Vandans

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Vandans
Wappen von Vandans
Vandans (Österreich)
Vandans
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bludenz
Kfz-Kennzeichen: BZ
Fläche: 53,75 km²
Koordinaten: 47° 6′ N, 9° 52′ O47.0952777777789.8655555555556660Koordinaten: 47° 5′ 43″ N, 9° 51′ 56″ O
Höhe: 660 m ü. A.
Einwohner: 2.611 (31. Dez. 2013)
Postleitzahl: 6773
Vorwahl: 05556
Gemeindekennziffer: 8 01 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 26
6773 Vandans
Website: www.vandans.at
Politik
Bürgermeister: Burkhard Wachter ({{{Partei}}})
Gemeindevertretung: (2010)
(24 Mitglieder)
24 Gemeinsam für Vandans
Lage der Gemeinde Vandans im Bezirk Bludenz
Bartholomäberg Blons Bludenz Bludesch Brand Bürs Bürserberg Dalaas Fontanella Gaschurn Innerbraz Klösterle Lech Lorüns Ludesch Nenzing Nüziders Raggal Sankt Anton im Montafon Sankt Gallenkirch Sankt Gerold Schruns Silbertal Sonntag Stallehr Thüringen Thüringerberg Tschagguns Vandans VorarlbergLage der Gemeinde Vandans im Bezirk Bludenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Vandans
Vandans
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Vandans ist eine Gemeinde in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bludenz mit 2611 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Es liegt im Montafon.

Geografie[Bearbeiten]

Vandans liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bludenz auf 648 Metern Höhe. 26,2 % der Fläche sind bewaldet, 34 % der Fläche Alpen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Vandans besteht aus einer einzigen, gleichnamigen Katastralgemeinde und Ortschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name „Vandans“ kommt von ad fontanas – das bedeutet Bei den Wassern. Die vier Wildbäche

  • Aualatsch vom Golm
  • Almustrik aus dem Rellstal
  • Mustergiel aus der Valkastielschlucht und der
  • Ladritschbach aus dem Vensertobel

haben den Dorfcharakter geprägt und in früheren Jahren der Bevölkerung mit Vermurungen und Schäden viel zu schaffen gemacht.

Die ersten Bewohner waren in Vandans im 10. Jahrhundert die Rätoromanen aus der Provinz Rhätien – was noch heute durch viele romanische Flurnamen bezeugt wird. Die weitere Besiedlung erfolgte durch die Kelten und die verschiedenen Stämme deutscher Alemannen. Erst ab etwa 1300 ließen sich die deutschen Walser aus dem schweizerischen Kanton Wallis auf dem noch deutschen Boden nieder.

Um 1405, während der Appenzellerkriege, wurde die Burg Montafon im Schlosstobel bei Vandans zerstört.[1]

1613 und erneut 1630 wütete die Pest in Vandans. Bis 1651 gehörte Vandans zu Tschagguns, der Ort hatte aber bereits seit 1519 einen eigenen Kaplan.[2]

1799 marschierten das österreichische Militär und die „Montafoner Schützen“ unter Bernhard Riedmiller durchs Rellstal gegen Napoleons Truppen, die in der angrenzenden Schweiz lagen. 1800 erfolgte die Besetzung durch die Franzosen und in den Jahren 1803 bis 1809 gehörte Vandans mit dem ganzen Montafon zu Bayern.

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Vandans seit der Gründung 1861.

Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Am 31. Dezember 2002 hatte die Gemeinde inklusive der Zweitwohnsitze 2.937 Einwohner. Der Ausländeranteil lag dabei bei 9,9 %.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 24 Mitgliedern. Nachdem sich, unter anderem aufgrund der Spaltung der FPÖ, welche in Vandans bereits seit mehreren Jahrzehnten die absolute Mehrheit besaß, alle zuvor in der Gemeindevertretung vertretenen Parteien (Die Zusammensetzung nach der Wahl 2000 (damals noch 21 Sitze) war: ÖVP 7 Sitze, SPÖ 2 Sitze, FPÖ 12 Sitze) entschlossen hatten, als Liste „Gemeinsam für Vandans“ bei der Gemeindevertretungswahl 2005 anzutreten und auch keine weitere Liste mehr antrat, erreichte diese 100 % der gültigen Stimmen. Auch bei der Gemeindevertretungswahl 2010 kandidierte nur die Liste „Gemeinsam für Vandans“. Bürgermeister ist Burkhard Wachter (vorm. FPÖ), der als einziger Kandidat mit 81,31 % Ja-Stimmen bei der Wahl 2010 wiedergewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen vandans.png

Das Wappen stammt von Markus Bachmann und die Verleihung des Wappens durch die Vorarlberger Landesregierung erfolgte am 26. Jänner 1965.
Das Wappen zeigt einen von Rot und Grün gespaltenen Schild – mit einem goldenen Schlüssel im roten sowie einem silbernen Blitz im grünen Feld.
Der goldene Schlüssel steht für die Zugehörigkeit zum Montafon (Siegel seit dem frühen 15. Jahrhundert). Der Blitz stellt die Stellung der Gemeinde als Kraftspeicher der Vorarlberger Illwerke dar.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mit der seit 1958 befreundeten deutschen Malteserstadt Heitersheim wurde im Jahre 1991 die offizielle Partnerschaft besiegelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Vandans
Innenraum der alten Barockkirche in Vandans
Altar der Kapelle „Venser Bild“

