres und – den Umständen entsprechend – komfortables Fahrzeug geworden. Enthalten sind u. a. folgende Systeme:
- ESP mit integriertem ABS
- Fahrer-Airbag
- Deformationselemente im Frontbereich
- Keyless-Entry/Keyless-Go-System für Flügeltür, 80 Liter Kofferraum und Motor-Start-Stopp.
Bei einer werbewirksamen Probefahrt zu einer VW-Hauptversammlung im April 2002 erreichte der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch tatsächlich einen Durchschnittsverbrauch von 0,89 Liter Diesel auf 100 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 72 km/h.[1]
Seriennahe Version L1 (2009) [Bearbeiten]
Nach Aufsichtsratschef Piëch bestätigte auch VW-Vorstandschef Martin Winterkorn im Jahr 2007, dass VW das Ein-Liter-Auto in Serie bauen würde – und zwar ab 2010.[2] Diese Serienfertigung fand bisher (2012) jedoch nicht statt. Eine erste seriennahe Version wurde im September 2009 auf der Frankfurter IAA unter dem Namen L1 vorgestellt. Durch Neuausrichtung hin zu einem Serienprodukt unterscheidet sich das Fahrzeug in vielen Punkten zum ersten Konzept. Unter anderem wird der Verbrauch jetzt mit 1,38 Liter Diesel auf 100 km angegeben (entsprechend 36 g/km CO2) und die Endgeschwindigkeit mit 160 km/h.[3] Das Fahrzeuggewicht beträgt 380 kg, bei einer Länge von 3,81 m, einer Breite von 1,20 m und einer Höhe von 1,14 m. Der Antrieb erfolgt hybrid aus einem Zwei-Zylinder-TDI-Diesel Motor mit 800 cm³ Hubraum plus einem Elektromotor. Der Diesel ist im Heck, der Lithium-Ionen-Akkumulator für den Elektromotor in der Frontpartie des Fahrzeug untergebracht. Die Leistung von 29 kW/39 PS wird von einem 7-Gang-DSG auf die Hinterräder übertragen. Die Beschleunigung von 0 bis 100 km/h erfolgt beim Sportmodus in 14,3 Sek, die Reichweite beträgt 720 km.[4]
Seriennahe Version XL1 (2011) [Bearbeiten]
Auf der Qatar Motor Show wurde am 26. Januar 2011 eine breitere Version als „Seriennahe Studie“ vorgestellt. Beim XL1 handelt es sich um einen Plug-in-Hybrid dessen Lithium-Ionen-Akku an der Steckdose aufgeladen werden kann. Laut Volkswagen verbraucht er nur 0,9 l/100 km und emittiert somit nur 24 g/km CO2. Mit einer Tankfüllung (10 l) und einem 90 Minuten geladenen Lithium-Ionen-Akku erreicht das Fahrzeug eine Reichweite von 550 km wovon etwa 35 km elektrisch zurückgelegt werden. Dies entspricht einem Verbrauch von 1,82 l/100 km bei vollem und 1,94 l/100 km bei entladenem Akku.[5][6] Bei diesem neu vorgestellten Modell sind die beiden Sitze im Gegensatz zu den vorherigen Modellen nebeneinander angeordnet.[7] Damit hat sich natürlich auch der Luftwiderstand wieder erhöht. Die Stirnfläche A beträgt 1,5 m2, der Luftwiderstandskoeffizient cW 0,186.[8]
Der Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch deutete im Januar 2011 an, dass Volkswagen den XL1 von 2013 an in Großserie herstellen will.[9][10] Im März 2012 berichtet die Zeit, dass VW für 2013 definitiv eine Kleinserie plant. [11] Im Februar 2013 wurde bekannt, dass das serienreife Modell auf dem Genfer Auto-Salon 2013 vorgestellt werden solle und die Produktion einer Kleinserie (100 bis 1000 Stück) bei Volkswagen Osnabrück beginnen werde; als Preisspanne werden 30.000 bis 50.000 Euro genannt. Ein bedeutender Wettbewerber dürfte der BMW i3 werden.[12]
Mitte Februar wurde das Produktionsziel auf nunmehr nur noch 50 Fahrzeuge gesenkt. Außerdem soll diese Kleinserie nicht im freien Handel verfügbar sein, sondern nur geleast werden können.[13] Im März 2013 war wieder von nun mehr 250 Fahrzeugen die Rede.[14]
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,510243,00.html
- http://www.volkswagen.de/de/Volkswagen/nachhaltigkeit/technologien/forschung_und_projekte/1-liter-auto.html
- http://www.the-car-addict.com/2013/02/all-about-production-of-volkswagen-xl1.html (englisch)
- http://www.volkswagen-xl1.com
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Herbert Völker: Piëch im 1-Liter-Auto: Am Anfang war der Pinguin. In: derstandard.at. 5. April 2013, abgerufen am 5. April 2013 (deutsch).
- ↑ VWs 1-Liter-Auto: Winterkorn bekräftigt Serienpläne (9. Okt. 2007)
- ↑ VW zeigt 1-Liter-Auto
- ↑ Volkswagen Magazin 03/2009 Seite 11 ff
- ↑ Knausert am Sprit, nicht am Fahrspaß
- ↑ Volkswagen zeigt das 0,9-Liter-Auto
- ↑ Weltpremiere des neuen 1-Liter-Autos in Katar
- ↑ Volkswagen CarScene TV: Volkswagen XL1 - Vision wird Realität
- ↑ http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article12356122/Wolfsburgs-gruener-Realo.html
- ↑ http://blog.meinauto.de/neuwagen-blog/11796/vw-1-liter-auto-xl1-geht-2013-in-produktion
- ↑ http://www.zeit.de/auto/2012-03/volkswagen-ein-liter-auto
- ↑ Christoph Ruhkamp: Das Einliterauto geht in Serie. FAZ.NET vom 15. Februar 2013, abgerufen am 15. Februar 2013
- ↑ Ein-Liter-Auto geht in Serie. auto motor und sport vom 21. Februar 2013, abgerufen am 6. März 2013.
- ↑ [1] Stern (Zeitschrift) vom 16. März 2013, abgerufen am 17. März 2013