Vanylven

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Wappen Karte
Vanylven komm.svg Vanylven kart.png
Basisdaten
Regierungsbezirk: Møre og Romsdal
Fläche: 383 km²
Einwohner: 3.589 (2006)
Offizielle Sprachform: Nynorsk
Offizielle Website: Vanylven.kommune.no
Vanylven (Sørbrandal), Blick Richtung Åram
Vanylven (Fiskå), stählerne Sonnenblume
Vanylven (Åram) - die Fähre hat Kurs auf Kvamsøya genommen
Bei dem Haus im Hintergrund handelt es sich um dasjenige der Familie Hauge, deren Söhne Ole und Knut Ende 1905 bei dem Versuch, auf dem Schulweg den hochwasserführenden Brandalselv zu überqueren, umkommen. Das Haus ist in späteren Jahren erweitert worden, während sich die davor stehende Scheune nach wie vor im Originalzustand befindet

Vanylven ist eine Kommune (Gemeinde) im südlichen Teil des Fylkes Møre og Romsdal, Norwegen.

Lage und Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Kommune liegt am südwestlichen Rand von Sunnmøre. Vanylven umfasst nach einer Gemeindereform im Jahre 2001, die nach einem langwierigen und erbitterten Streit dazu führe, dass der damalige südliche und auf dem Festland gelegene Teil der Gemeinde Sande nach Vanylven überführt wurde, 383 km² und hatte am 1. Januar 2005 3.693 Einwohner. Wenngleich diese Gemeindereform zu einem Bevölkerungsanstieg führte, ist die Bevölkerungsentwicklung seit mehr als zehn Jahren insgesamt rückläufig. Mit 9,6 Einwohnern pro km² ist die Bevölkerungsdichte deutlich geringer als in Møre og Romsdal (16,2) oder Gesamtnorwegen (14,1). Es leben auch ledliglich 22 % der Einwohner in dicht besiedelten Gebieten (Møre og Romsdal 67 %, Gesamtnorwegen 77 %) - alle Angaben für 2003. Abgesehen von Åheim, Fiskå (Fiskåbygd), dem Gemeinde- und Verwaltungszentrum sowie Syvde finden sich keine Ansiedlungen, die den Charakter einer geschlossenen Ortschaft aufwiesen - die Bevölkerung wohnt überwiegend verstreut am Küstenstreifen.

Geographie und Klima[Bearbeiten]

Vanylven ist eine typische Küstengemeinde und insgesamt durch ihre Nähe zur offenen See gekennzeichnet, die sich insbesondere in Hakallestranda zeigt. Sie wird auf zwei Seiten von mehreren Fjorden begrenzt, von denen die wichtigsten Vanylvsfjord, Syltefjord, Rovdefjord und Syvdsfjorden sind. Der Vanylvsfjorden stellt zugleich die Grenze zum Fylke Sogn og Fjordane dar; das gegenüberliegende Ufer ist das Nordostufer der, unter Seefahrern seit Jahrhunderten berüchtigten, Halbinsel Stadlandet (auch Stad, Stattland u.a. Schreibweisen); dabei stellt sich die Landschaft als ausgesprochen gebirgig und zerklüftet dar.

Diese Lage bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die klimatischen Gegebenheiten: Zwar kann generell von maritimen Verhältnissen ausgegangen werden, so dass mit milden Wintern und eher kühleren Sommern zu rechnen ist, andererseits können die Wetterverhältnisse innerhalb der Gemeinde selbst auf kurze Entfernungen dramatisch variieren; auch erhebliche Temperaturunterschiede zwischen der unmittelbaren Küstenregion und den weiter im Landesinneren gelegenen Gegenden sind durchaus an der Tagesordnung. Man kann erleben, wie es in Syvde nahezu windstill ist, während es ab Fiskå zunehmend windiger wird, bis es in Hakallestranda mit voller Sturmstärke weht. Im Januar 2005 zeigte das Thermometer in Hakallestranda morgens -3,5 Grad an, während in Syvde zur selben Zeit -10 Grad gemessen wurden. Hakallestranda ist im übrigen der am meisten exponiert gelegene Teil der Gemeinde, weil in westlicher Richtung der Schutz durch Stadlandet fehlt. Hier mündet nämlich Vanylvsfjorden in die offene See, so dass der Sturm aus dieser Richtung gefürchtet ist. Allerdings kann festgestellt werden, dass die statistisch am häufigsten vorherrschenden Windrichtungen Südwest und Nordost sind, wobei Stadlandet im Südwesten und die umgebenden Berge im Nordosten für einen gewissen Schutz sorgen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Vanylvens ist im großen und ganzen davon gekennzeichnet, dass die bedeutenden weltgeschichtlichen Ereignisse an dieser abgeschieden gelegenen Gemeinde überwiegend spurlos vorüber gegangen sind. Selbst der Erste Weltkrieg blieb, sieht man einmal davon ab, dass einige Einwohner auf norwegischen Handelsschiffen dem Seekrieg zum Opfer fielen und Versorgungsengpässe auch hierher gelangten, nahezu unbemerkt. Anders sollte es allerdings im Zweiten Weltkrieg werden ... Im Grunde genommen kann man daher eher von "Geschichten" als "Geschichte" sprechen - Geschichten über Ereignisse und Menschen, deren Bedeutung nur selten über die lokale hinausgekommen ist, die aber in der Bevölkerung nach wie vor lebendig sind, auch wenn sie teilweise mehrere hundert Jahre zurückliegen oder sich gar nicht in Vanylven selbst, sondern in einer der angrenzenden Gemeinden zugetragen haben. Dies zeigt jedoch in aller Deutlichkeit die Verbundenheit der Küstenbewohner untereinander und die, jedenfalls lokale, Bedeutung solcher Begebenheiten.

