Valence

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Dieser Artikel erläutert die französische Stadt an der Rhône; zu anderen Bedeutungen siehe Valence (Begriffsklärung).
Valence
Wappen von Valence
Valence (Frankreich)
Valence
Region Rhône-Alpes
Département Drôme (26)
Arrondissement Valence
Kanton Hauptort von 4 Kantonen
Koordinaten 44° 56′ N, 4° 53′ O44.93254.8911111111111127Koordinaten: 44° 56′ N, 4° 53′ O
Höhe 106–191 m
Fläche 36,69 km²
Einwohner 63.148 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.721 Einw./km²
Postleitzahl 26000
INSEE-Code
Website http://www.valence.fr/

Luftbild Valence an der Rhône

Valence (okzit. Valença) ist die Hauptstadt des französischen Départements Drôme. Die Gemeinde liegt am linken Ufer der Rhône und ist ein Industriezentrum und Umschlagplatz für Agrarprodukte. Die Stadt gilt als nördliches Tor zur Provence und hat 63.148 Einwohner (Stand 1. Januar 2011).

Geschichte[Bearbeiten]

Valence war die römische Kolonie Valentia (oder Ventia [1]) und befand sich auf dem Stammesgebiet der Segalauner. Die Stadt ist seit dem 4. Jahrhundert Sitz eines Bischofs, der in den folgenden Jahrhunderten auch die Regierungsgewalt über die Stadt besaß.

Im Jahr 1452 gründete der Dauphin Louis, später König Ludwig XI., eine Universität in der Stadt, die im Zuge der Französischen Revolution 1792 aufgehoben wurde. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde wieder eine Universität errichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010
Einwohner 52.532 62.358 68.604 66.356 63.437 64.260 65.263 63.405

Valence zählte 1793 noch knapp 7.000 Einwohner, bis Anfang des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl stetig bis auf 30.000 Einwohner an. Einen starken Anstieg gab es im Zeitraum von 1930 bis Mitte der 1970er Jahre, in dem sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt hat. Seitdem ist sie leicht rückläufig.

Verkehr[Bearbeiten]

TGV-Bahnhof Valence

Zehn Kilometer vom Zentrum entfernt befindet sich der moderne Turmbahnhof Valence TGV. Die auf der oberen Ebene als Zubringer fungierenden TER Regionalverkehrszüge kreuzen die in der unteren Ebene verkehrenden TGV Hochgeschwindigkeitszüge der Verbindung Paris – (Lyon) – Marseille. Der französische Kriminalfilm "R.I.F.-Ich werde dich finden!" aus dem Jahre 2010 wurde auch am TGV-Bahnhof von Valence gedreht. Valence hat auch einen Bahnhof im Stadtzentrum, an der Bahnstrecke Paris–Marseille. Dort befindet sich auch der zentrale Omnibusbahnhof.

Valence liegt unmittelbar an der Autobahn A7 (Autoroute du Soleil). Über die A7 ist Valence mit den Großräumen Lyon (etwa 100 km nördlich) und Marseille (etwa 210 km südlich) verbunden. Seit dem Bau der A7 in den 60er Jahren ist die Altstadt vom Flussufer der Rhône durch die Autobahn abgeschnitten. Es gibt Pläne, die A7 über eine Länge von 1,5 Km in einen Tunnel bzw. in Tieflage zu verlegen, um dadurch den Zugang zum Rhôneufer wieder herzustellen. Allerdings wird dieses Projekt nicht vor dem Jahr 2025 durchgeführt werden können. Nach ersten Studien werden die Kosten auf voraussichtlich 500 Millionen Euro geschätzt, die zwischen dem französischen Staat, der Betreibergesellschaft der Autobahn Vinci Autoroutes, dem Departement Drôme und der Stadt Valence geteilt werden sollen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt unterhält Städtepartnerschaften zu

Zudem ist die Stadt Mitglied des Bundes der europäischen Napoleonstädte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kathedrale Saint-Apollinaire
  • Die romanische Kathedrale Saint-Apollinaire geht auf einen mittelalterlichen Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert zurück, der Anfang des 17. Jahrhunderts in sich zusammenstürzte. Am originalgetreuen Nachbau lässt sich immer noch die Durchmischung verschiedener Stilepochen ablesen. Die Bauform des Langhauses mit drei gleich hohen Schiffen lässt auf Architekten aus dem poitevinischen Raum schließen. Der Chorumgang mit radial angeordneten Kapellen ist typisch für die burgundische Romanik, die gerade Anzahl von vier Kapellen (im Burgund sind eher drei oder fünf geläufig) trifft man allerdings eher bei auvignatischen Bauten aus dem 12. Jahrhundert an. Vom mittelalterlichen Dekor ist noch ein Tympanon mit einer Darstellung des Weltgerichts am Südportal erhalten.[1]
  • Der kleine, nach allen Seiten offene Zentralbau Le Pedentif im Renaissancestil befindet sich an der Nordseite der Kathedrale. Er wurde 1548 vom Domherrn Nicolas Mistral in Auftrag gegeben und diente dem Stifter und dessen Familie als Grablege.[1]
  • Das Maison des Têtes an der Grande Rue besitzt eine bemerkenswert dekorierte Fassade. Der Palais datiert ins 16. Jahrhundert. Der Name des Gebäudes leitet sich von vier großen Kopfplastiken ab, die Personifikationen der Winde darstellen.[1]
Valence, Kiosque Peynet an der Place du Champs de Mars
  • Der Musikpavillon Kiosque Peynet inspirierte den Grafiker Raymond Peynet für zahlreiche seiner berühmten Liebespaar-Zeichnungen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorsten Droste: Provence : antike Arenen, romanische Kreuzgänge, Städte mit Geschichte – eine Reise durch Frankreichs Sonnenprovinz. 7. Auflage. Reiseverlag Dumont, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-3927-9, S. 69.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valence – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Thorsten Droste: Provence, 2011, S. 69.