Vanadium(II)-chlorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Vanadium(II)-iodid
__ V2+     __ Cl
Allgemeines
Name Vanadium(II)-chlorid
Andere Namen
  • Vanadiumdichlorid
  • Dichlorvanadium
  • Vanadin(II)-chlorid
  • Vanadindichlorid
Verhältnisformel VCl2
CAS-Nummer 10580-52-6
PubChem 66355
Kurzbeschreibung

gelblicher Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 121,85 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,23 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1350 °C[1]

Siedepunkt

ab 910 °C Sublimation[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​34
S: 26​‐​27​‐​36/37/39​‐​45
Toxikologische Daten

540 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Vanadium(II)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride. Es ist ein hellgelber Feststoff, der ab 910 °C sublimiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Durch Reduktion von Vanadium(II)-chlorid mit Wasserstoff konnte von Henry Enfield Roscoe 1867 erstmals metallisches Vanadium hergestellt werden.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Vanadium(II)-chlorid kann durch Reduktion von Vanadium(III)-chlorid durch Erhitzung (~675 °C) im Beisein von sauerstoffreiem Wasserstoff gewonnen werden.[4]

\mathrm{2\ VCl_3\ +\ H_2\ \xrightarrow {\Delta T}\ 2\ VCl_2\ +\ 2\ HCl}

Auch die Disproportionierung von Vanadium(III)-chlorid in Stickstoff[4]

\mathrm{2\ VCl_3\ \xrightarrow \ VCl_2\ +\ 2\ VCl_4}

oder die direkte Reaktion von Vanadium mit Chlor sind möglich.[4]

\mathrm{V\ +\ Cl_2\ \xrightarrow \ VCl_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Vanadium(II)-chlorid liegt als hellgrüne Blättchen vor. Es ist weniger hygroskopisch als Vanadium(III)- und Vanadium(IV)-chlorid und löst sich nicht in Alkohol oder Ether.[4] Es ist ein starkes Reduktionsmittel mit welchem die Reduktion von Sulfoxiden zu Sulfiden, organische Aziden zu Aminen, sowie die reduktive Kopplung einiger Alkylhalogenide möglich ist. Bei Lösung in Wasser bildet sich das [V(H2O)6]2+ Ion.

Vanadium(II)-chlorid besitzt eine oktaedrische Kristallstruktur mit der Raumgruppe P3m1, ähnlich der von Cadmiumiodid.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Webelements: Vanadiumdichloride
  2. a b c d Datenblatt Vanadium(II) chloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 25. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. a b c d e  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1408.