Forscher gehen davon aus, dass Vanylven - zumindest Hakallestranda - bereits während der Steinzeit besiedelt war; einige Spuren deuten jedenfalls darauf hin. Aber erst ab dem 17. Jahrhundert gibt es Berichtenswertes, auch wenn es sich dabei zumeist um Unglücksfälle oder sonstige tragische Ereignisse handelt:

  • 1680: Die mitteleuropäische Hexenverfolgung hat Norwegen erreicht und ist sogar bis nach Vanylven vorgedrungen. Hier trifft er Ingebrigt Størkerson - einen Mann, der nicht zu Unrecht den Beinamen Tater-(Zigeuner-)Ingebrigt trägt, zieht er doch durch die Gegend und bestreitet seinen Lebensunterhalt durch Bettelei. Ihm und Marit Johannesdotter Løset aus Syvde wird mannigfaches Hexen- und Zauberwerk nachgesagt; an willigen Zeugen mangelt es nicht, und seltsamerweise legen die Angeklagten sogar ein Geständnis ab. So steht das Urteil bald fest: "...och straffis effter dieris egen Bekiendelse paa dieris lif som Andre trollfolch till Ild och brand..." (etwa: "... und sollen sie ihrem eigenen Geständnis nach mit dem Feuer an ihrem Leben bestraft werden, wie anderes Zaubervolk auch..."), wie es im Gerichtsprotokoll heißt. Beide werden gemeinsam Ende 1680 verbrannt, wobei die Richtstätte vermutlich Rovdeskjeret ist, ein kleiner Holm vor Rovde.
  • 1702: Anne Olsdotter Humborstad (auch: Olsdatter Homborstad) aus Tunem wird auf Galgeholmen (Galiholmen) wegen Kindstötung mit dem Schwert hingerichtet.
  • um 1760: Hans Strøm gibt seine berühmte Beschreibung von Sunnmøre heraus - Psykisk og oeconomisk beskrivelse over fogderiet Søndmør beliggende i Bergen stift i Norge. Unter anderem befasst er sich mit der Herkunft des Namens Hakallestranda und schreibt dazu, Hakatle-Stranden erstrecke sich "omtrent 1 Miil længde fra Hundsnæss ved Vanelvsfjordens Aabning og hen til Gaarden Aaram - ungefähr eine Meile von Hundsnes an der Mündung von Vanylvsfjorden bis zum Hof Åram". Hier irrt Strøm allerdings und verwechselt wohl Hundsnes mit Flugevågnes, denn nur letzteres liegt an der Mündung des Fjords und ist etwa eine Meile (eine norwegische Meile = 10 km) von Åram entfernt. Zum Namen selbst vermutet Strøm: "Da det Navn Hakatle er et gammelt og endnu ikke ganske ubrukeligt Quinde-Navn hos os, saa kan man ikke vel tvivle paa, at jo denne Strand bærer Navn af en Quinde, som her i ældre Tider maae have boet under Navn af Hakatle. - Da der Name Hakatle ein alter und noch nicht ungebräuchlicher Frauenname bei uns ist, kann man wohl nicht daran zweifeln, dass dieser Strand den Namen einer Frau trägt, die hier in alten Zeiten unter dem Namen Hakatle gewohnt hat". Gleichwohl ist die Herkunft des Ortsnamens umstritten - es wird auch die Ansicht vertreten, er stamme vom Berg Håkallen, der mit seinen 606 m über Hakallestranda emporragt.
  • 1905: Kurz nach Weihnachten kommen Ola (10) und Knut (je nach Quelle zwischen 9 und 11 Jahre) Hauge von Krabbesti bei dem Versuch um, den hochwasserführenden Brandalselv auf dem Weg zur Schule zu überqueren. Ola wird neun Wochen später bei Flåvær gefunden; Knut bleibt spurlos verschwunden. Die Mutter der beiden, Oluffa Hauge, verfügt über dichterische Begabung und widmet diesem tragischen Ereignis zwei beeindruckende Gedichte.
  • 1920, 25. März: In einem plötzlich aufkommenden Sturm verlieren 8 Fischer aus Ervik auf Stadlandet in Landnähe ihr Leben. Dieses Ereignis ist nach wie vor als Ervik-ulykka bekannt.
  • 1924, 16. August: Friedrich Wilhelm Prasse (*21. Februar 1852 in Westfalen) stirbt auf Hjelmeset(h). Um Prasse ranken sich viele Gerüchte und Legenden. Tatsache jedenfalls ist, dass er Deutscher war und in der Gegend seinen Lebensunterhalt damit verdiente, dass er mit einem von einem Hund gezogenen Karren (was ihm den Beinamen hundemannen - der Hundemann einbringt) herumfährt und das verkauft, was man in der Vergangenheit als "Marketenderwaren" zu bezeichnen pflegte - Nähzeug, Spiegel, Kämme, aber auch Papier und Bleistifte. Die Überlieferung will wissen, dass er ursprünglich preußischer Offizier war, welcher der Militärmacht den Rücken kehrte, um ein ruhiges, friedliches Leben in der Abgeschiedenheit Norwegens zu führen. Auf seinen Verkaufsfahrten kommt er auch immer wieder durch Vanylven Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Friedhof von Flusund in der Gemeinde Herøy.
  • 1937, 22. Januar: Bei dem Versuch, Heide abzubrennen, gerät das Feuer außer Kontrolle. Schnell steht das gesamte Gelände zwischen Åram, Lidane und Hakallestranda sowie Sandvikdalen selbst in Flammen. Am nächsten Tag kann der Brand gelöscht werden; Menschenleben sind nicht zu beklagen, doch selbst heute noch sind hier und dort verkohlte Baumstümpfe zu sehen.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

