VW Vento

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Dieser Artikel erläutert den europäischen VW Vento. In Argentinien bezeichnet dies einen VW Jetta V und VW Jetta VI sowie den VW Golf VI Variant. In Indien wird der VW Polo V Stufenheck unter dieser Bezeichnung vermarktet.
Volkswagen
VW Vento (1991–1993)

VW Vento (1991–1993)

Vento/Jetta III
Produktionszeitraum: 1991–1997
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,8 Liter
(55–128 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(47–81 kW)
Länge: 4380 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1405–1425 mm
Radstand: 2475 mm
Leergewicht: 1105−1265 kg
Vorgängermodell: VW Jetta II
Nachfolgemodell: VW Bora

Der VW Vento (Typ 1H5) wurde im Herbst 1991 in Brüssel als Nachfolger des Jetta II vorgestellt. Mit dem neuen Namen erhoffte sich der Hersteller besonders für den deutschen Markt einen Imagewechsel des Fahrzeugs und einen Anstieg der Verkäufe. In den außereuropäischen Ländern (vor allem in den USA) wurde das neue Modell weiterhin unter der Bezeichnung VW Jetta angeboten, da sich der Name dort bewährt hatte. In den USA hießen Golf und Jetta intern gleichermaßen 1HM, wobei das M für Mexiko, den Produktionsstandort für den US-Markt, stand.

Heck des Vento

Der Vento wurde ausschließlich als Viertürer produziert. Eine zweitürige Modellvariante wie bei den beiden vorhergegangenen Jetta-Modellen war verworfen worden, da seit Ende der 1980er-Jahre auf den Hauptabsatzmärkten kaum mehr Bedarf für einen solchen Fahrzeugtyp vorhanden war. Auch eine Syncro genannte Allradversion wurde nicht mehr angeboten.

Das Fahrzeug war in technischer Hinsicht baugleich mit dem Golf III und – wie die Vorgängermodelle – eine Stufenheck-Variante des Golf. Abgesehen von der 36 cm längeren Karosserie unterscheidet sich der Vento vom Golf III durch eckige Frontscheinwerfer, einen anders gestalteten Kühlergrill, ein leicht modifiziertes Armaturenbrett (bis Ende 1993), eine bessere Serienausstattung (mit unter anderem lackierten vorderen und hinteren Schürzen, 14"-Rädern, weißen Blinkleuchtengläsern vorne sowie eine andere Türinnenverkleidung).

Anfangs waren vier Ottomotoren (1,8 l mit 75 PS (55 kW), 1,8 l mit 90 PS (66 kW), 2,0 l mit 115 PS (85 kW) und 2,8-l-VR6 mit 174 PS (128 kW)) und zwei Dieselmotoren (1,9 l mit 60 PS (44 kW) und 1,9 l mit 75 PS (55 kW)) lieferbar. Der 1,6 l mit 75 PS (55 kW) folgte im Sommer 1992. Der 1,4-l-Basismotor des Golf III mit 60 PS (44 kW) und der 2,0-l-16V-Motor mit 150 PS (110 kW) war für Vento/Jetta III nicht erhältlich.

Seitenansicht des Vento in der Ausstattungsvariante GT (85 kW/115 PS)

Sechs Ausstattungsversionen wurden angeboten: Vento CL (und später zusätzlich CLX) als Basisversionen, GL/GLX komfortbetont, GT sportlich, GTD sportlich mit einem Dieselmotor und VR6 mit Sechszylinder-Motor. In den USA hießen die sportlicheren Versionen wie in Europa ebenfalls GT (vorher GLI). Der VR6 war dort in einer luxuriös-komfortableren Variante als GL und in einer sportlichen als GT bestellbar. Erstmals gab es den Motor des GT mit 115 PS optional auch für die GL-Version, hier außerdem in Verbindung mit einer neuen Vierstufen-Getriebeautomatik. Die meistbestellte Version war der Vento GL; der meistgefragte Motor der 1,8 l mit 90 PS (66 kW).

Trotzdem blieb die Nachfrage in Europa auch bei diesem Modell wieder relativ bescheiden, in Nordamerika aber war der Jetta erneut ein Erfolg. Der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen von 550 Liter und das Platzangebot zählen zu den Pluspunkten dieses Modelltyps.