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Vandans 1988 zum „Schönsten Blumendorf Europas“ gekürt.[4]

Vereine[Bearbeiten]

  • Harmoniemusik Vandans

In Vandans gibt es seit 1898 eine Blasmusikkapelle, die „Harmoniemusik Vandans“. Mit November 2013 zählt die Kapelle 66 MusikantInnen. Während des Jahres werden unterschiedliche Verpflichtungen (z.B.: Platzkonzerte, Wettbewerbe, Frühschoppen, ...) wahrgenommen. Im Vereinsjahr 2012/13 waren dies 21 Veranstaltungen, welche musikalisch umrahmt wurden.[5]

  • Trachtengruppe Vandans

Die Vandanser Trachtengruppe besteht seit 1953 und ist ein Verein, der als Hauptzweck die Pflege und das Tragen der Montafoner Tracht, sowie die Pflege und den Erhalt des Volksliedes, des Volkstanzes und der alpenländischen Volksmusik hat. Im Sommer finden regelmäßig Heimatabende für Touristen und Einheimische mit Volkslied, Volkstanz, Volksmusik und Schuhplattler statt. [6]

  • Freiwillige Feuerwehr Vandans

Die Freiwillige Feuerwehr Vandans, zwar kein Verein, sondern eine Körperschaft öffentlichen Rechtes und wurde am 1. Oktober 1880 gegründet. Im Jahre 2007 kann ein aktiver Mannschaftsstand von 47 Männern und einer Frau sowie 11 Ehrenmitgliedern verzeichnet werden. Die Fahrzeuge setzen sich aus einem Tanklöschfahrzeug, einem Kleinlöschfahrzeug und einem Mannschaftstransportfahrzeug zusammen.[7]

  • Vandanser Aktiv Club

Dieser, kurz VAC genannt, bemüht sich um eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Von ihm wird unter anderem auch das jährliche Open Air am Klettersteig Scheibenkopf veranstaltet. Das „Stehbruchfest“ findet Anfang August an Freitag und Samstag statt. Es wird hauptsächlich Rock gespielt.[8]

  • Bergrettung Vandans / St. Anton im Montafon

Seit 1954 besteht die Bergrettung und ist eine Rettungsorganisation, die Menschen in alpinen Notlagen hilft. Mit Stand November 2013 zählt die Bergrettung 39 BergretterInnen und einen Anwärter.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 35 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 350 Beschäftigten und 22 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.201. Tourismus und Fremdenverkehr sind für den Ort wichtig und im Tourismusjahr 2001/02 gab es insgesamt 108.654 Übernachtungen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das größte Unternehmen in Vandans ist der international tätige Automobilzulieferer ELB-Form mit etwa 220 Mitarbeitern.[10]

Kraftwerke Rodund I und II

Auf dem Gebiet der Gemeinde Vandans liegen auch die Kraftwerke Rodund I und II der Vorarlberger Illwerke mit ihren Stauseen.

Verkehr[Bearbeiten]

Vandans ist mit einer Haltestelle der Montafonerbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen und verfügt über einen Ortsbus.

Bildung[Bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 239 Schüler, die sich auf ein Heilpädagogisches Zentrum und die Volksschule verteilen.

In Vandans gibt es zudem einen Kindergarten, der in drei Gruppen geführt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen mit Beziehung zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Christoph Feurstein (* 1972), öst. Journalist und Fernsehmoderator.
  • Karin Fritz (* 1957), Abgeordnete zum Vorarlberger Landtag
  • Josef Henrich (1879-1943), öst. Forstingenieur, Jagdausbilder und Autor; Ehrenbürger von Vandans
  • Josef Nagler (1922-1997), Vermessungstechniker und Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag
  • Siegmund Stemer (* 1951), Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag; derzeit wohnhaft in Vandans
  • Martin Thurnher (1844-1922), Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag, Ehrenbürger von Vandans
  • Manfred Vallaster (* 1958), Abgeordneter zum Vorarlberger Landtag


Sport & Freizeit[Bearbeiten]

Die Vorarlberger Illwerke errichten zwischen Latschau und Vandans eine Rodelbahn für den ganzjährigen Einsatz.[11] Die Heinrich-Hueter-Hütte ist ein beliebtes Wanderziel von Vandans und Ausgangspunkt für die Besteigung der Zimba.

220°-Panoramablick vom Jetzmunt auf Sankt Anton im Montafon und Vandans. Das Bergmassiv in der Bildmitte ist die Vandanser Steinwand. Links die zwei schneebedeckten Spitzen sind die Tschaggunser Mittagspitze (2168 m ü. A.) und das Tilisuna-Schwarzhorn (2460 m ü. A.) im Rätikon.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Barbisch. Vandans. Eine Heimatkunde aus dem Tale Montafon in Vorarlberg. 1922. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vandans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.vorarlberg.at/pdf/vv08anmittelalter.pdf Neues aus dem „finsteren“ Mittelalter (von Alois Niederstätter)
  2. Montafoner Heimatbuch
  3. Dehio Vorarlberg 1983, Vandans, Seiten 399ff
  4. http://www.blumenbuero.or.at/
  5. Harmoniemusik Vandans
  6. www.trachtengruppe-vandans.at
  7. Feuerwehr Vandans
  8. Vandanser Aktiv Club
  9. Bergrettung Vandans / St. Anton im Montafon
  10. (Stand 1. Juli 2005)
  11. Illwerke bauen Alpin-Coaster im Montafon (15. Juli 2008)