Valve Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Valve Corporation
Logo
Rechtsform Corporation
Gründung 1996
Sitz Bellevue, Washington, USA
Leitung Gabe Newell (Mitbegründer und Geschäftsführer)
Mitarbeiter 350
Branche Softwareentwicklung
Produkte Computer- und VideospieleVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website valvesoftware.com

Valve (deutsch „Ventil“) ist ein Softwareunternehmen mit Sitz in Bellevue im US-amerikanischen Bundesstaat Washington.

Valve wurde 1996 von Gabe Newell und Mike Harrington, vormals zwei hochbezahlte Mitarbeiter von Microsoft, gegründet, mit der Absicht, innovativere Spiele als die von Microsoft zu entwickeln. Das Unternehmen entwickelt Computer- und Konsolenspiele; es hatte im März 2010 über 200 Teil- und Vollzeit-Beschäftigte.[1]

Im Januar 2008 übernahm Valve Turtle Rock Studios, die Macher von „Left 4 Dead“.[2] 2009 wurde der Nachfolger Left 4 Dead 2 veröffentlicht.

Half-Life[Bearbeiten]

Hauptartikel: Half-Life

Bekannt wurde Valve im November 1998 durch den Erfolg ihres Erstlingswerks Half-Life. Das Spiel konnte dem Genre der Ego-Shooter neue Impulse verleihen und wurde später durch die Community auch um zahlreiche Mods wie zum Beispiel Counter-Strike, Team Fortress Classic oder Day of Defeat erweitert. Insbesondere Counter-Strike ist einer der meistgespielten Online-Taktik-Shooter im Internet.

Valve brachte auch eine Einzelspielerversion von Counter-Strike mit dem Namen Counter-Strike: Condition Zero (CS:CZ) auf den Markt. Letzten Endes wurde Condition Zero von Ritual Entertainment und den Turtle Rock Studios entwickelt. Erstere haben die „Deleted Scenes“ – einige Einzelspieler-Missionen – zum Spiel beigesteuert. Das kleine Entwicklerteam der Turtle Rock Studios wurde mittlerweile von Valve übernommen.[2]

Half-Life 2[Bearbeiten]

Hauptartikel: Half-Life 2

Im Jahre 2004 kam eine weitere Version von Counter-Strike auf den Markt, Counter-Strike: Source, welches der Verkaufsversion von Half-Life 2 beilag. Zu der Mod Day of Defeat kam 2006 ebenfalls eine neue Version mit der von Valve eigenen Spiele-Engine Source auf den Markt.

Anfang Oktober 2003 gab Gabe Newell, Gründer und Geschäftsführer von Valve, bekannt, dass Unbekannte in die Unternehmensserver eingedrungen waren und den Quellcode von Half-Life 2 gestohlen und im Internet lanciert hatten.[3] Kurz darauf wurde der Veröffentlichungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben. Es gab mehrere Meldungen, dass die Entwicklung des Spiels abgeschlossen sei, welche sich aber allesamt als Falschmeldungen herausstellten. In diesem Zusammenhang wurde Half-Life 2 oft als Vaporware bezeichnet. Schon 2003 bekam das Spiel den „Vaporware Award“ des US-amerikanischen Magazins Wired. Am 16. November 2004 erschien Half-Life 2 dann aber schließlich doch noch und konnte an die Erfolge des Vorgängers anschließen und verkaufte sich über sechs Millionen Mal.

Orange Box[Bearbeiten]

Die Spiele-Compilation Orange Box für Xbox 360 und PC wurde am 10. Oktober 2007 veröffentlicht, nachdem der Gold-Status Ende September bestätigt wurde.[4] Neben den erstmals veröffentlichten Titeln Portal, Half-Life 2: Episode Two und Team Fortress 2 (erstmals angekündigt 1998) enthält die Sammlung Half-Life 2 und Half-Life 2: Episode One. Am 12. Dezember 2007 erschien auch die PlayStation-3-Version in den Vereinigten Staaten. Die Verzögerung kam zustande, da die ungewöhnliche Prozessorarchitektur die Entwickler vor Probleme stellte.[5] Valve-Chef Gabe Newell bezeichnete die PlayStation 3 damals als ein „totales Desaster“.[6] Die Spiele der deutschen Version der Orange Box sind zensiert.

Vertriebsplattform „Steam“[Bearbeiten]

Hauptartikel: Steam

Valve veröffentlichte zusammen mit Counter Strike 1.6 die Verkaufsplattform Steam, welche es erlaubt, Spiele von Valve über das Internet zu kaufen. Darüber hinaus bietet die Plattform kostenlose Spiele wie Team Fortress 2, Spiele-Trailer, Demos und Programme wie etwa Source Dedicated Server, einem Server. Valve gilt mit seiner Plattform Steam als Vorreiter des Vertriebs von Spielen über das Internet. Steam wird gratis angeboten und kann von der offiziellen Seite heruntergeladen werden.