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Im Frühjahr 1941 erreicht der Zweite Weltkrieg Vanylven: deutsche Truppen besetzen Åram. Das Schulgebäude wird requiriert, in vielen Privathäusern quartieren sich deutsche Soldaten ein. Gleichzeitig werden umfangreiche Befestigungsarbeiten durchgeführt - schwere Seezielbatterien und Maschinengewehrstellungen, Bunker und Laufgräben werden eingerichtet. Diese Wirksamkeit kommt nicht von ungefähr, stellt Vanylven doch einen strategisch wichtigen Punkt an der norwegischen Küste dar: Åramsundet und Haugsfjorden eignen sich ausgezeichnet als Ankerplatz für Einzelfahrer oder Konvois, bevor diese versuchen, im Schutze der Nacht die offene See um Stadlandet herum zu befahren. Dementsprechend fallen auch Befestigungen, Bauwerke und Bewaffnungen aus:

Åram - Küstenbatterie

Bauwerke und Befestigungen

  • 12 Baracken
  • 18 Bunker
  • 6 sonstige Gebäude
  • 2 Tunnel
  • 7 Geschützstellungen
  • 18 Schützenstellungen
  • 3 Scheinwerferstellungen
  • 2 Straßensperren
  • 2 Minenfelder
  • 19 diverse Anlagen

Bewaffnung und Ausrüstung (Stand: März 1945)

  • 4 10,5-cm-Schneider-Feldgeschütze
  • 2 4,7-cm-Panzerabwehrkanonen (jugoslawischer Herkunft)
  • 1 3,7-cm-Panzerabwehrkanone (französischer Herkunft)
  • 2 2-cm-Luftabwehrkanone
  • 1 8,1-cm-Granatwerfer (norwegischer Herkunft)
  • 4 5-cm-Granatwerfer (französischer Herkunft)
  • 5 Maschinengewehre (davon 4 norwegischer Herkunft)
  • 20 Flammenwerfer
  • 1 150-cm-Scheinwerfer
  • 1 60-cm-Scheinwerfer

