Vaadin

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Vaadin
Vaadin-logo
Basisdaten
Aktuelle Version 7.1.13[1]
(27. März 2014)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache Java
Kategorie Web Application Framework
Lizenz Apache-Lizenz
Deutschsprachig Nein
vaadin.com

Vaadin ist ein freies (unter Apache-Lizenz 2.0) Webanwendungs-Framework für Rich Internet Application (RIA). Im Gegensatz zu JavaScript-Bibliotheken und auf Browser-Plugins basierenden Lösungen bietet es eine serverseitige Architektur, was bedeutet, dass der Großteil der Programmlogik auf dem Server läuft. Auf der Client-Seite baut Vaadin auf dem Ajax-Framework Google Web Toolkit auf und kann damit erweitert werden.

Merkmale[Bearbeiten]

Eines der Hauptmerkmale von Vaadin ist, dass der Softwareentwickler die gesamte Anwendung in Java schreiben kann. Das Framework umfasst ereignisgesteuerte Programmierung sowie Steuerelemente, die das Programmiermodell näher an die Modelle üblicher GUI-Software bringt als bei traditioneller Webentwicklung mit HTML und JavaScript.

Vaadin benutzt Google Web Toolkit (GWT) zum Darstellen von Webseiten. Vaadin fügt allen Aktionen eine serverseitige Datenvalidierung hinzu, wodurch der Server über möglicherweise manipulierte Client-Daten informiert und diese Veränderungen unterbindet.

Vaadins Standardkomponenten können mit eigenen GWT-Steuerelementen erweitert werden, für die Themes mit CSS erstellt werden können.

Erweiterungen und Werkzeuge[Bearbeiten]

Neben einer Reihe von OpenSource-Erweiterungen von Vaadin[2] vermarkten die Hersteller von Vaadin auch folgende kommerzielle Erweiterungen und Werkzeuge:

Vaadin TouchKit[3]
Eine Erweiterung für Vaadin Applikationen, die es ihnen ermöglicht auf mobilen Endgeräten derart zu laufen, dass sie wie native Applikationen wirken. Dabei laufen diese Applikationen mit HTML5, JavaScript und CSS auf dem Endgerät in einem Browser im Vollbildmodus. Mittels der Möglichkeiten von HTML5 und den Apache Cordova APIs können dabei Fähigkeiten mobiler Endgeräte wie Beschleunigungssensor, Kamera, Kompass und Geolokation angesprochen werden.
Vaadin TestBench[4]
Vaadin TestBench ist ein auf Selenium2 aufbauendes Werkzeug für die Erstellung automatisierter Oberflächentests. Mit einem Recorder können die Testfälle aufgenommen werden und als JUnit Tests abgelegt und verändert werden. Diese Tests können dann lokal oder remote laufen, die Testergebnisse werden in Dateien gespeichert.
Vaadin Charts[5]
Eine Bibliothek von visuellen Komponenten für die Darstellung von animierten und interaktiven Diagrammen in Vaadin Applikationen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung begann zunächst als Adapter, aufbauend auf dem quelloffenen Web-Framework Millstone 3, das im Jahr 2002 freigegeben wurde. Es führte eine ajaxbasierte Client-Kommunikation und Renderengine ein. Im Jahr 2006 wurde dieses Konzept separat als kommerzielles Produkt entwickelt. Dadurch sind große Teile der serverseitigen Vaadin-API noch immer mit den swingähnlichen APIs von Millstone kompatibel.

Anfang 2007 wurde der Produktname zu IT Mill Toolkit geändert und Version 4 freigegeben. Es benutzte eine proprietäre Ajax-Implementation für die Darstellung auf der Client-Seite, was es kompliziert machte, neue Widgets zu implementieren. Ende 2007 wurde die proprietäre Implementierung auf der Client-Seite aufgegeben. Stattdessen wurde das Google Web Toolkit integriert, um die serverseitigen Komponenten darzustellen. Zur gleichen Zeit wurde die Produktlizenz in die Version 2.0 der freien Apache-Lizenz geändert. Die erste Veröffentlichung einer produktionsfähigen Version von IT Mill Toolkit 5 erfolgte am 4. März 2009 nach einer mehr als ein Jahr andauernden Beta-Periode.

Am 11. September 2008 wurde öffentlich angekündigt, dass Michael Widenius, der Hauptentwickler der originalen Version von MySQL, in IT Mill, den Entwicklern von Vaadin, investierte. Die Summe der Investition wurde nicht genannt.

Um die Community anzuziehen, wurde das IT Mill Toolkit am 20. Mai 2009 in Vaadin umbenannt. Der Name stammt vom finnischen Wort für ein weibliches Rentier, das auch als „Ich beharre“ übersetzt werden kann. Zusätzlich zur Namensänderung wurde zusammen mit der Community eine Vorabfreigabe von Version 6 getätigt.

Am 30. März 2010 wurde Vaadin Directory geöffnet, ein Portal für die Verbreitung von kommerziellen und open-source Erweiterungen für das Vaadin Framework.[6]. Die kommerziellen und freien Erweiterungen des Vaadin Teams werden seit damals ebenfalls über das Vaadin Directory vertrieben. Seit 25. Februar 2011 gibt es ein kommerzielles Supportmodell, die sogenannten Vaadin Pro Accounts.

Am 4. März 2013 wurde Vaadin 7, die erste Hauptversion seit der Umbenennung in Vaadin 2009 veröffentlicht.

Konkurrenz[Bearbeiten]

Historisch wurde Vaadin mit den Frameworks wingS, Echo/Echo2 und ThinWire verglichen, die ein ähnliches, serverseitiges Programmiermodell benutzen. Die serverseitigen APIs sind ziemlich ähnlich, jedoch unterscheiden sich die clientseitigen Interaktionen (z. B. im Webbrowser) in der Tatsache, dass Vaadin in Java programmierte GWT-Widgets benutzt, im Gegensatz zu den in JavaScript implementierten Komponenten von Echo und Thinwire.

Die am meisten zu Vergleichen herangezogenen Frameworks sind zurzeit Adobe Flex, Google Web Toolkit, Apache Wicket und ICEfaces. Auf der Website von Vaadin findet man eine Vergleichsmatrix.

PhoneGap, ein ebenfalls auf Apache Cordova basierendes Framework, kann als Konkurrenz zu Vaadin TouchKit angesehen werden. Allerdings beruht PhoneGap in der Programmierung auf HTML5, CSS3 und JavaScript.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vaadin Releases
  2. Vaadin Erweiterungen
  3. Vaadin TouchKit
  4. Vaadin TestBench
  5. Vaadin Charts
  6. Vaadin Directory