Überblick[Bearbeiten]

Im Laufe der sechsjährigen Bauzeit ergaben sich zahlreiche Änderungen:

1991
  • November: Vorstellung des Modells.[1]
1992
  • August: Neuer 1,6-Liter-Benzinmotor mit 75 PS (55 kW).
1993
  • Vorstellung des Jetta III in den USA.
  • Kleine Modellpflege mit neuer Kombi-Instrumententräger, neue Sicherungsknöpfe, abgedunkelte Heckleuchten bei der VR6-Version, neuer dreispeichiger Kühlergrill in Wagenfarbe lackiert, Einführung eines serienmäßigen Einklemmschutzes bei den elektrischen Fensterhebern und/oder dem Schiebedach.
  • Juli: Neuer 1,9-Liter-Turbodieselmotor mit 90 PS (66 kW) und direkter Einspritzung.
1994
  • Oktober: Neuer 1,6-Liter-Benzinmotor mit 101 PS (74 kW).
1995
  • Kleine Modellpflege mit geänderte Stahlräder, serienmäßig abgedunkelte Heckleuchten, ein neuer in Wagenfarbe lackierter „Happy-Face“-Kühlergrill im Stil des Passat, schwarz lackierte Stahlräder (vorher in Silber) und Radvollblenden, neue Aluminiumräder, ABS serienmäßig sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber, vollflächig lackierte Stoßstangen, ab Version CL Lackierung aller äußeren Plastikteile (außer Türgriffe) in Wagenfarbe, abgerundete seitliche Blinkleuchten, Armaturenbrett vom Golf III. Neue Modellbezeichnungen: jetzt CLX (vorher CL) und GLX (vorher GL), alle anderen wie zuvor. GTD-Version entfällt, stattdessen Einführung des GT TDI und zusätzliche neue Lackierungen, serienmäßige Kopfstützen für die Rücksitze.
  • Juli: Neuer 1,9-Liter-Saugdieselmotor mit 64 PS (47 kW) und direkter Einspritzung.
1996
  • Januar: Der Vento erhält einen modernisierten 1,6-Liter-Motor mit 74 kW (100 PS). Die Ausstattungslinien heißen nun CLX, GLX, GT und VR6.
  • Februar: Neuer Turbodieselmotor mit Direkteinspritzung (1,9 Liter mit 110 PS (GT(I) TDI, Unterscheidungsmerkmal Rotes "I" in TDI).
1997
  • Geänderter Kabelbaum.
  • Serienmäßig zusätzlich zwei Seitenairbags.
  • Dezember: Die Produktion wird eingestellt.[1] Der Nachfolger Bora auf Golf-IV-Basis folgte im September 1998.[1]

Der Lopez-Effekt, ähnlich wie beim Golf III (sehr oft erkennbar an z. B. rostenden Heckklappen und wackelnden Sitzen), führte allgemein zu einer geringeren Zuverlässigkeit und zu einer höheren Rostanfälligkeit in den Serien der Jahre 1991 bis 1995. Ab dem Facelift im Herbst 1995 verbesserte sich die Verarbeitungsqualität spürbar.

Aus Plänen für einen Kombi der Modellreihe, der Vento Variant heißen sollte, wurde schließlich mit dem zum Golf gehörigen Frontdesign der Golf Variant entwickelt. Ein Vento Cabriolet entstand bei Hofele Design in Einzelstücken auf Basis des Golf III Cabrios, es wurde im September 1994 auf der Automechanika in Frankfurt am Main vorgestellt. Es war geplant, einen Umbau anzubieten - nicht zuletzt wegen des Kofferraumgewinns und der gefälligeren Optik. Angepeilt war dabei ein Umrüstungspreis von etwa 8000 DM. Dazu kam es jedoch nicht, es entstanden aber einige wenige Vorserienmodelle.

Technische Daten[Bearbeiten]

Vierzylinder mit 66 kW (90 PS; MKB: ADZ)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Volkswagen Jetta III – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Volkswagen Vento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Bosch Produktfinder, Scheibenwischer 2002/2003 (schwedisch)
  2. a b c d VW Vento Motorcodes / Motorenübersicht / Motornummern / Motorenkennziffern
Vorgänger Amt Nachfolger
VW Jetta II VW Vento
1991–1997
VW Bora