Åram - Luftabwehrbatterie

Bauwerke und Befestigungen

  • 2 Baracken
  • 3 Bunker
  • 1 sonstiges Gebäude
  • 6 Geschützstellungen
  • 7 Schützenstellungen
  • 1 Scheinwerferstellung
  • 2 Straßensperren
  • 3 diverse Anlagen

Bewaffnung und Ausrüstung (durchgehend)

  • 3 4-cm-Flak-28; Bofors
  • 3 2-cm-Flak-38; Madsen
  • 1 3,7-cm-Panzerabwehrkanone in einem alten französischen Panzer
  • Unbekannte Anzahl Maschinengewehre
  • 1 60-cm-Scheinwerfer

Kobbevik - Küstenbatterie

Bauwerke und Befestigungen

  • 9 Baracken
  • 13 Bunker
  • 9 sonstige Gebäude
  • 10 Geschützstellungen
  • 2 Schützenstellungen
  • 2 Scheinwerferstellungen
  • 2 Straßensperren
  • 2 Minenfelder
  • 11 diverse Anlagen

Bewaffnung und Ausrüstung (Stand: März 1945)

  • 4 10,5-cm-Schneider-Feldgeschütze
  • 1 7,5-cm-Feldgeschütz (französischer Herkunft)
  • 2 2,5-cm-Luftabwehrkanonen (britischer Herkunft)
  • 2 2-cm-Luftabwehrkanonen
  • 1 5-cm-Panzerabwehrkanone
  • 8 Maschinengewehre (davon 5 norwegischer Herkunft)
  • 1 60-cm-Scheinwerfer

Alles in allem halten sich jedoch die Kampfhandlungen in Grenzen; Landgefechte finden zu keinem Zeitpunkt statt.

Das Leben der Zivilbevölkerung geht, so weit das möglich ist, seinen gewohnten Gang. Zwar gibt es im Laufe der Zeit immer mehr Einschränkungen - so werden Jagdgewehre und Radioempfänger beschlagnahmt, doch beide Seiten wissen, dass in vielen Häusern diese Dinge sorgsam versteckt worden sind. Man spricht nicht darüber und belässt es dabei. Auch der Umstand, dass die Bevölkerung russischen und polnischen Kriegsgefangenen Lebensmittel zukommen lässt, ist den Besatzungstruppen durchaus bekannt, ohne dass jedoch in größerem Umfang dagegen eingeschritten worden wäre. Insgesamt scheint sich die Wehrmacht in Vanylven recht moderat zu verhalten. Zwar sind gegenseitige Sticheleien an der Tagesordnung, doch zu ernsthaften Übergriffen kommt es, mit einer tragischen Ausnahme, nicht, obgleich die Bevölkerung aus ihrer Einstellung gegenüber den Deutschen kein Hehl macht. Dies mag ein Beispiel belegen.

Eines Tages, so ein Zeitzeuge, soll eine große Kanone von Sør-Brandal nach Åram transportiert werden. Auf der Brücke über Brandalselva bricht eines der Räder durch die Brückendecke - norwegische Straßenarbeiter werden zur Behebung des Schadens hinzugezogen. Ein deutscher Offizier, der die Arbeiten beaufsichtigen soll, beginnt damit, die Norweger zu provozieren. Unter anderem äußert er, der recht gut norwegisch spricht, dass die Norweger "lausige Schützen" seien. Dies lässt der Vorarbeiter nicht auf sich sitzen. Er sagt: "Gib mir ein Gewehr und einen einzigen Schuss. Dann gehe hundert Meter weg - nein, zweihundert. Ich brauche nur diesen einen Schuss..." Kurze Zeit später verlässt der Offizier den Ort des Geschehens.

