VW Iltis
| Volkswagen | |
|---|---|
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VW Iltis Standardausführung |
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| Iltis (Typ 183) | |
| Hersteller: | Volkswagen, Bombardier |
| Produktionszeitraum: | 1978–1988 |
| Klasse: | Geländewagen |
| Karosserieversionen: | |
| Motoren: | Ottomotor: 1,7 Liter (55 kW) Turbodiesel: 1,6 Liter (52 kW) (1987–1988) |
| Länge: | 3972 mm |
| Breite: | 1520 mm |
| Höhe: | 1837 mm |
| Radstand: | 2017 mm |
| Leergewicht: | 1340 kg |
| Vorgängermodell: | DKW Munga |
| Nachfolgemodell: | Wolf (Fahrzeug) |
Der VW Iltis (Typ 183) ist ein Geländewagen, der von Ende der 1970er- bis gegen Ende der 1990er-Jahre Teil des Bundeswehr-Fuhrparks war. Vereinzelt ist er (Stand April 2007) noch bei PATRIOT-Flugabwehr-Verbänden als Fernmeldewagen („Funk-Iltis“) anzutreffen.
Der Iltis wurde von der Audi NSU Auto Union AG entwickelt und war Ersatz für den DKW Munga („Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb“), dessen Produktion bei Auto Union Ende 1968 auslief. Als Zwischenlösung bis zur Auslieferung der ersten Iltis-Wagen wurde von der Bundeswehr der VW Typ 181 beschafft.
Das geländegängige Fahrzeug, bei der Bundeswehr offiziell als LKW 0,5 t tmil gl (0,5 Tonnen Zuladung, teilmilitarisiert, geländegängig) geführt, wurde als allgemeines Kleinfahrzeug in einer Reihe von Aufgaben eingesetzt, z. B. als Führungs- und Fernmeldefahrzeug, zum allgemeinen Transport von Personen, als Träger-Kfz für Panzerabwehrwaffen und zum behelfsmäßigen Verwundetentransport.
Das Planenverdeck sowie die herausnehmbaren (Planen-)Türen ermöglichen den Einsatz im offenen wie im geschlossenen Zustand. Die Sanitätsausführung wurde mit einem verlängerten Verdeck ausgeliefert, um einen liegenden Transport von Verwundeten zu ermöglichen.
Das Quattro-Prinzip von Audi wurde durch das Allradsystem des Iltis inspiriert.
Der Iltis wurde auch für den zivilen Markt produziert, erreichte jedoch wegen des hohen Preises nie eine größere Käuferschaft. 1982 betrug der Preis mit 39.300 DM etwa das Dreifache eines VW Golf in Grundausstattung. In heutiger Währung und inflationsbereinigt entspricht dies einer Summe von 37.600 Euro.[1]
Nach Einstellung der Produktion bei Volkswagen wurde die Fertigungsstraße an die kanadische Firma Bombardier verkauft, die den Iltis in minimal modifizierter Form u. a. für die kanadischen Streitkräfte herstellte. Die belgische Armee bezog ebenfalls Iltisse von Bombardier, diese Fahrzeuge wurden mit kanadischen Teilen im belgischen VW-Werk Brüssel montiert und sind dem deutschen Ur-Iltis in vielen Punkten ähnlicher als der kanadische. Die deutsche Bundeswehr ersetzte ihre Iltis-Fahrzeuge durch den Wolf gl, der auf der Mercedes-Benz G-Klasse basiert. Dieser Typ hatte bereits in den 1970er Jahren an der Ausschreibung teilgenommen, die damals jedoch mit der Beschaffung des VW Iltis endete.
Inhaltsverzeichnis |
Karosserie [Bearbeiten]
Die Karosserie war eine Weiterentwicklung des DKW Munga. Der Iltis ist ein offener Geländewagen mit folgenden Außenabmessungen:
| Länge | Breite | Höhe | |
| Standardausführung: | 3972 mm | 1520 mm | 1837 mm |
| Sanitätsausführung (verlängertes Verdeck): | 4540 mm | 1720 mm | 1855 mm |
Der Radstand beträgt nur 2017 mm, damit ist die Gefahr des Aufsetzens beim Überfahren von kleineren Hügeln sehr gering. Jedoch leidet der Fahrkomfort darunter, auf kurz aufeinanderfolgende Bodenwellen reagiert das Fahrzeug mit starken Nickbewegungen. Anfängliche Schwächen führten zum Einknicken der Karosserie unter der A-Säule; sie wurden durch ein innenliegendes Verstärkungsblech behoben.
