Vaals
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(Flagge der Gemeinde Vaals) |
(Wappen der Gemeinde Vaals) |
| Provinz | Limburg |
| Bürgermeister | Mr. drs. R.L.T. van Loo |
| Sitz der Gemeinde | Vaals |
| Fläche – Land – Wasser |
23,90 km² 23,80 km² 0,1 km² |
| Einwohner – Bevölkerungsdichte |
9.952 (1. Januar 2007) 416 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 50° 46′ N, 6° 1′ OKoordinaten: 50° 46′ N, 6° 1′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | N278 |
| Vorwahl | 043 |
| Postleitzahlen | 6290-6295 |
| Website | www.vaals.nl |
Vaals (
anhören ?/i) befindet sich im äußersten Südosten der niederländischen Provinz Limburg, etwa 23 km östlich von Maastricht und 5,5 km westlich vom Stadtzentrum Aachens. Mundartlich wird Vaals "Vols" genannt, die Einwohner nennen sich "Völser".
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Die Grenzgemeinde besteht aus den drei Kernen Vaals, Lemiers und Vijlen (Deutsch: Villen).
Zu Vaals, das direkt an der deutschen Grenze liegt und praktisch in den Aachener Ortsteil Vaalserquartier übergeht, gehören die Siedlungen Raren und Wolfhaag, zu Lemiers Holset und Mamelis, zu Vijlen Camerig, Cottessen, Harles, Melleschet und Rott.
Die Gemeinde hat ca. 10.000 Einwohner (2006) und eine Fläche von 23,9 km².
[Bearbeiten] Lage und Geografie
Weil sich auf ihrem Gebiet der Vaalserberg befindet, ist sie die Gemeinde mit der höchsten Erhebung in den Niederlanden. Auf diesem 322,50 m hohen Berg befindet sich das Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande. Ebenso befindet sich auf dem Gebiet der Gemeente Vaals der höchstgelegene Grenzübergang der Niederlande; dort, an der Einmündung der Akenerstraat / Alte Vaalser Straße, erinnert ein winziges Museum (etwa 1m², der Einblick ist frei) an die Zeit, als die Grenzen noch nicht offen waren.
[Bearbeiten] Geschichte / Politik
Die Gegend um Vaals war schon früh besiedelt; Grabhügel aus der Bandkeramischen Kultur (5300-4900 v.Chr.) wurden bei Vijlen gefunden und Reste einer römischen Villa bei Lemiers. Urkundlich wurde Vaals erstmals 1041 als Vaels (von lat. vallis = Tal) erwähnt. Kaiser Heinrich III. schenkte laut dieser Urkunde Ländereien in Holset, Lemiers, Vijlen und Mamelis dem Adalbert-Stift. Durch die Bezeichnung in vallis sollte dieses Land deutlich abgegrenzt werden von Besitzungen auf den Hügeln (Aachen).
Vom Mittelalter bis zur Napoleonischen Eroberung gehörten die Ländereien zum Herzogtum Limburg, zu Lehen an verschiedene Grundherren, die sie durch eine Hofgenossenschaft von Schöffen (so genannte Laatbank) verwalten ließen.
In der frühen Neuzeit wurde Vaals ein Industriestandort. Prägend für die Region war der Aachener Textilfabrikant Johann Arnold von Clermont (1728-1795), der 1761 unter Druck der Gegenreformation seine Heimat verlassen musste. Er baute mehrere Betriebe und erwarb flächendeckend Grundbesitz um Vaals; seine Produkte fanden europaweit Abnehmer bis zum russischen Zarenhaus.
Niederländisch wurde Vaals erst 1815 durch den Wiener Kongress, der Aachen Preußen zuschlug und Vaals dem Königreich der Niederlanden. Als Belgien sich 1830 für unabhängig erklärte, wurde Vaals vorübergehend belgisch (1830-1839),1840 erneut niederländisch.
Nach 1840 stagnierte die industrielle Entwicklung, bedingt durch zunehmende Konkurrenz und politische Isolierung vom deutschen und belgischen Hinterland. Es wurde vielmehr zum Erholungs- und Entspannungsort für die Aachener; man sprach vom "Vaalser Paradies". 1924 wurde eine Straßenbahnlinie zwischen Wijlre, Vaals und Aachen gebaut, wodurch der deutsche Grenz-Tourismus in der Weimarer Republik zunehmend in Gang kam.