  • 1943, 4. Mai: Karen Nystøyl wird auf Bergsnev von einem offenbar geistig verwirrten Soldaten erschossen, als sie an dem dort stehenden Wachgebäude vorbeigehen will.
  • 1943, 20. Mai: Die Küstenbatterie Kobbevik beschießt ein vorbeifliegendes Flugzeug. Kein Treffer beobachtet.
  • 1943, 30. September: Vor Stadlandet wird das Hurtigrutenschiff Sanct Svithun von alliierten Flugzeugen angegriffen. Das Schiff gerät in Brand und läuft bei Kobbeholmen in der Nähe von Buholmen auf Grund, wo es später sinkt. In einer dramatischen Rettungsaktion gelingt es den Einwohnern von Ervik, die Überlebenden trotz schlechter Wetterbedingungen zu bergen. Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt; ein Zeitzeuge berichtet von 75 Geretteten, von denen 19 die ganze Nacht auf Kobbholmen ausharren müssen. Von den mutmaßlich 12 Deutschen an Bord verlieren sechs ihr Leben.
  • 1944, 1. Juni: Gegen 21:45 Uhr passiert ein deutscher Konvoi, aus Kristiansand kommend, Haugsholmen fyr und läuft Richtung Åramsundet weiter, wobei er von einem starken britischen Luftkampfverband (30 Barracudas, 12 Seafires und 22 Corsair, die von den Flugzeugträgern HMS Furious, HMS Victorious und HMS Fencer stammen) angegriffen wird. In dieses Gefecht greift auch die Küstenbatterie Kobbevik ein. Der Konvoi besteht aus den beiden Frachtern Florida und Hans Leonhardt sowie den Begleitschiffen UJ 1706, M 5207, M 5210 und dem Sperrbrecher 181. Die Hans Leonhardt befindet sich auf der Fahrt von Ålborg nach Kirkenes und transportiert neben etwa 2.000 t Munition und Sprengstoff auch eine größere Menge Heu, welches nach mehreren Treffern in Brand gerät; die Mannschaft geht um 22:10 Uhr in die Boote, während das Schiff brennend in nördlicher Richtung treibt. Um 22:30 Uhr explodiert es in einer gewaltigen Rauchsäule und sinkt auf der Position 62° 12′ 12″ N, 5° 25′ 42″ O62.2033333333335.4283333333333, die Florida und der Sperrbrecher 181 laufen mit schweren Schäden auf Grund. Die Wucht der Detonation ist so gewaltig, dass die Hauptankerwinsch der Hans Leonhardt bis auf die Insel Kvamsøy geschleudert wird - immerhin 500 m entfernt.
  • 1944, 12. September: Die Küstenbatterie Åram beschießt einen alliierten Luftverband, der einen deutschen Konvoi in Åramsundet angreift, wobei das deutsche Vorpostenboot V-5307 (Felix Scheder), mit acht 10,5-cm- und 384 2-cm-Granaten sowie Maschinengewehren, versenkt wird. Der Batterie wird der Abschuss einer Maschine vom Typ Seafire zuerkannt. Am selben Tage beschießt die Küstenbatterie Kobbevik einen alliierten Luftverband mit zwei 10,5-cm- und 100 2-cm-Granaten, der die Fahrrinne vermint.
  • 1944, 14. Oktober: Die Küstenbatterie Åram beschießt einen alliierten Luftverband, der in Åramsundet operiert, mit 5 10,5-cm- und 264 2-cm-Granaten.
  • 1944, 5. Dezember: Die Küstenbatterie Åram beschießt drei vorbeifliegende Flugzeuge mit 10,5-cm- und 2-cm-Geschützen, die Luftabwehrbatterie Åram eröffnet das Feuer mit 27 4-cm-Granaten.
  • 1944, 13. Dezember: Die Küstenbatterie Åram beschießt einen vorbeifliegenden Luftverband mit 2-cm-Geschützen, die Luftabwehrbatterie Åram feuert 112 4-cm- und 80 2-cm-Granaten ab, die Küstenbatterie Kobbevik 222 2-cm-Granaten. An einem der Flugzeuge wird Rauchentwicklung beobachtet.
  • 1945, 11. Februar: Die Luftabwehrbatterie Åram beschießt ein vorbeifliegendes Flugzeug mit 2 4-cm-Granaten.
  • 1945, 27. Februar: Die Luftabwehrbatterie Åram beschießt ein vorbeifliegendes Flugzeug mit einem 4-cm-Geschütz.
  • 1945, 8. Mai: Die deutsche Wehrmacht kapituliert auch in Vanylven und tritt den geordneten Marsch in die Gefangenschaft an.

Danach[Bearbeiten]

  • 1956, 1. März: Das in Sørfold in der Provinz Nordland beheimatete Fischereifahrzeug Brenning (N-4-SF) kentert auf der Heimreise, von Måløy kommend, in der Nähe von Vossa, einem tückischen 7,7-m-Unterwasserfelsen vor Buholmen. Rettungsversuche bleiben erfolglos. Ein Mann, der Steward Nils Evjen, kann sich aus eigener Kraft aus dem kieloben treibenden Wrack befreien, die restlichen 19 Besatzungsmitglieder kommen um.
  • 1970: In Ervik wird eine Kapelle zum Gedenken an die Versenkung der Sanct Svithun eingeweiht. Als Kirchenglocke dient die Schiffsglocke des Unglücksschiffes; sie trägt die Inschrift "Må hell og lykke følge deg, St. Svithun - Til Ervik folket, i erkjentlighet for redning av menneskeliv i anledning St. Svithuns forlis 30. september 1943" ("Möge das Glück mit Dir sein, St. Svithun - Den Einwohnern von Ervik in Anerkennung für die Rettung von Menschenleben anlässlich des Untergangs der St. Svithun am 30. September 1943")
  • 1972: 84,7 % der stimmberechtigten Einwohner Vanylvens sprechen sich gegen eine Mitgliedschaft Norwegens in der EU aus (Møre og Romsdal: 70,8 %, Gesamtnorwegen: 53,5 %).
  • 1994: 74,4 % der stimmberechtigten Einwohner Vanylvens sprechen sich gegen eine Mitgliedschaft Norwegens in der EU aus (Møre og Romsdal: 61,6 %, Gesamtnorwegen: 52,2 %).