Das Fahrzeugleergewicht beträgt 1340 kg.
Motor [Bearbeiten]
Angetrieben wird der Iltis entweder von einem wassergekühlten Vierzylinder-Ottomotor in Reihenbauweise mit 1,7 Liter Hubraum und 55 kW (75 PS) oder in den Baujahren 1987 bis 1988 von einem Turbodiesel mit 1,6 Liter Hubraum und 52 kW (70 PS). Das maximale Drehmoment liegt bei 140 Nm bei 3000 min−1. Iltisse mit Dieselmotor wurden bei VW in Belgien in rund 880 Einheiten ausschließlich für das deutsche Heer gefertigt. Die parallel dazu in Belgien produzierten Iltisse waren ausnahmslos Benziner.
Antrieb [Bearbeiten]
Das an die Bundeswehr gelieferte VW-Modell hatte keine vordere Differentialsperre, alle anderen Modelle konnten mit einer solchen Sperre geliefert werden.
Die Fahrzeuge haben Hinterradantrieb, der Vorderradantrieb ist zuschaltbar. Die Differentialsperre hinten und (sofern vorhanden) vorne sind manuell einschaltbar, wobei die vordere Achse nur bei eingeschaltetem Allradantrieb gesperrt werden kann. Der Allradantrieb und die Differentialsperren können bei beliebiger Geschwindigkeit eingeschaltet werden. Der Vorderradantrieb ist im Schaltgetriebe integriert. Dieses hat normale 4 Vorwärtsgänge sowie je einen Rückwärts- und Geländevorwärtsgang, die nicht synchronisiert sind. Der Geländegang kann nur bei zugeschaltetem Vorderachsantrieb (Allradantrieb) eingelegt werden.
Fahrleistungen [Bearbeiten]
Der VW Iltis beschleunigt in 21 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Die geringen Fahrleistungen sind nicht zuletzt auf das relativ hohe Fahrzeuggewicht zurückzuführen.
Aufgrund des hohen Fahrzeugschwerpunktes und der in der Bundeswehrversion üblichen Bereifung neigt das Fahrzeug dazu, in engen Kurven zu rutschen oder zu kippen. Aus diesem Grund empfiehlt die Bundeswehr ihren Fahrern, das Fahrzeug nur mit zugeschaltetem Vorderachsantrieb (Allradantrieb) zu fahren.
Sonstiges [Bearbeiten]
Der VW Iltis wurde nicht bei Volkswagen in Wolfsburg, sondern bei der Volkswagen-Tochter Audi in Ingolstadt entwickelt und unter anderem auch dort produziert. Vor seiner Markteinführung wurde ein Iltis-Prototyp zusammen mit Limousinen aus dem Hause Audi unter winterlichen Verhältnissen in Skandinavien bei Fahrzeugtests als Begleitfahrzeug eingesetzt.
Jörg Bensinger, damaliger Testleiter und gedanklicher Vater des Audi Quattro, fuhr den Iltis bei diesen Tests und legte danach dem damaligen Vorstand der Audi Fahrzeugentwicklungsabteilung, Ferdinand Piëch, nahe, ein allradangetriebenes Straßenfahrzeug zu bauen.
Eine Besonderheit des bei der Bundeswehr eingesetzten Iltis ist sein Bordnetz mit einer Betriebsspannung von 24 Volt. Damit verbunden sind vereinzelt hohe Preise für Ersatzteile wie Anlasser oder Zündsystem. Vor dem Montageplatz der Batterien unter den Rücksitzen ist ein Abdeckblech angebracht, dieses wird als Schwallblech bei Gewässerdurchfahrten vor den Kühlergrill gesteckt.
