Valdemar Poulsen

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Valdemar Poulsen (1869–1942)
ein Poulsen-Lichtbogen-Sender

Valdemar Poulsen (* 23. November 1869 in Kopenhagen; † 23. Juni 1942 in Gentofte nahe Kopenhagen) war ein dänischer Physiker, Erfinder und Ingenieur. Ihm gelang im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, mit seinem Lichtbogensender, ebenso wie R. A. Fessenden mit einem Maschinensender, die weltweit erste drahtlose Übertragung von Tönen, was von beiden eine Pionierleistung sowohl für die Funktechnik wie die Entwicklung des Hörfunks war.

Leben[Bearbeiten]

Der im Jahre 1869 geborene Däne ist der Erfinder des Telegraphons. Damit schuf er nicht nur ein Gerät, das mit Hilfe von elektromagnetischer Induktion in der Lage ist, Schallwellen aufzuzeichnen und dann wiederzugeben, er begründete mit seiner Erfindung auch den Magnetton. Das Telegraphon ist somit der Vorläufer aller Tonbandgeräte und Kassettenrekorder. In den 40er und 50er Jahren erreichte die direkte Weiterentwicklung des Telegraphons, das Drahttongerät, eine gewisse Verbreitung.

Poulsen meldete sein Patent für das Telegraphon 1898 an. Eine überarbeitete Version seiner Erfindung stellte er auf der Pariser Weltausstellung von 1900 vor und gewann mit dieser den Grand Prix, einen Preis, der an die beste Erfindung vergeben wurde. Auf der Pariser Weltausstellung nahm Poulsen auch die Stimme des Kaisers Franz Joseph von Österreich-Ungarn auf; die Aufnahme ist bis heute erhalten geblieben.

Das Telegraphon besteht im Wesentlichen aus einen Stahlband oder -draht, welcher an einem Elektromagneten vorbeigeführt wird. Bei der Aufnahme ist der Elektromagnet mit einem Mikrophon verbunden, welches die empfangenden Schallwellen in Wechselspannungen umwandelt. Somit wird der Elektromagnet magnetisch und magnetisiert das vorbeilaufende Stahlband.

Zur Wiedergabe muss das Mikrophon durch einen Lautsprecher ersetzt werden. Das vorher magnetisierte Band wird nun am Elektromagneten erneut vorbeigeführt. Da das Magnetfeld des Stahlbandes nicht an jeder Stelle gleich stark ist, wird ein Strom in der Magnetspule des Lautsprechers erzeugt. Dadurch beginnt die mit der Spule verbundene Membrane zu schwingen und das vorher Aufgenommene ist jetzt wieder hörbar.

1903 erfand Poulsen den Lichtbogensender zur Erzeugung von ungedämpften Schwingungen. Diese Technik war Voraussetzung für eine schmalbandige Sendewelle, die für die Modulation mit Sprach- bzw. Tonsignalen benötigt wurde. 1904 gelang Valdemar Poulsen zum ersten Mal eine Sprechverbindung über Funk. 1906 wurde die ausgereifte Technik veröffentlicht[1]. Dies bildet die Grundlage für die heutige Radio- und Funktechnik. Ebenso wie die weltweit erste erfolgreiche Signalübertragung in Form von Sprache, schaffte Poulsen 1907 die erste Überbrückung des Atlantiks mit Sprachsignalen[2].

Liste der wichtigster Erfindungen[Bearbeiten]

  • Telegraphon zur Tonaufzeichnung
  • Ticker für den Empfänger
  • Lichtbogensender zur Tonübertragung

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hanns Günther: Wellentelegraphie. Ein radiotechnisches Praktikum. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1921, S. 72.
  2. Wireless over Atlantic Tageszeitung The New York Times vom 28. Juli 1907