21. Jahrhundert[Bearbeiten]

2002, 1. Januar: Ein langjähriger und erbittert geführter Streit findet, zumindest verwaltungstechnisch, sein Ende - der auf dem Festland gelegene südliche Teil der Gemeinde Sande wird Vanylven zugeordnet. Der Grund für diese Gemeindereform ist leicht zu verstehen: Seit jeher orientieren sich die Einwohner von Hakallestranda, Åram oder auch Sørbrandal regional eher in Richtung Fiskå und damit nach Vanylven. Kaum jemand kommt auf die Idee, etwa zum Einkaufen nach Larsnes, dem Verwaltungssitz der Gemeinde Sande, zu fahren; schließlich ist dies mit der Benutzung der Fähre verbunden. Wer allerdings Behördengänge zu erledigen hat, dem bleibt der recht umständliche Weg nach Larsnes nicht erspart. Der gesunde Menschenverstand legt daher nahe, diesem Umstand durch eine Verschiebung der Gemeindegrenzen Rechnung zu tragen. Politisch hingegen sorgt das Vorhaben für erheblichen Wirbel, sträubt sich doch die Gemeinde Sande vehement gegen den damit verbundenen Verlust an Einwohnern und Fläche und zeigt ein erstaunliches Beharrungsvermögen. Selbst eine um die Jahreswende 1995/96 herum durchgeführte Einwohnerbefragung, die mit einer deutlichen Mehrheit für eine Gemeindereform endet, bleibt ohne Wirkung. Schließlich landet die Angelegenheit in Stortinget, dem norwegischen Parlament in Oslo, wo letztlich ein Machtwort gesprochen wird.

  • 2003, im November: In der Bibliothek in Rovde wird eine Originalausgabe von Hans Strøms Beschreibung von Sunnmøre entdeckt. Das Werk hat jahrelang unbeachtet im Regal gestanden; sein Schätzwert beträgt 30.000 kr (ca. 3.800 EUR).
  • 2004, 5. Juli: Fünf deutsche Hobbyangler werden von der Küstenwache beobachtet, wie sie innerhalb der 100-m-Verbotsszone um die Lachszuchtanlage vor Nordstranda fischen. Ihre Angelausrüstung wird beschlagnahmt, darüber hinaus werden Geldbußen verhängt.
  • 2004, 27. August: Im Gemeindezentrum Fiskå wird eine stählerne Sonnenblume von knapp 14 Meter Höhe und mit einem Gewicht von etwas unter einer Tonne enthüllt. Hintergrund des Spektakels: Vanylven hat in einem landesweit ausgeschriebenen Wettbewerb den ersten Preis gewonnen. Anfang des Jahres hatte der norwegische Wirtschafts- und Handelsminister an alle Gemeinden des Landes Sonnenblumensamen verschickt. Diejenige Gemeinde mit der höchsten Pflanze sollte einen Zuschuss zu ihrem Wirtschaftsetat erhalten. Vanylven gewinnt mit einer Sonnenblume, die zuletzt 5,48 Meter hoch ist und deren Blüte allein mehr als fünf Kilogramm auf die Waage bringt, und wird auf diese Weise um immerhin eine Million Kronen (ca. 125.000 EUR) reicher. Nicht unerwähnt bleiben sollte indessen, dass die Pflanze in Helgøy gartneri gehegt und gepflegt wurde und deren Betreiber niemand anderes ist als der Bürgermeister selbst - Jan Helgøy...
  • 2004, 26. September: Nach anhaltenden Regenfällen tritt der sonst eher bescheidene Ripsdalselv (Sætreelv) über die Ufer und richtet in Syvde erhebliche Sachschäden an. Mehrere Häuser müssen evakuiert werden, weil die Gefahr besteht, dass sie von den Wassermassen mitgerissen werden.