Versionenvergleich zwischen Bombardier und Volkswagen [Bearbeiten]
Die Unterschiede vom frühen deutschen Modell zum belgischen (manche Details wurden beim in Belgien gebauten Turbodiesel übernommen):
- Armaturenbrett-Anzeigen für Allrad und Sperren, mit entsprechenden Schaltern an den Getrieben
- Zusatzinstrumente für Bordspannung, Funkbatteriespannung und Kühlwassertemperatur
- Vorderachssperre
- Seitenblinker
- geänderter Kabelbaum
- am linken vorderen Kotflügel entfernte bzw. geänderte Antennenaufnahme
- am rechten Heck teilweise keine Schraublöcher für Antennenwinkel
- Spatenhalterung unter der Motorhaube für US-Spaten geändert
- verstärkte Antriebswellen rundum
- serienmäßige Achssperre vorne
- Reifen UNIROYAL T9 oder MICHELIN X
- Sperrenhebel aus Kunststoff gegen metallische Exzenterhebel getauscht
- Türen haben 2 Reißverschlüsse, hinterer und unterer Rand der Scheibe
- hintere Türen haben rechteckige Fenster
- breiter Kühler
- Verteiler luftgekühlt
- Wagenheber im rechten Staukasten verschraubt
- Karosserie und Rahmen mit 6 statt 4 Gummilagern verschraubt
Motorsport [Bearbeiten]
1980 erzielten alle vier bei der zweiten Rallye Oasis (der heutigen Rallye Dakar) gestarteten VW Iltis Spitzenplatzierungen. Den ersten Platz belegte das Team Kottulinsky/Löffelmann, deren Siegerfahrzeug mit der Startnummer 137 im Originalzustand im Automuseum Wolfsburg ausgestellt ist. Die anderen drei Mannschaften belegten die Plätze 2, 4 und 9. Diese Ergebnisse sind auch deshalb besonders erwähnenswert, da es sich weitestgehend um Serienfahrzeuge handelte.
Literatur [Bearbeiten]
- Kai Sippel: VW Typ 183 "Iltis" - Der Allrad-Geländewagen von Volkswagen 1976-1988. Selbstverlag, 2004, ISBN 3-00-014113-8
- Willy Queissner: VW Iltis. Schiffer Publishing Ltd, 2001, ISBN 0-7643-1309-6
Weblinks [Bearbeiten]
- Volkswagen Classic Dossier zum VW Iltis
- www.iltiswiki.de / Spezielles technisches Wiki zum Thema "VW-Iltis"
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Diese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 100 Euro gerundet und bezieht sich maximal auf den vergangenen Januar
1. Generation: DKW Munga | Faun L 912/45 A | Ford G398 | Hercules K 125 BW | Kraftkarren (KraKa) | Magirus-Deutz Jupiter 6x6 | MAN 630 | Mercedes-Benz LG 315/46 | Mercedes-Benz Unimog (S404) | VW Typ 2 | VW Typ 181
2. Generation: Hercules K 125 BW | LARS Raketenwerfer | Magirus-Deutz 168M11/Iveco-Magirus 110-17 | MAN gl | Mercedes-Benz NG | Mercedes-Benz Unimog (U 1300 L) | SLT 50-2/3 Elefant | Spähpanzer Luchs | TPz Fuchs | VW Iltis | VW Typ 3
Ungepanzerte Radfahrzeuge der 3. Generation: Hercules K 180 BW | KTM 400 LS-E Military | MAN gl | Mercedes-Benz Unimog (U3000/U4000/U5000) | Mercedes-Benz Zetros | SLT 56 Franziska | Wechselladersystem Multi | Wolf
Geschützte Radfahrzeuge der 3. Generation: Eagle IV | Enok | ATF Dingo (1&2) | Duro 3 | GTK Boxer | Mungo ESK | Serval/Wolf AGF | Spähwagen Fennek | Wolf MSA und FSA
Truppenversuche: APE | Goliath Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4×4) | Porsche Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4×4) | Sonderwagen 4 (TM-170) (nur zur Erprobung, nicht realisiert) | Panzerspähwagen Zobel (Projektstudie zum Fennek)