Van den Boetzelaer (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Familie van (den) Boetzelaer

Die Familie van (den) Boetzelaer ist eine niederländische Adelsfamilie, die ursprünglich aus dem Bereich Kleve kommt. Sie entstammt der Familie von Galen.

Geschichte[Bearbeiten]

Stammsitz der Familie Galen war die Burg Boetzelaer. Dort war die Familie aus dem freien Adel im Mittelalter ansässig. Die Ritter waren nicht dem Grafen von Kleve verpflichtet, was deren Machtansprüchen zuwiderlief. Entschieden wurde der Konflikt mit der Belagerung und Einnahme der Burg 1396.

Im Jahr 1256 wurde ein Wessel van den Boetzelaer samt seiner Söhne urkundlich erwähnt. Er und seine Nachkommen kämpften mal für den Erzbischof von Köln, mal für den Grafen von Kleve. So konnte die Familie ihren Allodialbesitz – die Herrlichkeit Boetzelaer – immer weiter ausbauen. Sie waren als Truchsess für den Grafen tätig und stellten Kanoniker im Kloster Werden und Utrecht. 1359 übergab Rutger van Boetzelaer Wilhelm von Gennep, dem Erzbischof von Köln, seinen Besitz zu Appeldorn und erhielt ihn als Mannlehen zurück. 1361 wurde er in den Ritterstand erhoben. Gleichzeitig war er weiter für den Grafen tätig und erhielt 1363 die Krudenburg. Inzwischen hatte ihn der Erzbischof auch zum Amtmann von Aspel ernannt, einem zwischen Köln und Kleve umstrittenen Gebiet. 1379 sollte er auch die Herrschaft Boetzelaer vom Erzbischof von Köln als Lehen bekommen.

Ab 1379 begann Graf Adolf III. von der Mark gegen die Ritter am Rhein vorzugehen. 1392 musste van Boetzelaer die Krudenburg wieder abgeben. 1396 fiel die Burg Boetzelaer.

Das Kleine Schloss, Deurne (Die Niederlande), erbaut um 1370

Im 15. Jahrhundert heiratete Rutger van den Boetzelaer (* 1404; † 1460) die Erbin von Langerack und Aperen, Elburg († 1489). Mit ihrem Tod erbte ihr Sohn Wessel van den Boetzelaer (* 1431) den Besitz im niederländischen Herzogtum Geldern. Er heiratete Josina de Mol van Leetbergen († 1505). Ihre Son Rutger van den Boetzelaer († 1545) erbte Deurne mit dem Kleinen Schloss 1499 von seiner Mutter. Er verkaufte es aber an Henrick Taye († 1508), 2. Ehemann seiner Mutter, in deren Linie es weiter vererbte. Wessels Bruder Sweder (* 1432; † nach 1504) erbte die Besitzungen in Kleve. Damit trennten sich die Linien. Die deutsche Linie ist 1711 ausgestorben.

Wessel war Verfechter der Reformation und sein Sohn Rutger (* 1534; † 1604) unterstützte Wilhelm I. und begründete so den Einfluss der Familie.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]