Vaihingen (Stuttgart)

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48.73019.1097Koordinaten: 48° 44′ N, 9° 7′ O

Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtbezirk Vaihingen
Stadtbezirks-Wappen Stadtkarte
Wappen des Stadtbezirks Vaihingen
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Über dieses Bild
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: Rohr      1. Oktober 1936
Vaihingen 1. April 1942
Höhe: 438–549 m ü. NN
Nr. Stadtbezirk
Stadtteil
Einwohner
(Stand 2009)
Fläche
Vaihingen 45.520 20,893 km²
711 Vaihingen-Mitte 6.021 90,1 ha
712 Österfeld 1.777 67,5 ha
713 Höhenrand 2.438 46,4 ha
714 Wallgraben-West 474 63,4 ha
715 Rosental 3.397 2,218 km²
716 Heerstraße 5.137 96,7 ha
717 Lauchäcker 3.149 5,382 km²
718 Dachswald 4.637 1,669 km²
719 Pfaffenwald 3.842 2,582 km²
721 Büsnau 2.735 2,723 km²
731 Rohr 8.159 2,165 km²
741 Dürrlewang 3.754 51,2 ha
Bevölkerungsdichte 2.179 Einw./km²
Postleitzahl: 70563, 70565, 70569
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Rathausplatz 1
70563 Stuttgart
Website (offizielle): www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Wolfgang Meinhardt
Quelle: Datenkompass Stuttgart
Luftaufnahme des Stadtbezirks Vaihingen (Stuttgart) aus einem startenden Flugzeug, Blickrichtung Nordost. Rechts der Mitte der Bahnhof, links davon das EKZ Schwabengalerie. Links unter der Tragfläche der Campus der Universität, dahinter der Pfaffenwald. In der oberen Bildmitte die Stadtteile Sonnenberg und Degerloch.

Vaihingen ([ˈfaɪ̯ɪŋən], früher auch Vaihingen auf den Fildern) ist ein äußerer Stadtbezirk von Stuttgart im hochgelegenen Südwesten der Landeshauptstadt. Der mit 21 km² größte Stadtbezirk hat einen großen Waldanteil. In den neuen Campus im Pfaffenwald wurden zwischen 1970 und 1990 die meisten Institute der Universität Stuttgart und weitere Hochschulen umgesiedelt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Vaihingen liegt im Südwesten von Stuttgart auf der Filderebene und grenzt an die Stadtbezirke Stuttgart-West, Stuttgart-Süd und Möhringen. Der höchste Punkt Stuttgarts liegt mit 548 Metern über NN im Bernhartswald nördlich des Autobahnkreuzes am Rande des Bezirks Vaihingen.

In den Honigwiesen entspringt der Nesenbach, der auf seinem Weg zum Neckar sein Tal eingeschnitten hat, in dem sich die Stadt Stuttgart entwickelte.

[Bearbeiten] Stadtteile

Vaihingen ist der flächengrößte Stadtbezirk von Stuttgart und bestand bis Juni 2007 aus den vier Stadtteilen Büsnau (mit den Wohngebieten Lauchhau/Lauchäcker), Dürrlewang, Rohr und Vaihingen (mit teilweise weiteren besonders bezeichneten Wohngebieten, z. B. Dachswald).

Mit Wirkung vom 1. Juli 2007 wurde die Stadtgliederung des Stadtbezirkes Vaihingen verändert. Dazu war die Hauptsatzung durch Beschluss des Gemeinderats vom 22. März 2007 entsprechend geändert worden. Somit gibt es im Stadtbezirk Vaihingen nunmehr zwölf Stadtteile, indem der bisherige Stadtteil „Vaihingen“ weiter aufgeteilt wurde: Dachswald, Heerstraße, Höhenrand, Lauchäcker, Österfeld, Pfaffenwald, Rosental, Vaihingen-Mitte und Wallgraben-West.

[Bearbeiten] Geschichte

Vaihingen 1898

Zum ersten Mal wird Vaihingen auf den Fildern um 1100 erwähnt, als es im Besitz des Grafen von Calw war. 1297 kam der Ort an das Spital in Esslingen am Neckar, dessen Wappen, das Katharinen-Rad er bis heute trägt. Vaihingen verblieb bei der Freien Reichsstadt Esslingen, bis diese Anfang des 19. Jahrhunderts dem Königreich Württemberg eingegliedert wurde.

Seinerzeit zählte der Ort etwa 1.300 Einwohner und wurde dem neu geschaffenen Oberamt Esslingen, 1807 dem Amtsoberamt Stuttgart und bei dessen Auflösung 1938 dem Landkreis Böblingen zugeordnet. Die Ortsmitte von Vaihingen war lange Zeit durch die ausgedehnten Firmenareale der Brauerei Schwabenbräu und der Vaihinger Fruchtsäfte geprägt, die erst in den Jahren nach 2000 neuer Bebauung wichen.[1]

[Bearbeiten] Rohr

Bereits zwei Jahre zuvor, am 1. Oktober 1936 wurde die selbständige Gemeinde Rohr nach Vaihingen eingegliedert. Doch war die Vergrößerung der Kommune nicht von langer Dauer, denn bereits am 1. April 1942 wurde die Gemeinde Vaihingen zusammen mit den Orten Birkach, Fasanenhof, Möhringen, Plieningen, Solitude und Stammheim nach Stuttgart eingemeindet. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurden die Stadtteile Vaihingen und Rohr mit dem Stadtteil Büsnau zum Stadtbezirk Vaihingen vereinigt.

