Varese

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Varese (Begriffsklärung) aufgeführt.
Varese
Wappen
Varese (Italien)
Varese
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Varese (VA)
Lokale Bezeichnung: Varés
Koordinaten: 45° 49′ N, 8° 50′ O45.8166666666678.8333333333333382Koordinaten: 45° 49′ 0″ N, 8° 50′ 0″ O
Höhe: 382 m s.l.m.
Fläche: 54 km²
Einwohner: 79.333 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.469 Einw./km²
Postleitzahl: 21100
Vorwahl: 0332
ISTAT-Nummer: 012133
Volksbezeichnung: Varesini
Schutzpatron: Victor Maurus
Website: Gemeinde Varese

Varese (lombardisch: Vares) ist eine Stadt im Nordwesten der Lombardei in Oberitalien.

Varese ist Hauptstadt der Provinz Varese und seit 1998 Universitätsstadt (Università d’Insubria). Die Stadt hat 79.333 Einwohner (Stand 31. Dezember 2012) und bedeckt eine Fläche von 54 km². Die Höhe über Meeresspiegel wird mit 382 m angegeben.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt östlich des Lago di Varese (lediglich die zu Varese gehörenden Orte Calcinate del Pesce und Schiranna liegen direkt am See), nahe der Grenze zur Schweiz, zwischen Lago Maggiore und Comer See. Sie befindet sich ca. 55 km nördlich von Mailand.

Nachbargemeinden sind Arcisate, Azzate, Biandronno, Bodio Lomnago, Brinzio, Orino, Buguggiate, Cantello, Casciago, Castello Cabiaglio, Cazzago Brabbia, Galliate Lombardo, Gavirate, Gazzada Schianno, Induno Olona, Lozza, Luvinate, Malnate, Vedano Olona.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1859 fand im Zuge des Risorgimento und des Krieges zwischen Frankreich, Piemont und Österreich in der Nähe Vareses (deutsch veraltet: Väris) eine Schlacht zwischen den Truppen von Giuseppe Garibaldi und österreichischen Kräften unter Feldmarschall Karl von Urban statt. Nachdem die österreichischen Verbände dort geschlagen worden waren, stießen Garibaldis Freiwillige bis zum Gardasee vor. Dort kam es zu den entscheidenden Schlachten von Solferino und San Martino.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Varese ist industriell geprägt; dazu gehörte früher vor allem Leder-, Textil- und Metallverarbeitung, heute insbesondere die Luftfahrt- und Elektroindustrie: die bedeutendsten Unternehmen sind Alenia Aermacchi (Flugzeugbau), Agusta Westland (Bau von Hubschraubern), Cagiva und die einstigen Ignis-Werke, gegenwärtig ein Tochterunternehmen von Whirlpool (elektrische Haushaltsgeräte).

Husqvarna, eine Tochter von KTM AG, baut sämtliche Motorräder an ihrem Standort in Varese ebenso wie der italienische Motorradhersteller MV Agusta.

In Varese befindet sich eine Europäische Schule, in der Kinder von 4 bis 18 Jahren in verschiedenen europäischen Sprachen unterrichtet werden.

Varese hat gute Bahnverbindungen nach Mailand und ist in das Mailänder S-Bahn-System (Linie S 5) mit dichtem Taktverkehr eingebunden. Über die Autostrada A 8 besteht auch auf der Straße eine gute Anbindung an die lombardische Hauptstadt.

Rund 10 Kilometer südöstlich befindet sich der Flugplatz Varese-Venegono, knapp 5 Kilometer westlich der kleine Flugplatz Varese-Calcinate del Pesce. Etwa 20 Kilometer (Luftlinie) südwestlich von Varese liegt der internationale Flughafen Mailand-Malpensa.

Bildung[Bearbeiten]

Varese verfügt zusammen mit Como über die Universität Insubria.

In Varese befindet sich auch eine Europäische Schule für die in Ispra gelegene Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Als sehenswert gelten die romanische Taufkirche aus dem 13. Jahrhundert und die um 1600 gebaute Basilica San Vittore.
  • Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Schloss Castello di Masnago aus dem 15. Jahrhundert, in dem sich seit 1981 das städtische Museum der modernen Kunst befindet.
  • In der Villa Mirabello aus dem 18. Jahrhundert befindet sich das Archäologische Museum.
  • Sehenswert ist auch die Villa Menafoglio Litta Panza (bedeutendes Museum für Moderne Kunst (u. a. Minimal Art von Dan Flavin oder Robert Irwin), welches vom Sammler Giuseppe Graf Panza di Biumo in das Eigentum des FAI gestiftet wurde) und der dazugehörige Garten.
  • Der Palast Palazzo d’Este aus dem 18. Jahrhundert dient gegenwärtig als Rathaus der Stadt.
  • Doch die Hauptsehenswürdigkeit dürfte wohl der Sacro Monte di Varese sein, der mit den anderen Sacri Monti (heilige Berge) der Lombardei und des Piemonte 2003 in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Der Sacro Monte di Varese feierte im Jahr 2004 sein 400jähriges Bestehen und gehört so mit seinen 14 Kapellen und dem Wallfahrtsort Santa Maria del Monte in die Zeit der Barock. Die Kapellen sind reich mit illusionistischen Fresken und farbigen lebensgroßen Terrakottafiguren ausgestattet, welche die Geschichte Mariens von der Verkündigung bis zur Himmelfahrt zeigen.
  • Villa Toeplitz

Bilder[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Varese unterhält Partnerschaften seit 2003 zur rumänischen Stadt Alba Iulia in Siebenbürgen und seit 1957 zur französischen Stadt Romans-sur-Isère in der Region Rhône-Alpes.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Am 6. Juni 2013 entschied der Gemeinderat von Varese mit der Mehrheit von Lega Nord und PdL dem ehemaligen Diktator Benito Mussolini die Ehrenbürgerschaft zu belassen.[2]

Sport[Bearbeiten]

2008 fanden, wie schon 1951, in Varese die UCI-Straßen-Weltmeisterschaft der Radrennfahrer statt. Pallacanestro Varese war in den 1970er-Jahren der dominierende Verein im europäischen Basketball und gewann fünfmal den Landesmeisterpokal. Seit 2009 spielt er wieder in der Serie A. Außerdem ist der Serie B-Fußballverein AS Varese 1910 hier ansässig. Die Ruder-Europameisterschaften 2012 fanden auf dem Lago di Varese statt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Varese – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Lucia Landoni: Mussolini resta cittadino onorario. La Repubblica, 7. Juni 2013, abgerufen am 7. Juni 2013.