Rechtsstreit mit Vivendi[Bearbeiten]

Vor der Veröffentlichung von Half-Life 2 im Jahr 2004 gab es zwischen Valve und deren Vertriebspartner Vivendi einen Rechtsstreit, ob Half-Life 2 über Steam vertrieben werden dürfte. Den Rechtsstreit konnte Valve für sich entscheiden, da mit Vivendi schon 2001 ein Vertrag abgeschlossen wurde, der besagt, dass Valve die alleinigen Vertriebsrechte über das Internet hat. Vivendi musste außerdem eine Strafe zahlen, da sie Valve-Produkte über Internet-Cafés zur Verfügung gestellt hatten. Vivendi Universal kündigte den Vertrag mit Valve zum 31. August 2005 und seit 1. September 2005 ist Electronic Arts (EA) der Vertriebspartner für Retail-Versionen von Valve-Spielen.

Steam Machines[Bearbeiten]

Valve kündigte Ende 2012 an, derzeit an einer eigenen Videospiel-Konsole bzw. einem kompakten Mini-PC zu arbeiten, welcher in Konkurrenz zur aktuellen und kommenden Konsolengeneration stehen soll. Auch andere Hersteller sollen zur Produktion solcher Geräte ermutigt werden. Valve hat eine Kooperation mit dem PC-Hersteller Xi3 abgeschlossen, um diesen bei der Produktion eines solchen Gerätes, des Xi3 Piston, zu unterstützen, dabei handelt es sich aber nicht um Valves Steam Machines. Als Betriebssystem wird in Valves Steam Machines Linux zum Einsatz kommen. Die Steam Machines wurde erstmals auf der Consumer Electronics Show 2013 gezeigt.[7] Die Steam Machines soll ebenfalls in mehreren Varianten zu verschiedenen Preisen erhältlich sein.[8]

Siehe auch: SteamOS

Übersicht der Projekte[Bearbeiten]

Valve lizenziert die Source Engine an verschiedene Entwicklerstudios, die auf dieser Basis eigene Computerspiele entwickeln können. Dies trifft auch auf die zuvor genutzte GoldSrc-Engine zu. Auch die Online-Vertriebsplattform Steam wird von Valve entwickelt und betrieben. Seit dem Jahr 2004 ist Steam die Standard-Vertriebsplattform aller Projekte des Unternehmens.

Computerspiele[Bearbeiten]

Software[Bearbeiten]

  • Steam (12. September 2003)
  • Source Filmmaker (11. Juli 2012)

Film[Bearbeiten]

Verkaufszahlen[Bearbeiten]

Im November 2008 veröffentlichte Valve erstmals offizielle Verkaufszahlen einiger ihrer Computerspiele. Diese Zahlen beziehen sich hierbei auf die verkauften Exemplare im weltweiten Einzelhandel, die über die von Valve entwickelte Vertriebsplattform Steam erfolgten Verkäufe sind nicht bekannt.[11][12]

Projekt Verkaufte Exemplare
Half-Life 9.300.000
Half-Life 2 6.500.000
Counter-Strike 4.600.000
Portal 2 4.000.000[13]
Half-Life 2: Orange Box 3.000.000
Counter-Strike: Condition Zero 2.900.000
Left 4 Dead 2 2.900.000
Left 4 Dead 2.500.000
Counter-Strike: Source 2.100.000
Counter-Strike Xbox 1.500.000
Half-Life 2: Episode One 1.400.000
Half-Life: Opposing Force 1.100.000
Half-Life: Blue Shift 900.000

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Valve Software – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Trineas: Valve ist umgezogen: Video-Tour. In: Half-Life Portal. 30. März 2010, abgerufen am 30. März 2010.
  2. a b Andre Linken: Valve – Übernimmt Left 4 Dead-Macher. In: GameStar. 10. Januar 2009, abgerufen am 21. Juli 2010.
  3. Gabe Newell: I need the assistance of the community. In: Halflife2.net Forums. 2. Oktober 2003, abgerufen am 21. Juli 2010 (englisch, Bekanntgabe des Einbruchs).
  4. Michael Mullen: Orange Box Goes Gold. In: GameDaily. 26. September 2007.
  5. David Ellis: Half-Life 2: Orange Box (PS3). In: 1UP.com. 21. November 2007, abgerufen am 21. Juli 2010 (englisch).
  6. Trineas: Gabe Newell: Wii hui, PS3 pfui! In: Half-Life Portal. 15. Januar 2007, abgerufen am 3. Januar 2008.
  7. [1]
  8. [2]
  9. Valve: Portal 2 (abgerufen am 24. April 2011)
  10. Counter-Strike: Global Offensive Valve-Spiel für das Frühjahr 2012 angekündigt, steampowered.com
  11. Trineas: Valve veröffentlicht Verkaufszahlen. In: Half-Life Portal. 16. November 2008, abgerufen am 16. November 2008.
  12. Trineas: Electronic Arts: Hohe Retail-Verkaufszahlen. In: Half-Life Portal. 9. Februar 2010, abgerufen am 31. Juli 2010.
  13. gamasutra.com: Meldung vom 8. Mai 2012 (englisch, aufgerufen am 15. Mai 2012)