[Bearbeiten] Büsnau

Büsnau war ein 1933 bis 1939 beziehungsweise 1951 bis 1956 entstandener Stadtteil auf dem Gebiet der ehemaligen gleichnamigen Staatsdomäne, dessen Gebiet später zu Vaihingen gehörte.

[Bearbeiten] Dürrlewang

Ab 1957 entstand auf der Gemarkung Rohr und teilweise auch auf Gemarkung Möhringen ein neuer Stadtteil Dürrlewang, der nach Abschluss der Bebauung Mitte der 1960er Jahre zum vierten Stadtteil des Stadtbezirks Vaihingen erklärt wurde.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

1980 1990 2000 2005 2007 2009
41.189 42.306 42.743 44.385 45.134 45.520

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Kirchen

  • Evangelische Stadtkirche St. Blasius – erbaut 1858 von Architekt Christian Friedrich Leins im neugotischen Stil als dreischiffige Kirche unter Verwendung des gotischen Chors, der Sakristei und des Turms
  • Evangelische Laurentiuskirche in Rohr mit gotischem Chorturm mit Fachwerkaufsatz von 1740. 1980 wurde das Kirchenschiff von 1927 (Architekt Martin Elsaesser) durch das Gemeindezentrum ersetzt.
  • Evangelische Stephanuskirche in Dürrlewang in den sechziger Jahren durch den Architekten Wolf Irion erbaut, Innenrenovierung in den Jahren 1997/98 durch den Architekten Horst Nanz zusammen mit seinem Partner Hammeley, Zusammenarbeit mit dem Künstler Bernhard Huber
  • Evangelische Versöhnungskirche in Büsnau
  • Katholische Kirche Maria Königin des Friedens in Büsnau
  • Dreieinigkeitskirche in Vaihingen
  • Evangelisch methodistische Kirche (Pauluskirche) in Vaihingen
  • Katholische Kirche Heilige Familie
  • Katholische Kirche Christus König
  • Katholische Kirche Maximilian Kolbe
  • Neuapostolische Kirche in Stuttgart-Vaihingen
  • International Baptist Church of Stuttgart, englischsprachige Kirchengemeinde

[Bearbeiten] Denkmäler

Seit 1969 erinnert auf dem Buchrainfriedhof Pascalstraße 70 ein Ehren- und Mahnmal der Bildhauerin Hanne Schorp-Pflumm an die Toten der Weltkriege und an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft.[2]

[Bearbeiten] Politik

Kommunalwahl 2009
 %
40
30
20
10
0
24,7 %
24,1 %
16,1 %
12,0 %
10,1 %
7,3 %
3,1 %
1,9 %
0,7 %
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,4 %p
+4,0 %p
-5,3 %p
+5,1 %p
-0,7 %p
+5,5 %p
+1,9 %p
-1,2 %p
-1,2 %p
Anmerkungen:
g 2004: PDS
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KEINFEHLER-Parameter angegeben
Rathaus Vaihingen

[Bearbeiten] Wappen

Das heutige Stadtbezirkswappen ist kein offizielles Wappen, sondern setzt sich aus dem ehemaligen Vaihinger Wappen in der oberen Hälfte und dem ehemaligen Rohrer Wappen in der unteren Hälfte zusammen.

Stadtbezirkswappen
Stadtbezirkswappen
Wappen von Vaihingen
Wappen von Vaihingen
Wappen von Rohr
Wappen von Rohr
Wappen von Büsnau
Wappen von Büsnau (*)

(*) Siehe auch → Liste der Wappen mit dem Emblem der Pfalzgrafen von Tübingen

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Vaihingen unterhält seit 1985 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Melun (Île-de-France).

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Brücke der Nord-Süd-Straße bei Stuttgart-Vaihingen; im Hintergrund der Nesenbachviadukt

Vaihingen liegt direkt am Autobahnkreuz Stuttgart (früher Autobahnkreuz Stuttgart-Vaihingen), das die Autobahnen A 8 (Karlsruhe–Stuttgart–UlmMünchenSalzburg) und A 81 (WürzburgHeilbronn–Stuttgart–Singen) zusammenführt und von dem die A 831 in Richtung Stuttgart-Mitte abzweigt.

Der Stadtbezirk liegt an der Gäubahn. Es verkehren die S-Bahn-Linien S1 (Kirchheim (Teck)–Stuttgart–Herrenberg), S2 (Schorndorf–Stuttgart–FlughafenFilderstadt) und S3 (Backnang–Stuttgart–Flughafen) über die Haltestellen Universität, Österfeld, Vaihingen und Rohr erschlossen. Vaihingen Bahnhof ist außerdem der Endpunkt der Stadtbahnlinien U1 (aus Fellbach), U3 (aus Plieningen) und U8 (aus Ostfildern) und zusätzlich während der Hauptverkehrszeit der Linie U12 (vom Killesberg). Zentraler Verkehrsknoten ist der Bahnhof Stuttgart-Vaihingen. Von hier aus erschließen mehrere innerstädtische Buslinien den Stadtbezirk, außerdem verkehren Überland-Buslinien u. a. nach Sindelfingen und Tübingen.