2004, im September: In Åramsundet werden Ölspuren entdeckt. Sie stammen von der vor ziemlich genau 60 Jahren durch alliierte Flugzeuge *versenkten Felix Scheder, stellen jedoch, Experten zufolge, keine Gefahr für Seevögel oder maritime Lebensformen dar. Es handele sich nämlich um ein sehr leichtes Öl, das große Ähnlichkeit mit Dieselkraftstoff aufweise und sich nach Erreichen der Wasseroberfläche schnell auflöse. Möglicherweise handele es sich um dieselbe Sorte Öl, wie sie auch in dem bei Drøbak versenkten Schlachtschiff Blücher vorhanden sei, so die Fachleute.

  • 2004, 14. November: Das deutsche Containerschiff "Amisia J" erleidet auf dem Weg von Ålesund nach Haugesund auf Vanylsgapet einen Maschinenausfall und läuft in Åramsundet auf Grund. Es kann ohne größere Schäden freigeschleppt werden.
  • 2004, im November: Die Buchhandlung Askeladden AS in Syvde schließt zum Jahresende.
  • 2004, 26. Dezember: In den frühen Morgenstunden gerät ein Wohnhaus in Syvde aus ungeklärter Ursache in Brand und brennt bis auf die Grundmauern nieder. Fünf Menschen werden obdachlos.
  • 2005, 12. Januar: Vanylven verzeichnet mit 80 cm über Normal die höchste Springflut seit 10 Jahren, größere Schäden entstehen jedoch nicht.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis gegen Ende der 1960er Jahre wurde die Wirtschaft von der Fischerei dominiert, namentlich der Heringsfischerei. Wirtschaftlicher Mittelpunkt der Gegend war Haugsholmen - ein Archipel aus mehreren kleineren und größeren Inseln und Holme. Auf Haugsholmen selbst befanden sich eine Heringsölfabrik sowie Unterkunftsmöglichkeiten für Fischer, auf Storholmen gab es einen florierenden Handel. Die "silbernen Zeiten", von denen auch heute noch gerne gesprochen wird, bescherten allgemeinen Wohlstand - man hört von Fischereifahrzeugen, deren Netze so voll waren, dass sie brachen, oder die aber auch ihre Ladefähigkeit überschritten hatten und sanken. Als jedoch die Heringsschwärme mehr und mehr ausblieben, begann zugleich der Niedergang dieses Erwerbszweiges - Haugsholmen fiel der Bedeutungslosigkeit anheim, die Anlagen verfielen. Heute ist Haugsholmen von zwei Personen (den Eigentümern) bewohnt; eine wirtschaftliche Aktivität gibt es nicht mehr. Größter Arbeitgeber ist seither und nach wie vor AS Olivin in Åheim - Betreiberin eines Olivin-Tagebaus in Gusdalen. Allerdings ist dieses ehemals staatliche Unternehmen trotz rentablen Betriebes mittlerweile an einen US-amerikanischen Konzern verkauft worden, was Rationalisierungsmaßnahmen und damit Entlassungen nach sich zog. Die Personalreduzierungen des zweitgrößten Betriebes, einer Niederlassung von Ulstein Mekaniske Verksted auf Fiskåholmen, sind dagegen eine direkte Auswirkung der massiven Krisensituation, denen sich die norwegische Werftindustrie bereits seit längerem gegenübersieht, und auch die vor einigen Jahren erfolgte Schließung der Molkerei in Syvde hat nicht gerade zur Belebung des örtlichen Arbeitsmarktes beigetragen. Die Gesamtarbeitslosenquote liegt daher mit 4,6 % deutlich über sowohl Møre og Romsdal (2,9 %) als auch Gesamtnorwegen (3,2 %) - alle Angaben für 2002.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten]