Der Zweite Weltkrieg setzte dieser Entwicklung ein Ende. Am 10. Mai 1940 marschierte die deutsche Wehrmacht in Vaals ein. In das Eckhaus Prins-Bernhardstraat/Maastrichterlaan, in dem sich heute eine Arztpraxis befindet, zog die NSDAP-Ortskommandatur ein. Vorher war dort bereits die Ortsgruppe Vaals des niederländischen Nationalsozialistischen Bundes (NSB) beheimatet.
Nach 1948 blühte die Wirtschaft wieder auf. Die Aachener nutzten die Stadt wegen der im Vergleich zu Deutschland günstigeren Preise bevorzugt wieder zum Einkaufen (so genannte Butterfahrten). Vor der Grenzöffnung im Schengener Abkommen florierte zudem der Schmuggelhandel.
Auch heute ist Vaals der Ort in den Niederlanden mit dem höchsten Anteil deutscher Staatsbürger (26%). Bei den letzten Kommunalwahlen am 7. März 2006 wurde mit Dr. Georg Götz erstmalig in den Niederlanden ein deutscher Staatsbürger (Partei: Bürgerbelang, jetzt Liste Götz) in den Gemeinderat (15 Sitze) gewählt.
Vaals wird seitdem von einer Koalition aus CDA (Christendemokraten) (5), Bürgerbelang (3) und PvdA (Sozialdemokraten) (3) verwaltet.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Tourismus
Ökonomisch betrachtet ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle für Vaals, seitdem ab den 60er Jahren erst die benachbarte Kohlenindustrie komplett und danach auch die Textilindustrie zu einem großen Teil verloren ging. Die meisten Einwohner pendeln heute zur Arbeit in die größeren Nachbarstädte Heerlen, Kerkrade und Maastricht sowie nach Aachen und Umgebung. Ein Sechstel der Bevölkerung ist nach dem aktuellen nationalen Armutsmonitor in den Niederlanden als arm eingestuft.
Touristisch gesehen bietet Vaals mit seinen eindrucksvollen Monumenten, überwiegend aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, und den Kunstwochen Tri-Arte (Bildende Kunst, Literatur, Musik) im Juli kulturell mehr, als es bei einem Ort dieser Größe erwartet wird. Mit Grenzen zu Belgien und Deutschland sowie dem Dreiländereck werden alte Schmugglerrouten in den Naturgebieten und im kleinsten Museum der Niederlande (De Kleng Wach = Die kleine Wache) wieder lebendig. 2006 wurde das Naturreservat Cottessen zum schönsten Naturgebiet der Niederlande erklärt.
Radfahrwege und Wanderrouten sowie mehrere Golfplätze verleihen dem Gebiet um das Dreiländereck zudem einen hohen sportlichen Freizeitwert. Historische Besitzungen des Textilfabrikanten Clermont - wie beispielsweise das Schloss Vaalsbroek und Schloss Bloemendal - wurden zu gehobenen Hotels umfunktioniert.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Willi Hoss (1929-2003), deutscher Gewerkschafter und Politiker
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Der Kirchenbaumeister und Architekt Dominikus Böhm entwarf die zwischen 1921 und 1923 errichtete Abtei St. Benedikt.
- Die barocke Manufaktur Clermont wurde von dem Architekten und Baumeister Johann Joseph Couven entworfen.
- Reiner Dick, Professor für Betriebswirtschaftslehre, starb 1974 in Vaals.
- Otto Intze (1843-1904), Professor für Wasserbau, Baukonstruktion und Baustofflehre an der Technischen Hochschule Aachen, ist auf dem protestantischen Friedhof in der Tentstraat begraben.
- Jacob Engelbert Teschemacher (1711-1782) erbaute 1772 die Orgel in der Hervormde Kerk.
- Herbert Bardenheuer (1949-2007), deutscher Maler, Zeichner und Fotograf
- Johann Arnold von Clermont, (1728-1795), Deutscher Tuchfabrikant, Unternehmer und Bauherr, Erbauer von Kasteel Bloemendal sowie vielen weiteren Bauwerken.
[Bearbeiten] Literatur
- Adolph Vaessen: Die Geschichte von Vaals. Online-Text
- Andreas Lechtape: Abdij S. Benedictusberg, Vaals. 2. Auflage. Deutsche Ausgabe. (= Kunstführer; Nr. 1886). Schnell und Steiner, Regensburg 1999, ISBN 3-7954-5604-5
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