Parallel zum Nesenbachviadukt, der die Schienenverbindung nach Stuttgart über den Nesenbach führt, verläuft auf einer modernen Straßenbrücke die Nord-Süd-Straße, die seit 1999 als Umfahrung der Innenstadt von Vaihingen dient.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Regierungspräsidium Stuttgart

In Vaihingen hat das Regierungspräsidium Stuttgart seinen Sitz.

An der Robert-Leicht-Straße existiert ein Polizeiposten der Landespolizei. Die Stadtteile Vaihingen und Büsnau verfügen jeweils über eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart.

[Bearbeiten] Bildung

[Bearbeiten] Schulen

Im Stadtbezirk Vaihingen gibt es zwei Gymnasien, das Fanny-Leicht-Gymnasium und das Hegel-Gymnasium und eine Realschule (Robert-Koch-Realschule), vier Grund- und Hauptschulen (Pestalozzi-Schule Vaihingen, Österfeldschule Vaihingen, Steinbachschule Büsnau und Schönbuchschule Rohr), zwei selbständige Grundschulen (Pfaffenwaldschule und Dürrlewangschule) sowie die Verbundschule Stuttgart-Rohr (Förderschule und Schule für Erziehungshilfe), ferner die Bodelschwinghschule (Schule für Geistigbehinderte) und die Schule für Körperbehinderte, die im Grenzgebiet zum Stadtbezirk Möhringen liegt. An Privatschulen gibt es unter anderem die Michael-Bauer-Schule (Freie Waldorfschule und Förderschule), die Freie Evangelische Schule Stuttgart (christliche, allgemeinbildende Grund-, Haupt- und Realschule) sowie die berufliche Schule Michael-Bauer-Werkhof.

[Bearbeiten] Hochschulen und Forschungseinrichtungen

In der Nähe sind weitere Einrichtungen beheimatet:

[Bearbeiten] Unternehmen

SchwabenGalerie

Unweit des Universitätsgeländes befindet sich der Stuttgarter Engineering Park (STEP). Die L-Bank hat dort auf einer Fläche von etwa 11 Hektar einen Technologiepark entwickelt und eine Tochtergesellschaft gegründet, um die einzelnen Projekte zu planen, zu bauen und zu betreiben. Seit dem Jahr 2000 sind dort sieben Objekte mit insgesamt 90.000 Quadratmeter Bürofläche und entsprechenden Parkierungseinrichtungen erstellt und vermietet worden. Weitere 60.000 Quadratmeter Bürofläche sind noch möglich. Ein Infrastrukturgebäude am Gropiusplatz mit Dienstleistern, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurant, Fitnesscenter und Konferenzräumen bildet das Zentrum des Parks.

Mit der debitel AG, die ihren Hauptsitz auf dem STEP-Areal hat und Lenovo sowie der Süd-West-Niederlassung von Vodafone sind drei der größten Telekommunikations- und IT-Unternehmen im Stadtbezirk Vaihingen ansässig. In der Nähe der Anschlussstelle Stuttgart-Vaihingen befindet sich in einem mehrere Bürohäuser umfassenden Komplex der Hauptsitz des Bau- und Immobilienberaters Drees & Sommer.

Wirtschaftlich wichtig für den Stadtbezirk ist das Einkaufszentrum SchwabenGalerie mit 47.000 Quadratmeter Nutzfläche in der Ortsmitte am Rathaus. Es wurde 2004 nach zweijährigem Bau eröffnet und befindet sich auf dem ehemaligen Schwabenbräu-Brauereiareal.

[Bearbeiten] Militär

In der Patch Barracks genannten ehemaligen Kurmärker Kaserne der deutschen 7. Panzerdivision (Wehrmacht) befindet sich am westlichen Ortsrand heute mit dem United States European Command (EUCOM) das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa.

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Die Jahreszahl am Anfang der Zeile gibt den Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerwürde wieder.

  • 1906: Otto Krehl (1838–1925), Schultheiß
  • 1906: Robert Leicht (1849–1921), Bierbrauereibesitzer, Kommerzienrat
  • 1910: Robert Vollmöller (1849–1911), Fabrikant, Kommerzienrat
  • 1928: Fanny Leicht geb. Widmaier (1854–1939; Witwe von Robert Leicht)
  • 1929: Ernst Kachel (1865–1931), Schultheiß

[Bearbeiten] Weblinks

dito Rohr

 Commons: Stuttgart-Vaihingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Urlich Fellmeth: Die Ortsmitte von Stuttgart-Vaihingen – Ein Plädoyer für die Charakterlosigkeit, in: Schwäbische Heimat 2002/2, S. 205f.
  2. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 90.
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