Hauptverkehrsadern in Vanylven sind die Reichsstraßen (riksvegar) 61 und 652. Rv 61 beginnt in Maurstad und zweigt dort von Rv 15, der bedeutenden West-Ost-Verbindung zwischen Måløy und Otta, ab, um über Larsnes, Ulsteinvik und Hareid nach Ålesund zu führen, während Rv 652 in Eidså ihren Ausgangspunkt hat. Sie stellt die Verbindung über Syvde nach Volda dar. Ansonsten besteht das nicht sehr umfangreiche Straßennetz aus fylkes- und kommunevegar, also dem, was im Deutschen als Landes- bzw. Gemeindestraßen bezeichnet wird. Hinzu kommen etliche Privatwege, die teils gegen Gebühr (bomveg), teils auf eigene Gefahr und ohne Zahlung eines Geldbetrages befahren werden dürfen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Von einem Eisenbahnanschluss ist Vanylven im wahrsten Sinne des Wortes meilenweit entfernt. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Otta (298 km - 04:40 h) und Åndalsnes (192 km - 03:55 h). Die vergleichsweise lange Fahrzeit nach Åndalsnes ergibt sich durch die beiden Fährstrecken Koparnes - Årvik und Hareid - Sulesund.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Die nächstgelegene Anlaufstelle von Hurtigruten ist Måløy, etwa eine Autostunde von Vanylven entfernt und über Rv 61 und Rv 15 zu erreichen. Von Måløy aus besteht auch eine Schnellbootverbindung nach Bergen. Darüber hinaus gibt es zwei Fährverbindungen, die von Fjord1 - MRF bedient werden: Zum einen zwischen Koparnes und Årvik, zum anderen zwischen Åram und Larsnes/Voksa/Kvamsøya.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der nächste Flugplatz ist Ørsta/Volda (HOV), einer der zahlreichen kleineren Landeplätze in Norwegen (norw.: kortbaneflyplassar - etwa Flugplätze mit kurzer Landebahn). Diese werden von kleineren Propellermaschinen angeflogen. Wer es vorzieht, mit einer größeren Verkehrsmaschine zu fliegen, kommt nicht umhin, sich auf die Insel Vigra zu begeben, wo sich der Flughafen der Stadt Ålesund (AES) befindet.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten]

Das öffentliche Verkehrsnetz besteht, abgesehen von den Fährverbindungen, aus einigen Buslinien, die teilweise für die lokale Beförderung zuständig sind, teilweise aber auch längere Strecken bedienen und Vanylven lediglich berühren. Im Einzelnen sind dies folgende Routen:

  • Maurstad - Syvde (lokal),
  • Måløy - Ålesund,
  • Åheim - Hareid (lokal),
  • Åheim - Lauvstad - <Volda> (lokal),
  • Åheim - Sundal (lokal),
  • Åram - Fiskå - Syvde (lokal) sowie
  • Åram - Koparnes - Syvde (lokal).

Der Eindruck, Vanylven wäre flächendeckend durch Linienbusse erschlossen, täuscht. Abgesehen davon, dass die meisten Routen eher spärlich frequentiert sind (etwa vier Abfahrten pro Tag sind die Regel), findet an Samstagen und Sonntagen, wenn überhaupt, nur ein sehr eingeschränkter Verkehr statt; die Linien zwischen Åram und Syvde oder auch zwischen Åheim und Sundal werden zum Beispiel überhaupt nicht bedient[1]. Es verwundert daher nicht, dass der Anteil der Haushalte, die über ein Auto verfügen, mit 74,6% geringfügig höher ist als in Møre og Romsdal (74,0%), aber Gesamtnorwegen (70,3%) deutlich übertrifft.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, obgleich ihre Streckenführung Vanylven nirgendwo berührt, die Verbindung Nordfjordekspressen zwischen Måløy und Oslo[2]. Nächstgelegene Haltestelle dieser bedeutenden West-Ost-Route ist Maurstad, etwa 35 km von Fiskå entfernt. Von hier gelangt man mit dem Linienbus täglich in ca. 10 ½ Stunden in das Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Tourismus[Bearbeiten]

Touristisch ist Vanylven so gut wie nicht erschlossen. Abgesehen von einigen Zimmern in der Statoil-Tankstelle bei Fiskå, die ein wenig euphemistisch als Motel bezeichnet werden, bestehen die Unterkunftsmöglichkeiten aus einer gewissen Zahl von Miethütten, die über die ganze Gemeinde verstreut sind und nahezu ausschließlich im Sommer und von Anglern genutzt werden, da die Angelmöglichkeiten durchweg sehr gut sind. Darüber hinaus besteht im Sommer die Möglichkeit, dem Wracktauchen nachzugehen. In Åramsundet liegen als Überbleibsel des Zweiten Weltkrieges nämlich die Überreste der Felix Scheder und der Hans Leonhardt (in norwegischen Quellen überwiegend "Hans Leonard") beide durch Luftangriffe versenkt. Das dritte Wrack, die D/S Nobel, hingegen beruht auf einer Kollision[3]. Im Winter allerdings steht die Hüttenvermietung still - trotz der Möglichkeit, auf Øvreberg skisenter ein wenig Wintersport zu betreiben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fjord1 Nordvestlandske AS - Transportlogistik
  2. Nordfjordekspressen
  3. D/S Nobel

Weblinks[Bearbeiten]

62.0833333333335.7333333333333Koordinaten: 62° 5′ N, 5° 44′ O